Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Übersicht Hilfe Suche Einloggen Registrieren

+  BrettspielWelt
|-+  Städte
| |-+  Städte (100-149)
| | |-+  C136 Düsterwald (Moderatoren: tassle, KayGee, Alynscia, Vannymausi, Yoli, Pepe-CH)
| | | |-+  Dürenang
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: 1 ... 4 5 [6] 7 8 ... 179 Nach unten Drucken
Autor Thema: Dürenang  (Gelesen 32876 mal)
Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #75 am: 02.08.2008, 04:46:50 »

falls jemand das bedürfnis hat, mir links zu spannenden foren-themen zu posten, ich nehm das angebot an  Grin (keine lust, stundenlang während der after-work-party noch foren abzuklappern Wink )

morgen sind wir die kinder endlich los, yeah Grin
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #76 am: 08.08.2008, 01:14:52 »

die party ist vorbei...



würd ja gern sofort alle bilder hier reinstellen, aber leider sind das viel zu viel. ich werde den link dann aber schon noch ankünden. fürs erste gibts hier noch fremdbilder. nicht, dass es jemanden interessieren würd oder so, aber aus prinzip.

yoli
die dringend zurück will in den trubel und die menschenmengen...
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Draculessa
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1524


Ich beiße nicht jeden, sondern bin wählerisch . Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie den Teufel!

145626969 Draculessa
Profil anzeigen
« Antworten #77 am: 08.08.2008, 13:06:00 »


*neid*
Gespeichert

Das Leben hat mich gelehrt, dass ich es  nicht verstehe und nichts von ihm lernen kann und lernen will, am allerwenigsten mich selbst und den Tod zu verstehen.
Die Hölle ist letztlich ein Zustand der Seele und der Teufel eine verkrustete Verwundung... 
Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #78 am: 08.08.2008, 21:48:29 »

You know you're Swiss IF...

1. you complain if your bus/train/tram is more than 5 minutes late. Make that 1 minute
2. you've ever been confused with a Swede
3. you laugh when Americans believe that Swiss Miss is a Swiss product, but then have no clue that Nestlé and Rolex ARE
4. you get frustrated if you go grocery shopping abroad and there aren't at least 10 different kinds of chocolate and 15 kinds of cheese available
5. you have learned three to four languages and think this is completely normal
6. you have ever been asked - upon stating your nationality - whether you live in the mountains and whether you can yodel
7. you can pronounce "Chuchichäschtli" and you know what it means
8. you have ever been asked who the president of Switzerland is and then failed miserably trying to explain why you've lost track
9. you know what "Röschti" are and you have crossed the "Röschtigrabe" at some point
10. you went to a state-funded ski camp every year with your classmates in high school
11. to you, skis are like the extensions of your feet, because you've skied since you could walk
12. you are amused when people ask you what language is spoken in your home country and/or you have to explain that "Swiss" is not a language, that there are four national languages and none of them is called "Swiss"!
13. you owned a Swatch growing up... or still do
14. you've ever seen "Sandmännchen" dubbed into Romansch
15. as a female, you give all your friends three kisses on the cheeks as a greeting
16. you love Migros and you swear that some of their products are better than anything you've ever seen elsewhere
17. you've ever been asked by your non-Swiss friends to intervene in a fight and used "hey, I'm Swiss" as an excuse not to
18. your country has six different public television channels in three different languages - and you don't think this is unusual
19. you get amused when you see Swiss German people being subtitled on German television
20. you firmly believe it is more important to do things accurately than to do them quickly
21. you were legally allowed to drink beer and wine at the age of sixteen
22. you walked to kindergarten without supervision, wearing a large orange triangle around your neck
23. you think it's normal that everyone has a bunker underneath their house, or is registered for one of the public bunkers under the school building, for emergency situations... by the way, here's a fun thing to do: invite over some of your foreign friends (Americans make very good candidates) and take a picture of the look on their face when they SEE the bunker. Priceless!
24. when being asked to explain how certain things work in your country, you have to use the phrase "it differs for each canton, so..."
25. you are asked to vote on a "Referendum" or "Initiative" at least 3 or 4 times a year
26. you are used to drinking from any public fountain in the street unless there is a warning sign that says "no drinking water"
27. you grew up believing all cows must wear bells
28. you think that driving somewhere for four hours is a hell of a long time
29. you get slightly irritated or at least confused if your foreign visitors ask to see a chocolate factory
30. you know what Betty Bossi books and products are and have bought one
31. you know someone that collects the tin foil lids from coffee cream tubs
32. you don't see where the problem is when every male citizen who has been to the army has an assault rifle under his bed
33. you have to pay twice the price for museum entries because you're not a citizen of the EU, although you live in Europe!
34. you are in a non-European country and can hear people talking Swiss German and just go up and strike up a conversation with a complete stranger
35. no matter how much of a "bad-ass" you think you are, you will still pick up your candy wrapper off the floor if an old lady asks you too
36. you think everything is cheap abroad compared to Swiss prices!
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #79 am: 08.08.2008, 21:58:26 »

wichtig im Lager: jeden abend gibts den Time Warp. Notfalls in der after-work-party im bunker morgens um sechs. alles eine frage der menge an cuba im libre Grin
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Draculessa
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1524


Ich beiße nicht jeden, sondern bin wählerisch . Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie den Teufel!

145626969 Draculessa
Profil anzeigen
« Antworten #80 am: 09.08.2008, 12:27:09 »


hatte ich "auch will" schon erwähnt?
Gespeichert

Das Leben hat mich gelehrt, dass ich es  nicht verstehe und nichts von ihm lernen kann und lernen will, am allerwenigsten mich selbst und den Tod zu verstehen.
Die Hölle ist letztlich ein Zustand der Seele und der Teufel eine verkrustete Verwundung... 
Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #81 am: 09.08.2008, 12:29:05 »

am Rande, ja Wink passt aber, ich will ja auch wieder Grin
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Draculessa
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1524


Ich beiße nicht jeden, sondern bin wählerisch . Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie den Teufel!

145626969 Draculessa
Profil anzeigen
« Antworten #82 am: 09.08.2008, 13:10:39 »


Du könntest aber auch wieder, ich kann nicht *schnief*
Gespeichert

Das Leben hat mich gelehrt, dass ich es  nicht verstehe und nichts von ihm lernen kann und lernen will, am allerwenigsten mich selbst und den Tod zu verstehen.
Die Hölle ist letztlich ein Zustand der Seele und der Teufel eine verkrustete Verwundung... 
Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #83 am: 10.08.2008, 16:54:36 »

Ich erwähns sonst nochmal: diesen Mittwoch bin ich von 10:15 bis 17:55 am Flughafen München gestrandet. Ich falle hiermit auf die Knie und bettle um Hinweise, was man in der Zeit an diesem Provinzflugplatz machen kann, ohne vor Langeweile in staubige Einzelteile zu zerfallen...

schade habe ich auf dem Rückflug in Wien keinen längeren Aufenthalt. Das hätt ich gern mal wieder angeguckt. Laut Homepage des Flughafens München ist es dort eher eine Gefahr, bankrott zu werden. Scheint etwas grösser zu sein als Bern Belpmoos (dafür gibts keine schönen Lieder davon, ätsch) 
« Letzte Änderung: 10.08.2008, 17:00:50 von Yoli » Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Alynscia
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 933



Profil anzeigen WWW
« Antworten #84 am: 10.08.2008, 22:55:20 »

Das die Leute immer glauben, dass man Flughäfen nich verlassen könnte  Roll Eyes

Ich zeig dir dann mal Freising oder so. *Chauffeurmütze aufsetz*
Gespeichert

UgaUga  - Werwolf aus dem Düsterwald
rennmaus
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2982



Profil anzeigen
« Antworten #85 am: 10.08.2008, 23:45:32 »

aly kann sowas echt gut Cheesy

viel spaß euch!
Gespeichert
Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #86 am: 11.08.2008, 00:18:59 »

hab ich das mal verlinkt?

Sorry, liebe Lehrer...
resp.
Sorry, liebe Eltern...

die spots sind herrlich. wobei, der kurzfilm zum jubiläum ist erst recht der hammer. hab mich schiefgelacht, aber da ihr den nicht verstehen würdet und es ihn nicht auf youtube gibt...
anyway, hier die übersetzung der spots für die, die gar nichts verstehen:
"nach jedem pfadilager das gleiche, und das seit hundert jahren. sorry, liebe lehrer - die natur ist hart!"
"jeden samstag das gleiche, und das seit hundert jahren. sorry, liebe eltern - die natur ist hart!"
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #87 am: 11.08.2008, 01:15:55 »

Der perfekte Sturm

Man nennt sie die «Psychopathen des Himmels». Sie sind die mörderischsten Wirbelstürme der Welt. Und: Sie werden immer zahlreicher. Eine Begegnung mit einem Tornado im amerikanischen Mittelwesten.


Von Christoph Zürcher

Es gibt eine grobe Lebensregel, die auch fürs Wetter gilt. Richtig schlecht wird es nur, wenn es vorher richtig gut war. Für Tornados gilt das ganz besonders. Regnet es am Morgen, kann man Tornados vergessen. Für ein tornadomässiges Gewitter muss es erst einmal schön sein. Der erste Ansatz zu einem Sonnenbrand im Nacken des Meteorologen Chuck Doswell ist also unter Umständen kein allzu verheissungsvolles Zeichen.

Es ist Nachmittag um drei, und Doswell steht mitten in der Prärie. Der Himmel ist eine Kinderbett-Decke, weisse Wölkchen vor einem hellblauen Hintergrund. Doswell knipst Fotos von einem verlassenen Farmhaus, eine Stunde südlich der Stadt Merriman, Nebraska. Das tut er immer, um sich auf Studienreisen die Zeit zu vertreiben, bis wieder ernstzunehmendes Wetter aufzieht. Doswell hat Geduld. Nirgendwo auf der Welt gibt es im Juni so viele Tornados wie in Nebraska.

Tornados sind das extremste Wetter, das die Natur auf Lager hat. Die Windgeschwindigkeit in einem Tornado kann 800 Kilometer pro Stunde erreichen. Eine Pistolenkugel fliegt nicht so schnell. Der Wind in einem Tornado verwandelt Strohhalme in Projektile, die sich ins Holz von Telefonmasten bohren. Ein Hurrikan ist mildes Frühlingswetter dagegen. Die Windgeschwindigkeit des Hurrikans «Katrina», der vor drei Jahren die Millionenstadt New Orleans unbewohnbar machte, betrug 240 Kilometer pro Stunde.

Wie schnell der Wind in einem Tornado wirklich wird, kann man nur schätzen. Noch hat kein Messgerät einen Tornado der Klasse F5 unbeschadet überstanden. F5 ist die oberste Stufe der Fujita-Skala, benannt nach einem japanischen Forscher, der seine Karriere mit dem Systematisieren der Schäden begann, die die Atombombe von Hiroshima hinterlassen hat.

Theoretisch können Tornados überall auf der Welt und zu jeder Jahreszeit auftreten. Auch in Europa. 1997 wurden in den Niederlanden 20 Leute verletzt, als ein Tornado auf eine Zigarettenfabrik losging. Doch am weitaus häufigsten kommen Tornados in der sogenannten «Tornado Alley» vor, die sich von Texas über Oklahoma, Iowa und Kansas bis hinauf nach Nebraska und Dakota erstreckt. Am 3. Mai 1999 brachen in Oklahoma innerhalb von 90 Minuten 67 Tornados aus. 44 Menschen starben. Im Mai dieses Jahres verwüstete ein Tornado ein Pfadfinderlager in Iowa und tötete 4 Knaben. In den USA fielen alleine dieses Jahr schon 110 Menschen einem Tornado zum Opfer.

Und falls die letzten Jahre ein Gradmesser sind, wird die Zukunft noch stürmischer: Denn die Zahl der Tornados steigt. Galten 1000 Tornados im Jahr lange als Durchschnitt, könnten es dieses Jahr erstmals 2000 werden. Einige Meteorologen machen den Klimawandel dafür verantwortlich.

Nach einer Stunde hat Doswell genug Fotos des Farmhauses gemacht, und wir fahren weiter. Doswell hat den besseren Teil der letzten dreissig Jahre Tornados gewidmet. Zuerst an der Universität, heute als «Storm-Chaser». Storm-Chaser sind Leute, die vor einem Tornado nicht wie normale Menschen schnellstens in den nächsten Keller flüchten, sondern ihm entgegenfahren. Es gibt Chaser, die hängen in New York gut bezahlte Jobs an den Nagel, um vier Monate im Jahr ungestört Stürmen nachzujagen. Doswell hat sich dafür frühpensionieren lassen.

Storm-Chasing ist in den USA in den letzten Jahren ein populäres Hobby geworden. In Texas kann es vorkommen, dass 100 Storm-Chaser mit ihren Autos hinter einem einzigen Sturm herjagen. Sie tun das aus den verschiedensten Gründen. Die einen reizt das Spiel mit dem Risiko. Einer versucht seit Jahren (bisher erfolglos) mit einem Panzer in einen Tornado hineinzufahren. Andere haben spirituelle Motive. Sie glauben, durch die Begegnung mit einem Tornado einer (welcher auch immer) höheren Macht näherzukommen. Viele sind an Fotos oder Videos interessiert. Und dann gibt es noch Leute wie Chuck Doswell, bei denen das wissenschaftliche Interesse überwiegt.

Es sind noch viele Fragen offen. Grundsätzlich entstehen Tornados aus Gewittern. Aber niemand weiss, warum das eine Gewitter einen Tornado produziert und das andere nicht. Es sind nicht immer die schwersten Gewitter. Wegen ihrer unberechenbaren Natur nennt man Tornados auch die «Psychopathen des Himmels».

Gegen vier Uhr halten wir an einer Tankstelle ausserhalb von Merriman. Doswell wirft einen Blick auf seinen Laptop, der über Satellit alle fünf Minuten die neusten Wetterkarten erhält. Das Aufregendste, was die Computergrafik zeigt, sind ein paar grüne Punkte südöstlich von uns. Grün heisst Regen. Gewitter wären rot. Und rosarot wäre das, wofür wir uns wirklich interessieren: Rosarot wäre eine Superzelle. Superzellen sind Gewitter, die so stark sind, dass sie zu rotieren beginnen. Eine Superzelle ist noch lange kein Tornado, aber sie ist ein Anfang. Doswell verkündet, dass wir hier erst einmal warten. Luftdruck, Hitze, es ist ungefähr 35 Grad, Windrichtung am Boden und der Verlauf des Jetstreams lassen ihn hoffen, dass aus den hellblauen Punkten etwas wird. Als der dicke Kerl hinter der Kasse realisiert, dass es sich Storm-Chaser vor seinem Laden gemütlich machen, wird er so nervös, dass er das Kleingeld fallen lässt. Vor zwei Jahren verfehlte ein Tornado seine Tankstelle nur um 500 Meter.

Die Zerstörungskraft eines Tornados ist grösser als die jeder anderen Naturgewalt. Ein F5 zerstört nicht, er vernichtet. Er macht aus einem Holzhaus Sägemehl und aus einem Steinhaus Sand. Er hat die Kraft, Asphalt von der Strasse zu reissen. Und Menschen, die das Pech haben, einem F5 in die Quere zu kommen, sind nachher ein Fall für die DNA-Analyse.

Einen F2-Tornado überlebt man mit Glück. Ein F3 kaum. Ab F4: keine Chance. Gürtelschnallen, die vom Himmel fallen, sind oft das Einzige, was von Tornado-Opfern übrig bleibt. Storm-Chaser beurteilen die Stärke eines Tornados danach, «how much it eats». Was ein Tornado verschlingt, bestimmt seine Farbe. Einer leuchtete rosarot. Das war der, der ein Gewächshaus voller Geranien auseinandernahm.

Ist ein Tornado nicht genug stark, um alles zu verschlingen, wirft er es um sich. Kühe kann auch ein lauer Tornado kilometerweit durch die Gegend schleudern. Einer Kuh, die so etwas lebend überstand, war nachher drei Tage lang schwindlig. Hühner werden oft noch weiter transportiert. Die meisten sind nachher tot, ab und zu auch nicht. Tot oder lebendig: Ein Huhn, das in einen Tornado kommt, hat nachher keine Federn mehr am Leib.

Und dann gibt es noch das Phänomen der fliegenden Frösche. Ein Tornado, der über einen Teich oder Fluss hinwegrast, der saugt dabei nicht nur hektoliterweise Wasser auf, sondern auch das, was sich im Wasser befindet, was zur Folge hat, dass es kurze Zeit darauf Frösche vom Himmel regnet. Manchmal sind es auch Hunderte von Forellen, die irgendwo in die Rosenhecken einer Vorstadtsiedlung prasseln.

Den Weitenrekord halten aber Kleider, Bücher und ein Check. Eine Hose flog schon 10 Kilometer durch die Luft. Eine Bibel aus der Bibliothek von Hobart, Oklahoma, fiel erst 50 Kilometer weiter weg wieder zu Boden. Und ein uneingelöster Check aus Stockton, Kansas, wurde 1991 in einem Kornfeld, ausserhalb von Winnetoon, Nebraska, wiedergefunden. Das sind 300 Kilometer Distanz!

Gegen fünf prüft Doswell erneut den Radar. Wie er vermutet hat, ist aus dem Regen mehr geworden. Die grünen Punkte haben jetzt einen roten Kern. Der südlichste einen rosaroten. Die Wolke rotiert. Erstmals bricht ein bisschen Hektik aus. «Okay, we have blood in the water», sagt Doswell und schlägt die Autotür zu. Wir fahren Richtung Osten. Eine rotierende Gewitterwolke bewegt sich immer östlich.

Storm-Chasing ist, wenig verwunderlich, einigermassen gefährlich. Will man einen Tornado richtig sehen, muss man sich in seine Bahn hinein begeben. Ein Tornado kommt mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde auf einen zu. Wird er stärker oder schwächer, ändert er die Richtung. Abrupt und unberechenbar. Es sind zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen die Natur das Spiel mit den Storm-Chasern schon umgedreht hat. Es gab auch bereits Tote.

Es ist also vielleicht nicht unbedingt ein Nachteil, dass Storm-Chasing auch schwierig ist. 2000 Tornados im Jahr mag sich nach viel anhören. Aber auch einer wie Doswell mit Jahrzehnten Erfahrung und dem Einsatz aller modernen Computertechnik bekommt an neun von zehn Tagen nicht einmal aus der Ferne einen Tornado zu Gesicht.

Storm-Chasing besteht aus Warten und endlosen, sehr oft vergeblichen Autofahrten, unterbrochen von kurzen Phasen mehr oder weniger hektischer Aktivität. Eine minim falsche Entscheidung am Morgen aufgrund der Wetterkarten, und man landet am Nachmittag 700 Kilometer neben dem Ort, wo es losgeht. Mehr als eine Chance pro Tag gibt es selten. Ab und zu hat ein Tornado einen Durchmesser von einem Kilometer und rast eine Stunde übers Land. Doch meistens bleibt ein Tornado ein flüchtiges Ereignis. Nicht breiter als ein paar Meter, und nach fünf Minuten ist alles vorbei.

Was Storm-Chaser sehen wollen und die Farmer der Great Plains lieber nicht, ist ein Hoch über dem Golf von Mexiko, das warme, feuchte Luft Richtung Norden pumpt, und ein Tief über den Rocky Mountains, das kalte, trockene Luft Richtung Süden schiebt. Wo die Luftmassen aufeinanderprallen, ist die Wahrscheinlichkeit für einen «high-end event» am grössten.

Gewitterwolken mit Tornado-Potenzial sind Wolken mit scharfen Konturen. Auf dem Radar halten Storm-Chaser nach Gewitterzellen Ausschau, die nierenförmig sind oder, noch besser, die Form eines fliegenden Adlers haben. Hat eine Gewitterzelle die Form eines fliegenden Adlers, ist die Chance gross, dass Storm-Chaser ab sofort jedes Tempolimit vergessen.

Dieser Zeitpunkt muss für uns vor ungefähr fünf Minuten gekommen sein. Eine Bodenwelle schleuderte eben das gesamte Gepäck an die Decke. Die Gewitterfront, auf die Doswell schon seit Stunden ein Auge geworfen hatte, ist geradezu explodiert. Aber jetzt droht uns das Gewitter davonzuziehen. Wir müssen unbedingt auf die Südseite gelangen. Tornados treten am südwestlichen Rande eines Gewitters auf. Aber die nächste Abzweigung nach Süden bietet sich uns erst in 50 Kilometern an.

Zehn Minuten später warnt der Nationale Wetterdienst für Cherry County erstmals vor Hagel und schweren Gewittern. Fünf Minuten darauf ergeht eine Tornado-Warnung. Der Fahrer tritt nochmal ein bisschen mehr aufs Gaspedal. Der Radiosprecher erinnert daran, dass Keller und, wenn nicht vorhanden, die Badewanne die sichersten Orte vor einem Tornado sind.

Um zu wissen, was auf uns zukommt, muss man jetzt nicht mehr auf den Radar sehen. Ein Blick aus dem Autofenster genügt. Wo sich den ganzen Nachmittag lang nur ein paar Schäfchenwolken getummelt haben, hat sich ein 15 Kilometer hohes Kumuluswolke-Monstrum aufgeblasen. Eine Wolke dieser Grössenordnung produziert alle 25 Minuten die Energie einer Atombombe.

Als wir auf die Abzweigung nach Süden zurasen, ist die Gewitterwolke auf gleicher Höhe. Sieht aus, als wäre sie uns endgültig entwischt. Doswell und der Fahrer wechseln Blicke. Doswell sagt: «Core Punch?» Der Fahrer nickt, tritt wieder aufs Pedal und reisst den Wagen um die Kurve. Und dann wird es tatsächlich noch ein bisschen brenzlig.

«Core Punch» nennen Storm-Chaser eine Fahrt mitten durch den Kern des Sturms. Kein Storm-Chaser tut das besonders gern. Einerseits befindet sich meist ziemlich viel teures Equipment auf seinem Autodach. Zum anderen ist die Chance intakt, dass der Hagel, der hier regelmässig Baseball-Grösse erreicht, die Windschutzscheibe zertrümmert, der sintflutartige Regen das Wageninnere in Sekunden flutet und ein Blitz allem, was sich im Auto befindet, einen 10 Millionen Volt starken Stromschlag versetzt. «Alles schon passiert», meint Doswell, während uns eine Wasserwand entgegenschlägt, als wären wir ungebremst in einen Tsunami hineingefahren.

Für die nächsten zehn Minuten versucht sich unser Auto als U-Boot zu bewähren. Das Wasser fällt so dicht, man wundert sich, dass keine Fische entgegenkommen. Dann der nächste Belastungstest: Hagel. Und nun besteht wirklich Grund zur Beunruhigung. Unsere Windschutzscheibe hatte bereits vorher einen 50 Zentimeter langen Riss. Und es scheint unwahrscheinlich, dass sie Hagel standhält, der sich anhört, als würde unser Auto mit einem Vorschlaghammer bearbeitet. Doch die Scheibe hält. Dann plötzlich Stille. Was kein Anlass zur Entspannung ist.

Wir haben es in die Updraft-Zone geschafft. In der Updraft-Zone gibt es keinen Regen, dafür ist es düster wie in einer Tiefgarage. Der Himmel ist extrem niedrig und alttestamentarisch dunkel. Die Updraft-Zone ist die Tor nado-Zone. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Auto, blind vom Hagel, direkt in die Fänge eines Tornados rast.

Doch wir haben Glück. Der Fahrer hält, und wir rennen auf die Strasse. Im Südosten schiessen in wilder Folge dunkle Finger aus der Wolkendecke. Nach ungefähr zwei Minuten schiesst einer hinunter bis an den Horizont. «Looks like we would have a touchdown», sagt Doswell fröhlich. Eventuell. Was sehr wie ein Tornado aussieht, verschwindet am unteren Ende hinter einem Hügel.

Doswell schätzt die Distanz auf zwei Kilometer. Er selber ist einem Tornado schon auf zweihundert Meter nahe gekommen. Ein Tornado aus der Nähe tost wie ein Wasserfall. Leute, die noch näher gekommen sind, erzählen von einem modrigen Geruch, den er verströmt. Wir stehen und staunen. Keiner sagt etwas. Dann holt uns der Hagel ein, und wir flüchten ins Auto.
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

prof
(Ω30.5.10 1:10)

Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3990



Profil anzeigen
« Antworten #88 am: 11.08.2008, 09:44:27 »

bin vielleicht etwas spät  Grin  aber ich habe yoli schon im april eine fahrgelegenheit nach rieneck angeboten. und zwar in genug grossem auto (renault espace, der name ist programm)  Wink

aber wahrscheinlich traut sie meinen navigationskenntnissen nicht  Cool
Gespeichert
Yoli
Kanzler
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3976


Viva, viva la Befana...


Profil anzeigen WWW
« Antworten #89 am: 11.08.2008, 11:52:28 »

das war kein misstrauensbezeugnis deinerseits. ich sage ja, trust your navigator ;-) das war mehr ein etwas übervorsichtiges abschätzen der zeitdauer, bis anmeldungen für donnerstag definitiv sind, kombiniert mit dem proportionalen anstieg der bahnpreise und dem exponentiellen absinken meiner online-, sprich informationspräsenz.
Gespeichert

Wir haben bekanntlich alle unser Brett vor dem Kopf. Aber es kommt dann noch auf die Distanz an. (Willi Ritschard)

Seiten: 1 ... 4 5 [6] 7 8 ... 179 Nach oben Drucken 
« vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.15 | SMF © 2006-2009, Simple Machines
SMFAds for Free Forums
Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS