Nur so ein bißchen Seitenwechsel-GeblubberIch kann mir richtig vorstellen, wie das Publikum im Zuschauerthread mittlerweile begeistert die Popcorn rausholt und u.a. gespannt auf die Wortschwälle wartet, mit denen Miss heute kommen wird.
So richtig zu Wort melde ich mich erst von zu Hause (schöner Laptop, toller Laptop!), für den Moment nur die Info: Das hier ist wie das Achtelfinale von Roland Garros, Michael Chang gegen Ivan Lendl. Damit können jetzt nur die Älteren unter uns etwas anfangen, ich weiß. Mir geht's wie Michael Chang, ich liege von Krämpfen gebeutelt schon fast bewußtlos am Boden, aber geschrieben wird bis zum Ende. Weil ich einfach nicht aufgeben darf.
Und, nein, ich schreibe hier nicht von Tennis, um meine Rolle zu krümeln. Auch ich hatte mich halt über meine Rolle ziemlich gefreut, weil Tennis 10 Jahre meines Lebens mein vorrangiger Lebensinhalt war, deswegen fällt mir jetzt dieser Vergleich ein. Wenn ich das ganz am Anfang geschrieben hätte, hätte mich das save gemacht? *grübel*
Noch ein kurzes Anekdötchen aus meinem Leben, und obwohl mich hier ja keiner kennt außer meiner Cousine auf den Zuschauerrängen, glaub ich, es gehört nicht viel Phantasie dazu, mich da drin zu erkennen.
Ich habe immer gerne Rätsel gelöst, auch mathematische. Und als Teenager saß ich einmal mit einer Freundin über einem ebensolchen, und meinte begeistert: Jöh, das ist ja ein Gleichungssystem mit drei Unbekannten! Und kritzelte Gleichungen mit x, y und z auf den Zettel, löste es, und präsentierte meiner Freundin dann voller Freude das - richtige - Ergebnis. Die allerdings trug einen leicht fassungslosen Gesichtsausdruck zur Schau und fragte mich: "Sag, kannst du mir eigentlich sagen, was genau du da gemacht hast?" Und ich dachte, sie hätte es nicht verstanden, und wollte ihr meinen Lösungsweg erklären, aber sie winkte ab und meinte: "Das meine ich nicht, aber weißt du, ich habe einfach ..." und sie erklärte mir, wie sie das Rätsel währenddessen mittels ganz einfacher Gedanken im Kopf gelöst hatte. Wie langweilig, warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?

Vielleicht täte mir ein bißchen Ockhams Rasiermesser manchmal tatsächlich gut: Nimm die einfachere von zwei Lösungen. Snake schreibt bissig und böse, also ist sie böse. Smili sagte, sie ist der Cop, und immerhin war ihr zweiter Scan richtig, also ist sie gut. Smili, der gute Cop, sagt fauli ist gut, also ist die gut (auch wenn sie das gar nicht ... ruhig, Schwein, einfach haben wir gesagt, einfach!)
Ein Teil von mir sagt, lyncht mich einfach, dann ist's vorbei, und dann können wir uns darüber unterhalten, wie mir Ockhams Rasiermesser hätte helfen können zu erkennen, warum Talarion meine Rolle krümelte. Wie mir Ockhams Rasiermesser hätte helfen können zu erkennen, daß smili - eine erfahrene Spielerin - einfach so den Krümel von fauli als gut anerkennt, ohne auch nur in Betracht zu ziehen, daß man ja krümeln kann, was man will.
Ich lese faulis ersten Beitrag von heute, und denke mir: Wenn ich doch auch so einfach denken könnte: MissPig und Talarion gingen auf smili, smili war gut, also sind die beiden böse. Die Schlange war's ja auch. Aber ich wäre nicht ich, dächte nicht schon wieder ein anderer Teil: Ja, es kann sein, daß sie's so einfach sieht. Vielleicht schreibt sie aber als Maf, und da sind Talarion und ich ja jetzt die einfachsten Opfer. Denn zumindest von mir weiß ich, daß sie damit falsch liegt, ergo weiß sie das auch, und die Maf braucht nur noch einen einzigen Fehllynch der Bürger, dann ist es vorbei. D.h., sogar wenn Talarion Maf ist, vielleicht opfert sie jetzt Talarion, denn wenn das dazu führt, daß danach ich dran bin, dann hat die Mafia gewonnen. Und wenn Talarion gut sein sollte, dann hat die Maf auch schon mit Talarion gewonnen.
Wie auch immer - ich will ja noch gar nicht zur Sache kommen.
Das waren nur ein paar schnelle Erstgedanken vom Seitenwechsel, für unser Publikum, ich hoffe, es herrscht Bomben-Stimmung da drüben. Noch esse ich aber Bananen, trinke Wasser, und wappne mich innerlich für den nächsten Satz. Von dem ich hoffe, daß es nicht der letzte ist.