Ulysses
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« am: 21.02.2005, 16:14:54 » |
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Liebe Schlossmaus, nachdem seit dem gestrigen Tage unser Verhältnis doch als zerrüttet angesehen werden muss und Du Dich zudem zu einer ? wie ich finde ? gar schändlich Tat hast hinreißen lassen, bin ich doch recht unglücklich. Da die Kunde geht, dass man Dein Herz mit einem Gedicht erweichen kann, möchte ich nunmehr diesen Versuch mit nachfolgender Ballade unternehmen, geschrieben nur für Dich:
Ode an die Schlossmaus
Hoch unterm Schlossdach saß die Maus, schaut stets vergnügt zum Fenster raus. Nur manchmal dachte sie bei sich: Wär' hier doch auch ein Mäuserich.
Dann eines Tags zu früher Stunde 'ne Abrissbirne machte die Runde. Reißt ab das Schloss, ganz auf die schnelle, ein Baumarkt soll an diese Stelle.
Nun rannte die Schlossmaus um ihr Leben, entkam dem Steintod noch soeben und zog dann einsam durchs Gelände, auf dass ein anderes Schloss sie fände.
Doch bis zum Winter sie sucht vergeblich, und hungert und friert nicht unerheblich. So kroch sie in ein Baumloch hinein. Ihr Leben sollte zu Ende sein.
Ein schwaches Gebet sie hauchte aus und dachte als letztes wohl: Aus die Maus. Das Baumloch war mit Schnee halbvoll, als ob auch im Tod noch sie frieren soll.
Und als der Schnee im Frühjahr verfloss, lag dort ein altes Vorhängeschloss. Und siehe da, die Schlossmaus lebt, als hätte der Herrgott ein Wunder gewebt.
Da war sie doch recht froh die Maus, und richtete sich ein im neuen Haus. Und überall im Wald ging die Kunde, die Schlossmaus sei jetzt mit im Bunde.
Und alle Tiere kamen herbei, ein hübscher Mäuserich war auch dabei. Und bei der ersten Gelegenheit schon hat er unsere Schlossmaus gefreit.
Sie hatten Sex und kriegten sieben kleine Mäuse, und alle blieben noch lange Jahre dort im Wald und unsre Schlossmaus wurde ururalt....
Und die Moral von der Ballade? Hab ich vergessen, furchtbar schade. Doch halt, jetzt weiß ich wieder weiter, der kleine Nager wurde gescheiter!
Was braucht zu ihrem Glück die Maus? Es reicht ein Baumloch gut als Haus. Und noch eins weiß jetzt die Schlossmaus genau, die Liebe nur bringt Glück für Mann und Frau.
Zehknabbernde Grüße Ulysses,
der bei den heiligen Zehgeboten gelobt, keine anderen Zehen mehr neben den Deinen zu dulden und, solltest du dereinst an Zehlulitis sterben, gelobt, bis zu seinem Ende ins Zehlibat einzutreten.
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