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Autor Thema: Rechtsfrage  (Gelesen 427 mal)
Igi
Zaubergehilfe
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2



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« am: 17.06.2005, 22:00:44 »

Hi,

Ich hab ein Arbeitsrechtliches Problem und würde mich freuen wenn mir jemand helfen könnte!

Was kann man unternehmen wenn die Arbeitskollegen private E-Mails lesen die man verschickt hatte und danach gelöscht wurden. Die E-Mails aber noch in einem Zwischenspeicher waren.
Da auch sonst Mobbing von den Kollegen angesagt ist, sind meine Fragen:

1. Welche Schritte kann man mit dem Betriebsrat einleiten

2. Was könnte man sonst noch unternehmen

3. Wenn ich aufgrund dieser und auch weiterer Vorfälle Kündigen will steht mir dann eine Abfindung oder ähnliches zu ?

Lg Igi
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Muuuuuuh
Zaubermeister
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1708


>SELECT * FROM users WHERE clue > 0: 0 rows returned


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« Antworten #1 am: 18.06.2005, 01:43:54 »

Die Lösung ist denkbar einfach: keine privaten emails von der Arbeit aus verschicken - das hat ausserdem den Vorteil, dass es kein (evtl.) Ärger mir der Chefetage gibt.

Natürlich wäre noch interessant, *wie* du emails verschickst, und welcher geheime "Zwischenspeicher" da noch mitspielt. Nur wenn du das weisst, kannst du das umgehen.

Spontane Idee:

Du lässt daheim eine kleine Linux/Unix-Maschine laufen, verbindest dich von der Arbeit aus per SSH/SSH2 drauf, und verschickst deine privaten Dinge per pine/mutt oder sonstigen Kommandozeilen-Mailprogrammen. X-Forwarding o.ä. ginge auch, bedarf aber mehr Bandbreite und auch Konfiguration.
Meines Wissens muss es aber nicht mal ein Linux-Rechner sein, es ginge auch ein Windows-Rechner mit einem "sshd", also einem SSH-Server. *grusel* Wink

Der Vorteil dieser ganzen Geschichte ist, dass die komplette Kommunikation zu dir nach Hause (mehr oder weniger) stark verschlüsselt ist - und Zwischenspeicher gibts auch nicht.

Eine etwas näherliegende Lösung wäre ein Webmailer, der aber zwingenderweise ein verschlüsseltes Webinterface haben muss (Stichwort: https://...). Dazu sollte aber sichergestellt sein, dass zu deinem Arbeitsrechner keiner einen Zugang hat, um nicht etwa in verborgenen (Formular-)Cache-Dateien Hinweise auf private emails zu finden. Grundsätzlich gilt aber: Wenn deine "Angreifer" im firmeninternen LAN sitzen sind deren Möglichkeiten immer viel höher Daten auszuspähen, als im WAN. Wenn sie gar Zugang zu deinem Rechner haben, dann ists mit der Sicherheit ganz vorbei, man denke hier zB an Keylogger, die jegliche Tastatur/Maus/und mehr - Daten mitprotokollieren. Diese Tools sind in ihrer Art meist recht unauffällig - dienen sie ja auch dem Zweck der Spionage Wink

Laut Wikipedia dazu:
In Deutschland kann der heimliche Einsatz von Keyloggern an fremden Computern als Ausspähen von Daten gemäß § 202a Strafgesetzbuch strafbar sein. Unternehmen, die Keylogger an den Firmencomputern einsetzen wollen, müssen zuvor die Zustimmung des Betriebsrats einholen.

Bevor ich jetzt hier aber noch ne Seite tipp, die wahrscheinlich nicht wirklich interessiert, weil an der eigentlich Fragestellung haarscharf vorbeigehend, hör ich lieber auf, und überlass den wahren Juristen das Wort Wink

In diesem Sinn,

VS mit den §§ Grin

M6uh
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Wer meint, er käme ohne die Welt aus, der irrt. Wer aber meint, die Welt käme nicht ohne ihn aus, der hat überhaupt nichts begriffen.

Muuuuuuh - Fleckvieh aus Blue Religion, nur echt mit 6 u's Grin

Bitte nich alles mit dem unnötigen Ernst betrachten.
Desperado
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 399


Leiderschaftlicher Querdancer und hier mag ich Tichu und SJ und noch einiges mehr.


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« Antworten #2 am: 18.06.2005, 03:37:36 »

Hey, also wenn du von der Arbeit aus private Mails verschickst bedarf es meines Wissens nach der Genehmigung des Arbeitgebers.

Wenn du aufgrund des gemobbt werdens kündigst steht dir wegen der Eigenkündigung keine Abfindung zu. Es gibt zwar Betriebe die das machen, sind aber die Ausnahme. Am besten stehst du dir zwecks einer Abfindung wenn dir gekündigt wird oder du einen Aufhebungsvertrag in beiderseitigen Einvernehmen machst.
Beim Aufhebungsvertrag ist aber auch Vorsicht geboten wenn du die gesetzlichen Kündigungsfristen nicht einhälst, zieht dir die Arbeitsagentur auch noch Geld ab.

hoffe dir ein wenig damit geholfen zu haben, Desperado
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Holger69
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Beiträge: 473


Siedlersuchtiges Nordlicht


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« Antworten #3 am: 18.06.2005, 06:03:58 »

Hi,

soweit ich informiert bin, gilt auch für elektronische Post (also Emails) das Briefgeheimnis
und zwar sowohl für private, als auch für dienstliche Mails, in denen Du als Empfänger genannt wirst.
Du könntest also theorietisch den (oder die) entsprechenden "Kollegen" deswegen anzeigen.
Mit dem Betriebsrat würde ich an Deiner Stelle mal darüber reden, ob nicht der Zugriff auf die Mails
im Zwischenspeicher softwaremäßig verhindert werden kann (Stichwort: Datenschutz),
bzw. würde ich diesen Speicher regelmäßig manuell löschen.

Holger69
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Der Mensch ist nur frei, wenn er spielt. Leider spielt er nur, wenn er frei ist. (Nikolaus Cybinski)
Taubenus
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Keine Angst, der ist ganz harmlos. Der will nur spielen ...


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« Antworten #4 am: 18.06.2005, 13:22:07 »

Hallo,

@Holger:
es geht hier nicht um private erhaltene Emails (Empfänger), sondern um privat versendete (Absender). Wahrscheinlich gilt aber auch hier das Briefgeheimnis, weil die Ausspäher ja genauso wenig identisch mit dem Empfänger sind.

Auch wenn es rechtlich streng genommen keine Rolle spielt: Für mich ist nicht eindeutig klar, dass irgendwelche Admins ("oben") spionieren. Ich hatte beim Lesen des Eingangsposts die Vorstellung, dass es die "direkten Kollegen" sind, die sich für die privaten Emails interessieren, also die Leute im selben Büro. Ganz einfache Maßnahme: Locken des PCs (mit Passwort) bei Kaffee-, Pinkel-, Rauch- und Mittagspausen, natürlich neben dem Richtig-Löschen des entsprechenden Speichers (bei OUTLOOK wäre das z.B. der Ordner "Gelöschte Objekte"; da gehört dann schon etwas mehr dazu, den wieder herzustellen - jedenfalls für normalsterbliche Nutzer).

Locken hat auch einen anderen Vorteil: Wer garantiert, dass während der Abwesenheit niemand vom eigenen PC aus rechtsradikale oder Pornoseiten aufruft? In diesen Fällen muss man verstärkt damit rechnen, dass so etwas "von oben" registriert wird. Führt im Normalfall zur fristlosen Kündigung, eine Abfindung kann man sich dann irgendwohin stecken.

Ich hatte deswegen die Assoziation "direkte Kollegen", weil ich Ähnliches schon erlebt habe, in verschiedenen Ausprägungen:
- von einem Tag auf den anderen war der fähigste Typ plötzlich weg (fristlos, Porno); ich kannte ihn nur per Telefon, danach mussten einige Arbeiten selber durchgeführt werden (war sehr lästig)
- plötzlich standen bei einer Bekannten zwei Leute vom Betriebsrat im Rücken: PC ausmachen, mitkommen, Kündigung (auch verbotene Internet-Seiten). Sie konnte dann nachweisen, dass sie erstens zum fraglichen Zeitpunkt ein Meeting woanders hatte und dass zweitens die Logeinträge anders waren als ihre normalen. Auf eine Enschuldigung des Betriebsrates wartet sie bis heute.
- ein "Frickler-Typ" machte sich regelmäßig Spässchen daraus, während der Mittagspause von anderen PCs aus das System auf Schwachstellen zu testen. Die "Erfolge" hat er dann auch stolz den Admins präsentiert. War natürlich dämlich, das beim zahlenden Kunden zu machen und dann auch noch bei der eigenen Firma zu viele km abzurechnen - fristlose. Aber Lehre für seine Kollegen: "Du bist alleine dafür verantwortlich, was von deinem PC/mit deiner User-Id passiert."

Selbst auf den Geist gehen mir aber Leute, die z.B. gerade in einer kurzfristigen Beziehungskrise (6 Monate oder mehr) stecken, sich ständig um die Anlage und Entwicklung ihres Kapitals (oder ihren lokalen Sportverein, wo sie Jugendwart sind) kümmern müssen oder einfach nur Handwerker koordinieren, die gerade einen Neubau oder eine Komplettsanierung machen (diese Liste ist natürlich unvollständig, Erziehungs- und Schulprobleme hätte ich fast vergessen). Außer dass man deren Arbeit mit machen muss und sich auf deren Output nicht verlassen kann, kommt erschwerend dazu, dass man lange Telefonate über sich ergehen lassen muss, die keine Sau interessieren, aber ein großer Störfaktor sind.
Nichts gegen einen Schwatz während der Arbeitszeit ("sag mal, was meinst du dazu ..."), aber es gibt Grenzen der Zumutbarkeit (Häufigkeit, Dauer, Lautstärke). Wer da nach entsprechenden Hinweisen uneinsichtig "weiter so" macht, ist zum großen Teil selber schuld. Da ist es schon vorgekommen, dass die Kollegen Protokolle geführt und weiter geleitet haben.

Ich weiß, das geht zum Teil haarscharf an der Fragestellung am Anfang vorbei, aber es ist oft besser, sich vorher Gedanken zu machen - für die Betroffenen kommen diese heißen Tipps leider meistens zu spät.

Wo ich grade ins Labern gekommen bin, wenigstens etwas zum Schmunzeln:
Bei einem Kunden kam für drei Monate ein Ami von der Zentrale ins Großraumbüro, dessen Handy-Klingelton die Nationalhymne war. Nachdem wir am Anfang mitgepfiffen oder die Melodie mit "lalala" mitgesungen hatten, fanden wir irgendwann einmal den englichen Text auf unseren Schreibtischen. Die Fischer-Chöre waren ein armseliger Haufen Asthmatiker gegen uns - aber der fand das toll! Es ist bis heute unklar, wer den Text verteilt hatte.
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Turandot
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Beiträge: 1415


Niemand liest den YELL so oft wie ich... :D


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« Antworten #5 am: 18.06.2005, 19:22:32 »

Zitat
Hi,

Ich hab ein Arbeitsrechtliches Problem und würde mich freuen wenn mir jemand helfen könnte!

Was kann man unternehmen wenn die Arbeitskollegen private E-Mails lesen die man verschickt hatte und danach gelöscht wurden. Die E-Mails aber noch in einem Zwischenspeicher waren.
Da auch sonst Mobbing von den Kollegen angesagt ist, sind meine Fragen:


Hallo Igi,

die Schnüffeleien sind also Teil des Mobbings? Dann mußt du damit rechnen, dass sie evtl. nur einen Anfang darstellen; der Schritt zur Manipulation deiner Arbeit (oder zu Dingen, wie Taubenus sie beschrieben hat) ist dann nur noch ein kleiner.

Daher sind sicher die von Muuuuuuh vorgeschlagenen technischen Massnahmen als Soforthilfe unbedingt angesagt.


Zitat

1. Welche Schritte kann man mit dem Betriebsrat einleiten


Das kommt letztlich auf den Betriebsrat an, wie der mit dem Thema Mobbing umgeht, ob Erfahrungen da sind (es gibt oft Schulungen zu Mobbing für BRler) und wie die Firma im Allgemeinen dazu steht.

Aber es ist bestimmt kein Fehler, als erstes ein Gespräch mit dem BR zu suchen. Selbst wenn dir nicht direkt geholfen wird, gibt es dann zumindest schon mal eine Stelle im Betrieb, die darüber informiert ist.

Zitat

2. Was könnte man sonst noch unternehmen


Google mal zu dem Stichwort Mobbing. Es gibt Beratungsstellen, Foren, Online-Hilfen uvm. Grundsätzlich: es ist nicht einfach, das zu handlen. Entweder du schaffst es selbst, deine Kollegen mit ihrem Verhalten zu konfrontieren und die offene Auseinandersetzung zu suchen, oder du bist auf Unterstützung von "oben" angewiesen, die erfahrungsgemäss schwer zu bekommen ist. Aber das ist von Betrieb zu Betrieb verschieden.

Arbeitsrechtlich wirst du nicht viel weiter kommen, weil Mobbing an sich nicht speziell geregelt ist (es sei denn, es steht etwas in der Betriebsvereinbarung, was aber eine seltene Ausnahme wäre). Hauptproblem ist die Beweisbarkeit und die Tatsache, dass in Betrieben Personalpolitik normalerweise nicht zum Wohle der Arbeitnehmer gestaltet wird, sondern dass bei allem Tun oder Nicht-Tun die betrieblichen Interessen dominieren. Und da wird möglicherweise schon die Beschäftigung mit dem Thema als Störfaktor bewertet (ist zwar kurzsichtig, aber leider weit verbreitet).  

Zitat

3. Wenn ich aufgrund dieser und auch weiterer Vorfälle Kündigen will steht mir dann eine Abfindung oder ähnliches zu?

Lg Igi


Nein, siehe post von Desperado.

LG Turi

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Igi
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« Antworten #6 am: 18.06.2005, 21:53:22 »

Hi,

Erstmal vielen Dank für die Tipps.

Ich habe mir eh Vorgenommen keine Privaten E-Mails mehr zu versenden. Der Tipp mit dem sperren des PC´s geht leider nicht da mehrere Leute sich einen PC Teilen.

Das Mobbing geht schon länger dies war nur eine weitere Spitze des Eisberges und leider kann man mit den Leuten nicht reden. Das habe ich des Öfteren versucht und aufgegeben.

Nochmal Vielen Dank für die Antworten
LG Igi
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