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Autor Thema: Wenn einer eine Reise tut...  (Gelesen 525 mal)
koba
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« am: 17.08.2005, 19:03:39 »

dann kann er was erzählen...

oder auch: Didi und kobi stolpern durch Bulgarien

Sonntag, 31. Juli, Tag -2

Didi und kobi durchstöbern verschiedene Reise- und Flugbörsen auf der Suche nach einem günstigen Angebot irgendwann Anfang/ Mitte September, irgendwo im Süden, möglichst günstig...
Hmpf, alles irgendwie einen Tick zu teuer...
Doch dann das: Flug von Dresden nach Burgas (Bulgarische Schwarzmeerküste) und zurück für 119€, ein wahres Schnäppchen... Grin
Wo ist der Haken? Oh, der Flug geht schon übermogen... Wink
Wie spontan sind wir? Können wir so eine Gelegenheit verstreichen lassen? Didis Diplomarbeit muss nur noch Korrektur gelesen werden, ich hab Semesterferien, was spricht dagegen? Kurzer Anruf bei Didis Vater wg. Diplomarbeit, er gibt grünes Licht - wir buchen. Smiley

5 Minuten später:

Didi: Hast Du eigentlichen Deinen Pass dabei?
kobi: Öhm... Pass?
Verdammt, ich bin EU-Bürger, die müssen mich doch mit Personalausweis einreisen lassen... Und überhaupt, die Bulgaren wollen doch der EU beitreten, da müssen sie doch etwas Entgegenkommen zeigen... Grin

Kurze Zeit später...
Didi und kobi suchen im Netz nach Einreisebestimmungen für Bulgarien. Das Auswärtige Amt sagt, dass ohne Reisepass nix geht.
Hmpf... Grin
Wo bekommt kobi nun einen Reisepass her? Stellt Ilmenau einem Mainzer Studenten mit Erstwohnsitz in Bonn einen provisorischen Reisepass aus? Wink
Und vor allem: Was tun, wenn nicht?? Grin
Wir spielen das worst case-Szenario durch: 6 Stunden Autofahrt, Ilmenau-Bonn und zurück, nur für dieses vollkommen überflüssige Dokument. Man gönnt sich ja sonst nichts... Grin


Montag, 1. August, Tag -1

Der Wecker reißt Didi und kobi um 8.00h aus dem Schlaf, das Einwohnermeldeamt in Ilmenau macht in einer halben Stunde auf. Sie können einem Bonner keinen Reisepass ausstellen, das muss die zuständige passausstellende Behörde am Hauptwohnsitz tun.
Verdammt... Grin
Aber einen letzten Trumpf hat kobi noch im Ärmel. Denn wenn der Prophet schon nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen. Wieso nicht einfach Bürger von Ilmenau werden?

kobi denkt laut: Naja, ich bin ja jetzt drei Monate in Ilmenau, dann kann ich ja meinen Hauptwohnsitz hierhin verlegen...
Die freundliche Dame vom Einwohnermeldeamt: Ach, Sie sind jetzt drei Monate in Ilmenau?
kobi denkt leise: Wenn ich dafür von Ihnen einen Reisepass bekomme - SELBSTVERSTÄNDLICH! *g*
kobi sagt: Ja.

So ziehe ich also bei Didis Eltern ein und bekomme meinen wohlverdienten Pass. Wink

To be continued... Grin
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koba
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« Antworten #1 am: 17.08.2005, 22:02:57 »

Reisebericht, Part II

Noch immer: Montag, 1. August, Tag -1[/color]

kobi hat nun also einen gültigen Reisepass und darf einreisen, Didis Reisepass ist bis Ende September gültig. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes heißt es, dass
Zitat
Reisepässe und Kinderausweise mit Lichtbild  bei der Einreise noch drei Monate gültig sein sollten, nach Auskunft der zuständigen bulgarischen Behörden mindestens jedoch für die geplante Reisedauer.


So weit, so gut. Die bulgarischen Behörden werden ja schon wissen, welche Bestimmungen sie für die Einreise in ihr Land erlassen haben, also kein neuer Reisepass für Didi.

Abends besuchen wir Didis Eltern. Ich verkünde die frohe Botschaft, dass ich bei ihnen eingezogen bin. Ich werde herzlich mit einem Grillfest in Ilmenau empfangen - ich mag Thüringen. Grin
Didis Oma äußert Bedenken hinsichtlich der Gültigkeit von Didis Reisepass, aber was weiß die schon... *g* Kennt man ja zur Genüge, die Panikmache von Eltern und Großeltern. Wir erhalten viele nützliche und noch mehr unnütze Ratschläge den Urlaub betreffend und lächeln freundlich.
Später am Abend verlassen wir mein neues Zuhause, bepackt mit einer Strandmatte, einem Sonnenschirm und einem todschicken Sonnenhütchen auf Didis Haupt - ihre Oma meint es schließlich gut mit uns. Wink


Dienstag, 2. August, Tag der Abreise [/color]

Den Vormittag verbringen wir mit Packen, bringen Didis Wohnung in Ordnung und brechen am späten Mittag Richtung Dresden auf, wo wir the one and only Vannymausi besuchen, ihre beiden Häschen mit der gebotenen Entzückung betrachten und anschließend ihre Chauffeur-Dienste zum Flughafen in Anspruch nehmen. Wir reihen uns brav in die Schlange am Check-In ein und ziehen Vanny damit auf, dass wir in Urlaub fahren und sie nicht, was Vanny scheinbar nicht so witzig findet. Seltsam. Sie erzählt irgendwas von Verbindungen zu Schläfern. Wir ignorieren sie und freuen uns auf unseren Urlaub, dem nun nichts mehr im Wege steht.
Moment! Stopp! Das wäre zu einfach...
Am Check-In-Schalter angekommen, setzt die hinter dem Schalter sitzende Frau vom Bodenpersonal einen besorgniserregenden Blick auf, als sie Didis Reisepass betrachtet. Er müsse vom Tag der Anreise an noch mindestens drei Monate lang gültig sein, sagt sie.
Wir erklären ihr, was wir auf der Homepage des Auswärtigen Amts gelesen haben - eine Gültigkeit für die Dauer der Reise sei demnach ausreichend.
Ihre Kollegin vom Schalter nebenan schaltet sich ein und erklärt, dies sei eine Kann-Bestimmung. Unser Urlaub rückt in weite Ferne.
Was zur Hölle ist eine Kann-Bestimmung? Es gibt nur zwei Antworten auf die Frage, ob wir einreisen dürfen: Ja oder Nein. Wir haben nicht um die Option "Vielleicht" gebeten...
Die Frau am Schalter erklärt, dass Didi die Kosten für die Rückreise tragen muss, wenn ihr die Einreise in Bulgarien nicht gewährt wird. Didi füllt ein entsprechendes Formular aus...

Fortsetzung folgt...
« Letzte Änderung: 17.08.2005, 22:05:54 von koba » Gespeichert

koba
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« Antworten #2 am: 18.08.2005, 18:15:23 »

Reisebericht, Part III

Noch immer: Dienstag, 2. August, Tag der Abreise [/color]

Didi hat unserer Fluggesellschaft versichert, dass sie das alleinige Risiko für den Fall der Fälle trägt, nicht in Bulgarien einreisen zu dürfen. Wir fliegen trotzdem!
Wäre doch gelacht, wenn wir diese Hürde nicht auch noch nehmen würden...
Trotzdem leichte Beunruhigung bei Didi und kobi. Die Dame am Schalter versichert, dass ihr kein Fall bekannt sei, in dem die bulgarischen Behörden tatsächlich einen Passagier wegen unzureichender Gültigkeitsdauer des Reisepasses nach Deutschland zurückgeschickt hätten. Wir atmen auf - ganz zaghaft, etwas ungläubig und nur unter Vorbehalt.
Das sagt die doch jetzt nur so...
Wir winken Vanny zum Abschied und machen uns auf den Weg zum Boarding. Als das Boarding beginnt, sind wir die Ersten in der Schlange. Die Dame vom Bodenpersonal entdeckt unsere Namen auf einer Liste und bittet uns, doch bitte einen Augenblick an der Seite Platz zu nehmen.
Was zur Hölle ist denn nun schon wieder??
Wir warten, bis sich auch der letzte Passagier in der Wartehalle zum Boarding durchgerungen hat, während sich weitere Fluggäste zu uns gesellen, die ebenso privilegiert waren wie wir, um handschriftlich auf dieser Liste vermerkt zu werden.
Endlich wendet sich die Dame vom Bodenpersonal an uns: Sie alle haben etwas gemeinsam...
Und was bitteschön? Masern? Windpocken??
Sie haben alle sehr spät gebucht...
Erzähl mir was Neues, Schätzchen...
und die Fluggesellschaft hat es versäumt, Essen für Sie zu bestellen, daher bekommen sie an Bord leider keine Mahlzeit. Tut uns wirklich leid. Wir wünschen trotzdem einen guten Flug.
Deswegen mussten wir also 20 Minuten wie bestellt und nicht abgeholt neben dem Schalter warten und uns Gedanken machen, warum wir so aussätzig sind, dass wir nicht mitfliegen dürfen... Wink
Didi und kobi sitzen nun also endlich im Flugzeug. Der Flug verläuft halbwegs normal, abgesehen von einigen Turbulenzen, als wir ein Gewitter durchfliegen. Die Stewardess erklärt auf bulgarisch, dass der Himmel von Blitzen geteilt werde. Didi übersetzt für kobi und erklärt, Bulgarisch sei eine sehr blumige Sprache. Sie zerquetscht kobis Hand, als das Flugzeug sanft geschaukelt wird. Ihre Beunruhigung bleibt nicht unbemerkt - kobi lacht herzhaft. Das trägt merkwürdigerweise nicht dazu bei, dass sich Didi beruhigt...Wink
Schließlich hat das Gewitter ein Ende, das sanfte Schaukeln lässt nach und wir landen in Burgas. Die Passkontrolle steht bevor.
Oh-oh...
Didi legt ihren Pass vor, die Beamtin wirft einen Blick hinein, zückt ihren Stempel und wünscht Didi einen schönen Aufenthalt in Bulgarien. Keine Einwände hinsichtlich der Gültigkeitsdauer, keine Nachfrage, wann wir abreisen - NICHTS. Wir sind im Urlaub! Euphorie macht sich breit. Die legt sich jedoch schon wieder an der Gepäckausgabe, wo wir sicher eine Dreiviertelstunde in brütender Hitze auf unsere Koffer warten. Doch auch diese Geduldsprobe bestehen wir und fallen schließlich Vessi, einer Freundin von Didi, in die Arme, in deren Wohnung wir unsere erste Nacht in Bulgarien verbringen. Nach einer abenteuerlichen Autofahrt in einem Kleinbus kommen wir bei Vessis Wohnung an. Erwartungsvoll stehen wir vor der Haustür, während Vessi versucht, die Tür zu öffnen. Der Schlüssel klemmt gelegentlich...
Selbstverständlich tut er das - wie konnte ich nur annehmen, dass er es nicht tut? Wink
Mittlerweile ist es

Mittwoch, 3. August, Tag 1,[/color]

und zwar 1.30h in der Früh. Wir stehen verzweifelt vor Vessis Wohnung und kommen nicht rein. Wir sind müde, hungrig und durstig, erschlagen von der Hitze und vollkommen entnervt. Schließlich fasst Vessi sich ein Herz und klingelt bei irgendwelchen Nachbarn, die uns die Tür öffnen. Wir bringen unser Gepäck in die Wohnung, bauen das Schlafsofa zum Bett um und beschließen, noch einen kleinen Ausflug in die Innenstadt zu machen, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Wir lassen die Haustür in weiser Voraussicht offen und machen uns auf den Weg...

Fortsetzung folgt...
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koba
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« Antworten #3 am: 18.08.2005, 23:52:29 »

Reisebericht, Part IV

Noch immer: Mittwoch, 3. August, Tag 1[/color]

Wir sind auf dem Weg ins Zentrum von Burgas, um eine Kleinigkeit zu essen. Wir landen in einem Bistro, wo wir Katmi essen - eine Art Pfannkuchen aus Hefeteig, wahlweise mit süßer oder herzhafter Füllung. Hähnchenbrustfilet und Käse klingt nicht schlecht, ist es aber. Doch ein kühles Becks stimmt kobi versöhnlich...Wink
Anschließend flanieren wir noch ein wenig über die Strandpromenade und lassen uns später von einem Taxi nach Hause bringen. Wir wollen nur noch schlafen.
Das gestaltet sich auf diesem Schlafsofa allerdings etwas schwierig. Es ist noch immer unerträglich schwül, und durch die 5 cm starke Schaumstoff-Matratze, die auf einem Feldbett-artigen Gestell liegt, spürt man jede einzelne Metallstange. An Schlafen ist nicht zu denken - weder im sogenannten Bett noch auf dem Teppichboden, wie wir frustriert feststellen.
Hier bleiben wir keine zweite Nacht!
Zwischendurch gehen wir immer wieder duschen, um uns ein wenig abzukühlen - auch wenn das "Badezimmer" (großzügig geschätzt 3m²) vom deutschen Standard meilenweilt entfernt ist und wir bei Tageslicht keinen Fuß hineinsetzen würden.
Wir warten sehnsüchtig darauf, dass der Supermarkt im Erdgeschoss unseres Hauses um 7.00h seine Türen öffnet, denn wir verdursten. Als wir es gegen 6.00h nicht mehr in der Wohnung aushalten, brechen wir erneut Richtung Zentrum auf, um irgendwo zu frühstücken. Wir finden ein Restaurant in der Innenstadt, wo es ein vielfältiges Angebot an Speisen gibt - für Mittag- und Abendessen, nicht aber zum Frühstücken. Uns steht der Sinn nicht wirklich nach Gegrilltem, und so wählen  wir ein Dessert: Pfannkuchen, diesmal die süße Variante. Hatten wir schon lange nicht mehr... *fg*
Ein starker Kaffee und ein kühles Wasser machen unser Frühstück perfekt, wir lassen es uns schmecken.
Als wir zu Vessis Wohnung zurückkehren, hat der Supermarkt Gott sei Dank endlich geöffnet - wir decken uns mit Getränken ein und versuchen nochmals, wenigstens für ein Stündchen zu schlafen. Vor lauter Erschöpfung gelingt uns das schließlich auch.
Um 11.00h kreuzt Vessi mit ihrer besten Freundin auf und bringt Frühstück mit - Banitschki, Blätterteigtaschen mit Schafskäse. Wir genießen unser zweites Frühstück, packen unsere Sachen und bewegen uns Richtung Busbahnhof, um zum Sonnenstrand zu fahren und dort ein Quartier für die nächsten Tage zu suchen...

Fortsetzung folgt...



Ein Hauch Sozialromantik

Der Blick vom Balkon unserer Wohnung, kurz nach Sonnenaufgang
« Letzte Änderung: 18.08.2005, 23:55:17 von koba » Gespeichert

koba
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« Antworten #4 am: 19.08.2005, 06:24:00 »

Reisebericht, Part V

Noch immer: Mittwoch, 3. August, Tag 1[/color]

Nach 45 Minuten Busfahrt kommen wir am Sonnenstrand an (der Name beschreibt einen ganzen Ort, nicht nur den Strand), wo Vessi uns ihrer Mutter vorstellen möchte. Sie führt uns über holprige Wege bis in den hinterletzten Winkel des Sonnenstrands. Wir müssen ein Bild für die Götter abgegeben mit den albernen Koffern, die wir über mehr oder weniger befestigte Straßen hinter uns herziehen. Sind wir Pauschaltouristen auf Abwegen, oder doch eher eine pervertierte Form des Rucksacktouristen? Man weiß es nicht so genau... Grin
Wer auch immer behauptet hat, dass Urlaub entspannend sei, wir beweisen ihm das Gegenteil - das hier ist STRESS!
Vessis Mutter und ihre Kolleginnen sind sehr herzlich, eine von ihnen meint gar, wir bräuchten kein Hotel und bietet uns einen Wohnwagen als Quartier für die Nacht an. Der "Wohnwagen" ist alt und rostig, man würde ihm ein Kompliment machen, wenn man ihn "heruntergekommen" nennt. Sicherlich könnten wir dort übernachten. Wir können es aber auch lassen... Wink
Wir müssen eingestehen, dass das, was sie als Lebensbedingungen für sich akzeptieren (müssen), nicht unseren Ansprüchen genügt, ohne sie dabei diskreditieren zu wollen. Wir wollen ein Hotelzimmer mit bequemen Betten und hygienschen sanitären Einrichtungen, möglichst nah am Strand. Vessi und ihre Mutter empfehlen uns, nicht direkt am für bulgarische Verhältnisse recht teuren Sonnenstrand nach einer Unterkunft zu suchen, sondern im Nachbarort Nessebar. Diesen Ratschlag nehmen wir gerne an und setzen uns gemeinsam mit Vessi und Petia, ihrer besten Freundin, in den Bus dorthin. Die Koffer lassen wir bei Vessis Mutter, wo wir sie später abholen werden.
In Nessebar geht es zunächst an den Strand, wo erstmals ein Hauch von Urlaubs-Feeling aufkommt. Wir liegen in der Sonne, planschen im Schwarzen Meer und entspannen ein wenig.
Danach begeben wir uns auf die Suche nach einem Hotel und werden recht bald fündig: Das Hotel Mistral wird uns für die kommenden beiden Nächte beherbergen, Kostenpunkt: etwa 15€ pro Person pro Nacht.
Wir kehren zum Sonnenstrand zurück, wo wir die Koffer von Vessis Mutter holen. Sie bringt uns sogar mit dem Auto nach Nessebar zu unserem Hotel, wodurch sie uns das lästige Koffer-Schleppen und -Ziehen erspart. Wir sind ihr unendlich dankbar.
Im Hotel-Zimmer entdecken wir, was für einen Volltreffer wir gelandet haben: Die komfortablen Betten und das hübsche Bad waren uns schon bei der ersten Besichtigung nicht entgangen, wohl aber die Klimaanlage und das deutsche Satellitenfernsehen. Das hier ist Luxus, wir sind begeistert. Wir verbringen den Abend im wohltemperierten Hotelzimmer vor dem Fernsehbildschirm... *g* Der Urlaub hat begonnen.
Wir verlassen das Hotelzimmer nur, um im hoteleigenen Fast-Food-Restaurant zu speisen. Für 11 Leva (ca. 5,50€) schlagen wir uns den Bauch mit Kebabche (Hackfleischröllchen), Hähnchenspießen, Moussaka (Kartoffelauflauf mit Hackfleisch und Schafskäse, nicht wie bei den Griechen mit Auberginen), Krautsalat, Schafskäse und Pommes Frites voll - das billigste und beste Essen, das wir auf der gesamten Reise aufgetischt bekommen werden.

Fortsetzung folgt nach der Burg... Smiley
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« Antworten #5 am: 23.08.2005, 18:41:48 »

Wie versprochen: Reisebericht, Part VI

Donnerstag, 4. August, Tag 2[/color]

Wir wachen wunderbar erholt gegen Mittag in unserem Hotelzimmer auf und begeben uns an den Strand.
Nachmittags brechen wir in die Altstadt von Nessebar auf, wo wir durch die kleinen Gässchen bummeln und ein bisschen in den Geschäften stöbern. Wir halten Ausschau nach einem süßen kleinen Restaurant fürs Abendessen, vielleicht gar mit Meerblick. In einer der vielen kleinen Gassen werden wir von einem Mann angesprochen, der mitbekommen hat, dass Didi und kobi sich auf Deutsch unterhalten. Er heißt Onkel George und hat sieben Jahre lang in einem Restaurant in Deutschland gearbeitet. Die anderen Restaurants in der Altstadt haben vielleicht einen tollen Meerblick, dafür schmeckt's da nicht, sagt Onkel George. Bei ihm aber schon.
Is' klar... *g*
Wir erklären, dass wir es uns durch den Kopf gehen lassen und gegebenenfalls auf sein Angebot zurückkommen werden. Wir gehen zwar weiter, doch irgendwie scheint sein Einreden auf uns Eindruck gemacht zu haben - wir kehren in Onkel Georges Hütte zurück und nehmen an einem Tisch Platz.
Böser Fehler... *g*
Die Preise sind etwa doppelt so hoch wie im Fast Food-Restaurant unseres Hotels, was für deutsche Verhältnisse immer noch recht günstig, für bulgarische Verhältnisse jedoch fast schon eine Frechheit ist. Wir überlegen, ob wir aufstehen und gehen sollen, bleiben dann aber doch sitzen. Wir wollen es ja mit der Sparsamkeit nicht übertreiben...
Die Kellnerinnen schwirren wie die Schmeißfliegen um uns. Wir werden innerhalb von fünf Minuten fünf Mal gefragt, was wir trinken möchten, obwohl Didi den Wunsch äußerte, doch in Ruhe einen Blick auf die Karte werfen zu können. Distanz kennen die Bulgaren nicht, zumindest dann nicht, wenn es darum geht, dass sie einem etwas verkaufen möchten.
Schließlich bestellen wir zwei der günstigeren Gerichte, was die Kellnerin mit offenkundiger Enttäuschung notiert. Mit uns macht sie nicht das Geschäft ihres Lebens...
Sie stellt Brot, Pepperoni und einen Dip auf den Tisch. Die Pepperoni sind höllisch scharf - kobi kriegt Schluckauf, kann es aber natürlich doch nicht lassen, zwei weitere zu essen... Grin
Didis Vorspeise, Tarator  (Kühle Suppe aus Joghurt, Knoblauch, Gurke und Dill), ist viel zu wässrig und überzeugt sie daher nicht so - bei Didis Eltern schmeckte sie tatsächlich tausendmal besser. kobis Kawarma (im Tontopf gegartes Fleischgericht) hingegen schmeckt sehr gut.
Wenigstens das...
Als wir es wagen, uns am Tisch zu küssen, macht die Kellnerin irgendwelche störenden Geräusche, was sie offenbar sehr witzig findet. Wir ignorieren sie und küssen uns weiter... *g*
Als Didi kurz auf die Toilette verschwindet, kommt die Kellnerin mit der Rechnung - 19 Leva, 2 Leva zu hoch.
Zum Glück kommt Didi gerade wieder...
Die Kellnerin rechnet vor, woraus sich die 19 Leva zusammensetzen: Tarator, Kawarma, die Getränke, das Brot...
Moment - das Brot?
Es dämmert. Das Brot, das die gute Frau unaufgefordert auf unseren Tisch stellte. Sollen wir nun mit ihr ausdiskutieren, dass sie nichts berechnen kann, was wir nicht ausdrücklich bestellt haben? Wir entscheiden uns dagegen und streichen stattdessen ihr Trinkgeld.
Fällt aus wegen "Is' nich", würde Vanny sagen... *fg*
Also reicht kobi ihr einen 20 Leva-Schein und lässt sich den einen Lev zurückgeben. Die blöde Kuh (ja, unsere Kellnerin ist gemeint) gibt es mir so klein wie möglich zurück und kommentiert jede einzelne Münze, die sie mir reicht, auf Bulgarisch. Was sie nicht weiß: Didi versteht jedes einzelne Wort... Grin
So erfahre ich, als wir draußen vor dem Restaurant stehen, dass die gute Frau mich, während ich das Rückgeld von ihr erhalten habe, wegen meines Geizes verflucht hat und mir quasi die Pest an den Hals gewünscht hat.
Was für eine freundliche Dame, ich wünsche ihr auch nur das Beste...
Wir ärgern uns beide, dass Didi ihr nichts entgegnet hat, nachdem sie schon alles verstanden hatte. Aber in dem Moment war sie leider einfach zu perplex, um angemessen zu reagieren.
Hmmm, warum nur fallen mir gerade so viele "angemessene Reaktionen" auf diese Frechheit ein? *fg*
Nachdem wir ein wenig gegrummelt haben, beschließen wir, dass wir uns davon die Laune nicht verderben lassen. Wir lassen die Kellnerin Kellnerin sein (natürlich nach wie vor in der Hoffnung, sie möge zur Hölle fahren... *g*) und spazieren zurück zum Hotel.

Welche Schandtaten Didi und kobi dort ausgeheckt haben und wie der Urlaub weiterging, erfahren sie in der nächsten Folge von Didi und kobi stolpern durch Bulgarien[/color]... Bleiben Sie dran! Grin
« Letzte Änderung: 23.08.2005, 18:43:42 von koba » Gespeichert

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« Antworten #6 am: 24.08.2005, 05:03:44 »

Reisebericht, Part VII

Noch immer: Donnerstag, 4. August, Tag 2[/color]

Zwischen 21 und 22h begeben sich Didi und kobi nochmals Richtung Strand. Auf dem Weg dorthin organisieren wir uns Getränke und Süßkram für ein kleines Picknick unterm Sternenhimmel. Romantisches Abendprogramm, sollte man meinen.
Doch Didi und kobi wären nicht Didi und kobi, wenn die Geschichte damit schon erzählt wäre... Grin
Wir suchen uns also ein lauschiges Plätzchen am Strand und packen unser Picknick aus. Das, was feucht-fröhlich als Alkopop daherkam, entpuppt sich als Vodka pur, wie Didi beim ersten Schluck feststellt. Wir haben natürlich nix zum Mixen dabei und sitzen sozusagen auf dem Trockenen, denn so hartgesotten sind wir dann doch nicht, dass wir uns das Zeug pur hinter die Binde kippen...
Als kobis Blick über das nächtliche Meer hin zum Ende des Strandes schweift, wo die Lichter des Sonnenstrands den Nachthimmel erleuchten, kommt er auf die glorreiche Idee, dass so ein Strandspaziergang zum Sonnenstrand eine feine Sache wäre. Der Rückweg lässt sich ja problemlos mit dem Taxi bestreiten, und die einfache Strecke zu Fuß ohne Weiteres bewältigen.
Am Sonnenstrand angekommen ist es bereits

Freitag, 5. August, Tag 3,[/color]

kurz nach Mitternacht. Wir fragen bei einigen Hotels an, ob sie freie Zimmer für die kommende Nacht haben und zu welchen Konditionen, da wir unseren Aufenthalt im Hotel Mistral leider nicht verlängern können. Das eine Hotel, das überhaupt freie Zimmer hat, liegt leider nicht in unserer Preisklasse...
Inzwischen haben wir einige Kilometer in den Beinen, Müdigkeit macht sich breit und wir wollen zurück ins Hotel. Vor einer Diskothek entdecken wir eine Reihe von Taxen und erkundigen uns nach dem Tarif. Der Fahrer verlangt 15 Leva (=7,50€) für die Fahrt.
Das zahlen wir nicht!
Für dieselbe Strecke mit dem Bus hatten wir zwei Tage zuvor 50 Stotinki (einen halben Lev) pro Person gezahlt, und dieser Mann erwartet im Ernst, dass wir ihm das 30-fache zahlen? Nun gut, inzwischen sind wir nicht mehr nur müde, sondern vielmehr vollkommen erschöpft, und wir könnten uns selbst diesen Wucherpreis leisten... Aber auch unser Urlaubsbudget ist nicht grenzenlos, und gerade die Touristenfallen wollten wir ja umgehen, was mit Didis Sprachkenntnissen auch möglich sein sollte. Wir entscheiden uns gegen das Taxi und laufen lieber.
Sooooooo weit war's ja gar nicht...
Nach etwa 1-2 km Fußmarsch an der idyllischen Hauptstraße entlang entdecken wir ein einsames Taxi an einer Kreuzung und erkundigen uns erneut nach dem Fahrpreis. 10 Leva will der gute Mann, noch immer eine stolze Summe (im Vergleich zu 300 Leva Monatsgehalt, die ein Fabrikarbeiter bezieht).
Didis Blick sagt: Ich zahl auch 20! Wink
Wir grübeln...
kobi findet es immer noch recht teuer, zumal der Kassensturz am Nachmittag ergeben hat, dass wir ein bisschen aufs Geld achten müssen, wenn der Urlaub nicht allzu heftig zu Buche schlagen soll. Und immerhin haben wir jetzt schon diesen weiten Weg zurückgelegt, da werden wir doch noch die Moral aufbringen, auch die letzten Meter zu Fuß zurückzulegen...
Didi lässt sich überzeugen und wir marschieren weiter...

Werden Didi und kobi jemals im Hotel Mistral ankommen? Und welche Hürden werden sie dabei zu nehmen haben?
Das und mehr erfahrt Ihr in der nächsten Folge von Didi und kobi stolpern durch Bulgarien...[/color] Grin Grin Grin
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« Antworten #7 am: 26.08.2005, 08:42:16 »

Reisebericht, Part VIII

Noch immer: Freitag, 5. August, Tag 3

Nachdem wir also auch die zweite Chance ausgeschlagen haben, uns von einem Taxi nach Hause ins Hotel bringen zu lassen, trotten wir weiter die Hauptstraße entlang. Irgendwo in the middle of nowhere macht sich die durch den Urlaub bedingte Nahrungsumstellung bei kobi bemerkbar, eine Toilette wäre jetzt was Feines… Glücklicherweise ist das nächste Hotel (und viel wichtiger: die hoteleigenen Toiletten!!) doch nicht so weit wie befürchtet, und so überstehen wir das, was als harmloser Strandspaziergang begann und dann in einen Gewaltmarsch ausartete, ohne weitere Zwischenfälle. Gegen halb drei oder drei Uhr in der Früh kommen wir am Hotel an, wo das Fast Food-Restaurant noch immer geöffnet hat. Nach einer kleinen Stärkung geht’s hoch ins Hotelzimmer, wo kobi und Didi nur an das Eine denken…
SCHLAFEN! Grin
Nach dem Aufstehen packen wir gemächlich unsere Sachen und begeben uns Richtung Bushaltestelle, wo wir den Bus nach Burgas und von dort weiter nach Sozopol nehmen. Dort treffen wir am späten Nachmittag ein und bekommen direkt am Busbahnhof von einer Frau fortgeschrittenen Alters eine Unterkunft für die Nacht angeboten. Als Didi sich auf Bulgarisch nach dem Preis erkundigt, antwortet ihr die Dame: 10. Pause. Euro. Pause. Pro Person. Es ist für Didi unschwer zu erkennen, dass sie eigentlich 10 Leva für das gesamte Zimmer verlangen wollte und von ihrem ursprünglichen Plan abgewichen ist, da sie uns offensichtlich für solvent genug hielt, auch das Vierfache zu zahlen. Didi lehnt ab, und wir lassen uns von einem Taxi zu der Pension bringen, wo Bekannte von Didis Oma stets ihren Sommerurlaub verbringen. Dort können wir nicht direkt unterkommen, erst in 2 Tagen, aber wir können zumindest unsere Koffer unterstellen, während wir weitersuchen.
Wir sind vom Hotel Mistral in Nessebar etwas verwöhnt und suchen bevorzugt etwas mit Klimaanlage, die uns bei den Temperaturen in der Nacht ruhig schlafen lässt. Darauf müssen wir allerdings verzichten, denn die Hauptreisewelle in Bulgarien hat gerade begonnen, und wir sind froh, als wir ein passables Privatzimmer finden, wo wir zumindest die nächsten beiden Nächte verbringen können. Das Zimmer hat zwei entscheidende Nachteile: keine Klimaanlage und getrennte Betten. Dafür ist das Bad neu gemacht und sehr hygienisch, vor der Haustür ist ein 24-Stunden-Imbiss und vom Strand trennen uns nur ein paar Stufen…
Wir laufen noch ein bisschen herum, holen unsere Koffer und beschließen dabei, dass wir genug vom Kofferschleppen haben – Sozopol wird die letzte Station unserer „Rundreise“ an der Bulgarischen Riviera sein.
Zum Abendessen suchen wir ein kleines Restaurant auf, das uns bei der Hotelsuche am Nachmittag durch seine günstigen Preise aufgefallen war. Für das, was uns dort vorgesetzt wird, sind die Preise sogar noch recht hoch gegriffen, doch der Hunger treibt den Fraß irgendwie in den Magen...
Bei der Rechnung ergeben sich wiederum kleinere Unstimmigkeiten, Erinnerungen an Onkel George werden wach. Das Brot (diesmal welches, das wir auch bestellt haben…. Wink) ist zu teuer, und die Erfüllung unseres Sonderwunsches, ein Gericht statt mit Schweinefleisch mit Hühnerfleisch zu bekommen, lässt sie sich teuer bezahlen. Wir nehmen es mit einem Schulterzucken zur Kenntnis, es überrascht uns nicht wirklich.
Den Rest des Abends verbringen wir völlig unspektakulär mit Fernsehen und Lesen.

Einige schlaflose Stunden später, es ist bereits

Samstag, 6. August, Tag 4…

Didi und kobi konnten bei der Hitze kein Auge zu tun und beschließen, sich dann wenigstens noch für einen Drink ins Nachtleben von Sozopol zu stürzen. Direkt am Strand entdecken sie eine kleine Cocktailbar, die Bar Amor, wo noch ein paar Gäste an den Tischen sitzen.
Sieht nett aus, nehmen wir… Wink
Der Kellner erklärt Didi, er wolle eigentlich so allmählich schließen, doch Didi ist hartnäckig und besteht auf unsere Gute-Nacht-Drinks…
Etwas angeheitert dürfte das Einschlafen leichter fallen *g*
Der Kellner ist etwas skeptisch hinsichtlich unseres Wunsches, von ihm zwei Cocktails serviert zu bekommen. Er bereitet sie unter lautstarker Anfeuerung seiner Freunde streng nach Buch zu und bringt etwa fünf Minuten später den ersten Cocktail: Sex on the Beach.

Kellner (sehr unsicher): "Hast Du das schon mal getrunken?"
Didi: "Ja, hab' ich."
Pause.
Kellner guckt etwas bedröppelt und seufzt: "Oh..."

Wir mögen diesen Kellner jetzt schon - sympathischer Kerl, wirklich. Nach weiteren fünf Minuten bringt er kobis Cocktail, eine sehr alkoholische Angelegenheit mit Wodka, Rum, Kahlua, Baileys und einer Kugel Vanilleeiskrem. Nach diesem einen Cocktail bin ich sternhagelvoll, auch wenn ich Didi gegenüber alles abstreite. Grin
Zufrieden torkeln wir zurück in die Pension...

Und ihr wisst, was jetzt kommt...
Genau: Fortsetzung folgt! Wink
« Letzte Änderung: 26.08.2005, 18:51:28 von koba » Gespeichert

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« Antworten #8 am: 28.08.2005, 02:21:13 »

Reisebericht, Part IX

Noch immer: Samstag, 6. August, Tag 4

Wir wachen mittags auf, packen die Strandtasche und begeben uns zum Strand. Auf dem Weg dorthin holen wir beim Bäcker vor unserer Haustür Kifla (Butterhörnchen) mit Schokoladenfüllung.
Yummy... *g*
Am Strand erfreuen wir uns daran, dass auch das Schwarze Meer dazu in der Lage ist, Wellen zu produzieren - von Wellengang war an den vorangegangenen Tagen recht wenig zu spüren. Außerdem beginnen wir ein zugegebenermaßen sehr albernes Spielchen - wir lesen um die Wette.
Während Didi das Geheimnis um "Naokos Lächeln" ergründet, inspiziert kobi "Die Liste" von John Grisham. Wer zuletzt quasi nur Murakami gelesen hat, findet die Charaktere bei Grisham zwangsläufig flach bis uninteressant, und so gewinnt das Lesen durch das ständige Nachfragen ("Und, auf welcher Seite bist Du?" - "Och, mach' Dir nix draus, Schneckchen..." *g*) deutlich an Spannung...
Man kann den Grisham schon lesen, so ist's nicht, aber sonderlich originell ist er nun mal nicht.
Am späten Nachmittag fragen wir nochmals bei einigen Hotels an, ob sie ab dem morgigen Sonntag ein freies Zimmer haben, möglichst bis zum Ende unseres Urlaubs. Dabei geraten wir mit einer Hotelangestellten aneinander, die uns schon überaus freundlich mit einem "Wir haben nichts für Euch!" begrüßt. Warum auch immer wir ("wir" heißt in solchen Fällen immmer Didka, kobi ist mangels Sprachkenntnissen nur Statist) danach noch mit ihr verhandeln und uns nicht direkt umdrehen und wortlos gehen, weiß ich beim besten Willen nicht... Sie hat ein 2-Bett-Zimmer für 60 Leva, allerdings erst ab Dienstag, vorher wäre nur ein 3-Bett-Zimmer für 90 Leva verfügbar. Didi wagt es, vorsichtig nachzufragen, ob sie uns das 3-Bett-Zimmer angesichts der Dauer unseres Aufenthalts für die beiden Nächte nicht auch für 60 Leva überlassen könne. Daraufhin tickt die gute Frau völlig aus, Didis Anfrage war ja auch wirklich unerhört. Da wir aber dringend eine Unterkunft brauchen und diese hier im Budget liegt und all das bereithält, was wir uns wünschen (Klimaanlage und Strandnähe), möchten wir das 2-Bett-Zimmer ab Dienstag reservieren. Sie reserviert uns das Zimmer dann, wenn wir das Geld bringen.
Erwähnte ich schon, wie ungeheuer sympathisch uns diese Frau ist?
Als wir draußen vorm Hotel stehen und Didi mir erzählt, was im Einzelnen vorgefallen ist, einigen wir uns sehr schnell darauf, dass wir lieber weiter suchen nach einem geeigneteren Empfänger für unser Geld.
Diese Schnepfe sieht von uns keinen Cent!
Wir schlendern ein paar Meter weiter, und Didi entdeckt einen Hauseingang, wo wir am Tag zuvor einige Touristen mit ihren Koffern haben hinein verschwinden sehen. Von außen wird nicht erkenntlich, dass es sich dabei um den Eingang zu einem Hotel oder einer Pension handeln könnte. "Wer nicht fragt, bleibt dumm!" denkt Didi sich und fragt die Dame, die auf der Terasse hinter dem Eingang sitzt, ob sie Zimmer vermiete. Tut sie glücklicherweise. Der Blick von außen hat uns bereits verraten, dass die Zimmer mit Klimaanlage ausgestattet sind, und der Strand liegt in unmittelbarer Nähe. Gerade das Zimmer, das sie uns vermieten möchte, ist nicht klimatisiert...
Hmpf!
Klimaanlage ist schon ein K.O.-Kriterium - Hab' eine oder verbring' schlaflose Nächte!
Wir grübeln... Das Grübeln wird unterbrochen vom Einwurf der Vermieterin, dass am morgigen Sonntag ein Studio frei werde, das über Klimaanlage verfügt. 70 Leva soll der Spaß kosten.
Wir grübeln wieder... 60 Leva waren eigentlich die Obergrenze. Nochmals wird das Grübeln unterbrochen: Wenn wir bis zum 16. bleiben, überlässt sie es uns auch für 60. Das ist doch mal ein Wort. Wir lassen uns das Studio beschreiben und reservieren es unbesehen - die Frau hat uns überzeugt.

Abends essen wir in einem Restaurant in der Nähe unserer neuen Unterkunft. Gegrilltes, Shopska-Salat  (besteht aus Gurke, Paprika, Tomate, Schafskäse und Oliven), Pommes frites mit darüber geriebenem Schafskäse und Tarator - das Übliche...
Nachdem wir ewig auf unsere Bestellung gewartet haben und einmal den Salat haben austauschen lassen, weil die Kellnerin einen falschen brachte, werden wir durch das wirklich leckere Essen versöhnlich gestimmt. Auf dem restauranteigenen Fernseher sind Bilder von einer Flutkatastrophe in Bulgarien zu sehen. Ein Staudamm ist gebrochen.
Wenn sie das auch in den deutschen Nachrichten bringen, wird Didis Oma anrufen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche... Was spielt es schon für eine Rolle, dass wir uns ca. 500km von dem Unglücksort entfernt aufhalten? *ggg*

Abends schauen wir "Wild Things" auf ProSieben.
Satellitenfernsehen ist schon eine feine Sache... Erwähnte ich das bereits? *g*
Im Anschluss daran machen wir noch einen Nachtspaziergang durch die Altstadt von Sozopol und fallen dann hundemüde ins Bett.

Fortsetzung folgt, ihr kennt das Spielchen ja...
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« Antworten #9 am: 28.08.2005, 02:24:19 »

Um das Ganze mal zu veranschaulichen: Eine Karte! Smiley

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« Antworten #10 am: 03.09.2005, 05:24:50 »

Reisebericht, Part X

Sonntag, 07. August 2005 - Montag, 15. August 2005, Tage 5-13[/color]

Mit unserer Ankunft in Sozopol hat der uneingeschränkt erholsame Teil unseres Urlaubs bekommen - unser Erkundungsdrang ist unserem Bedürfnis nach Entspannung gewichen. Die Tage lassen sich im Nachhinein nicht mehr klar voneinander abgrenzen, da sie stets nach demselben Schema ablaufen: Wir schlafen lang, lesen immer noch um die Wette (kobi mittlerweile die "Illuminati", nachdem er Grishams Liste an Didi weitergereicht hat), sonnen uns am Strand, planschen im Meer und testen die verschiedenen Restaurants aus. Irgendwann können wir kein Gegrilltes mehr sehen, egal, ob es nun als Kebabche, Spieß oder Küfte (eine Art Frikadelle) daherkommt - wir steigen auf Selbstversorgung um. In Sozopols einzigem Supermarkt (bzw. der einzige, der größenmäßig an das herankommt, was man in Deutschland einen kleinen Supermarkt nennen würde) entdecken wir Ruska Salata (ein sehr leichter Kartoffelsalat), eine Auberginenpaste, deren bulgarischer Name mir gerade nicht einfällt und zahlreiche weitere Antipasti, aus denen sich ein leckeres Abendbrot zubereiten lässt.
Nachdem wir uns in den ersten Tagen in Sozopol verstärkt Richtung Altstadt orientiert haben, wo enge Gässchen mit zahlreichen Galerien und Cafés zum Bummeln einladen, entdecken wir nach und nach, dass das Nachtleben von Sozopol sich rund um den anderen Strand, den der Neustadt, abspielt. Mit Einbruch der Dunkelheit demonstrieren die Clubs und Diskotheken lautstark, was ihre Boxen zu leisten in der Lage sind. Ansonsten kommt am Strand der Neustadt ein wenig Jahrmarktfeeling auf – man kann Enten fischen, den Lukas hauen und Osama Bin Laden mit Eiern bewerfen - Terrorismusbekämpfung goes Popkultur… Grin
Ich ziehe es ernsthaft in Erwägung, dafür Geld auszugeben - selbstverständlich nur, um ein politisches Statement abzugeben. Es gelingt mir dann aber doch hervorragend, dieser Versuchung zu widerstehen – ich verschone Osama vorerst.
Vom Bruch des Staudamms haben sie auch in Deutschland berichtet, wie uns ein Anruf von Didis Großmutter verrät.
Nein, überraschenderweise sind wir nicht von den Fluten erfasst worden, die 500km von unserem Aufenthaltsort entfernt losbrachen…
Netterweise erinnert sie uns auch daran, dass wir rechtzeitig am Flughafen sein sollten, um unser Flugzeug nicht zu verpassen.
Wie jetzt, die Fluggesellschaft schickt keinen Chauffeur, der uns abholt? Grin

Auf dem Weg ins pralle Leben am Strand der Neustadt kommen Didi und kobi stets durch eine Einkaufsstraße, in der sich Boutique an Boutique reiht. Dort gibt es hübsche Anziehsachen zu absoluten Tiefst-Preisen - selbstverständlich nur Original Markenware! kobi ersteht ein Energie-Shirt, von dem die Verkäuferin stolz berichtet, es selbst genäht zu haben... Grin
Recht hat sie! Wozu die Umstände? Das Teil ist gefälscht! Sie weiß es, ich weiß es, Didi weiß es - warum also so tun, als würde ich ihr gerade ein Original Energie-Shirt abkaufen? *g*
Wir passieren diese Straße zur Freude unserer Kleiderschränke viele Male, damit verbunden allerdings auch zum Leidwesen unserer Urlaubskasse. Das sind aber auch gute Angebote, solche Gelegenheiten kann man ja nicht guten Gewissens verstreichen lassen - und Schnäppchen (Didis ICQ-Nick) wäre nicht Schnäppchen, wenn sie das täte.
Wie hervorragend wir doch zusammenpassen! Smiley Kiss

Bevor wir mit dem nächsten Posting auf deutschen Boden zurückkehren, dokumentiere ich unseren Urlaub nun mit ein paar Eindrücken aus Sozopol…




Ausblick vom Balkon unseres Studios auf die Altstadt
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Ausblick vom Balkon unseres Studios auf den Hafen
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Derselbe Ausblick bei Sonnenuntergang
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Didi und kobi, sonnengebräunt
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« Letzte Änderung: 03.09.2005, 05:27:55 von koba » Gespeichert

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