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Autor Thema: Merkel wird Kanzlerin...  (Gelesen 1397 mal)
Romario
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Offense is ability. Defense an attitude.


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« Antworten #15 am: 11.10.2005, 14:51:59 »

Zitat
Ach und - gab es da nich was wie "No politics, just boardgames" ?


Hätte den Thread jemand eröffnet, den niemand kennt, wären auch erstmal 5 Leute darüber hergefallen und genau diesen Satz gepredigt. Bekannte dürfen einfach mehr  Wink

Was passieren wird? Einmal das, was icebert schreibt; wir haben jetzt eh eine Regierung, die niemand will, nichtmal die Regierenden selbst :-)
Und wenn Grüne und FDP meinen, sie könnten nicht miteinander - naje 4 Jahre Opposition kriegt man auch noch hin, in spätestens 4 Jahren profitieren die beiden von dem Stillstand und bekommen paar % mehr ;-)
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ZWS
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Schnellspieler, KUK, SJ, Siedler und Tichusüchtig


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« Antworten #16 am: 11.10.2005, 16:29:11 »

Zitat
Ach und - gab es da nich was wie "No politics, just boardgames" ?  Wink


Zitat

Hätte den Thread jemand eröffnet, den niemand kennt, wären auch erstmal 5 Leute darüber hergefallen und genau diesen Satz gepredigt. Bekannte dürfen einfach mehr  Wink


Naja, dieser Satz ist halt in einem sehr schönen Startbild verewigt. Niemand hat je behauptet hier dürfe keine Politik diskutiert werden. Nagut, vielleicht wurde das auch behauptet von irgend jemand *gg* aber das hat ja nix zu sagen .......

Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool Cool
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Romario
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Offense is ability. Defense an attitude.


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« Antworten #17 am: 11.10.2005, 17:08:59 »

Nur bei bekannteren Nicks traut sich niemand, das ernsthaft zu posten ;-)
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Peace
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Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug. In der Datenbank auch unter [Peace]/7435 zu finden


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« Antworten #18 am: 11.10.2005, 18:12:02 »

wenn hier schon nach Meinungen gefragt wird, so möchte ich
doch mal meine unwichtige Meinung auch mal kundtun.

Ich freue mich auf eine Kanzlerin Merkel, wenn sie es nun
wirklich wird. Nur weil 4 Leute dies aushandeln, heißt es
noch lange nicht, dass dies auch 308 Bundestagsabgeordnete
so sehen. Es werden mit Sicherheit so einige SPD-
Abgeordnete ihre Stimme verweigern, 140 Fehlstimmen kann
sie sich aber leisten, daher ist die Chance nun schon
recht gut.

Warum ich mich freue? Nun, zum einen haben wir damit eine
Kanzlerin, die sicherlich nicht als Medienkanzlerin in die
Geschichte eingehen wird. Das nervte mich beim Noch-
Kanzler seit Anfang an. Zum anderen hat sie bestimmt mehr
auf dem Kasten, als einige denken.

Der nächste Grund meiner "Freude" ist, dass mich das
Wahlprogramm der CDU/CSU mehr angesprochen hat, als das
der SPD. Am weitesgehenden war zwar das der FDP, aber die
Chance eines Kanzlers namens Westerwelle war doch recht
gering. Ich persönlich hätte am liebsten eine
schwarz/gelbe Koalition gesehen und nach dem Wahlergebnis
hätte ich mir die sogenannte Jamaika-Koalition gewünscht.
Leider waren die Gespräche dazu wohl mehr ein Alibi von
allen Seiten (vielleicht bis auf von der FDP). Die Grünen
wollten sich eventuell ein Hintertürchen zur Macht
aufhalten aber dafür nicht von ihren Standpunkten runter
und die CDU/CSU wollte nicht direkt auf den Erzrivalen SPD
zugehen, sondern zeigen, dass es Alternativen gibt, die es
meiner Meinung nach auch immer noch gibt. In Sachen
Wirtschaftspolitik ist die CDU/CSU den Grünen wesentlich
näher als der SPD. Da standen sich wohl nur ein paar
Betonköpfe im Weg, die sich nicht riechen können (z.B.
Stoiber vs. Trittin).

Die große Koalition ist nicht die beste Möglichkeit, aber
auch nicht die schlechteste. Für mich wäre viel mehr ein
Auswanderungsgrund gewesen, wenn es eine Regierung unter
Beteiligung von Gysi oder Lafontaine gegeben hätte. Ich
hoffe mal, dass dies auch so bleiben wird. CDU/CSU und SPD
stehen jetzt vor der Tatsache, dass ihnen eigentlich nicht
viel zugetraut wird und genau darin liegt eigentlich ihre
Chance. Wenn beide Seiten lernen, dass nicht jedes
Nachgeben ein Gesichtsverlust sein muss, kann in den
nächsten 4 Jahren einiges erreicht werden. Ob ich selber
daran glaube, vage ich derzeit nicht zu sagen. Das werden
die nächsten Wochen zeigen.

Ich hätte mich übrigens nicht nur über Merkel gefreut.
Auch ein Müntefering hätte mit Sicherheit einen guten
Kanzler abgegeben. In beiden Parteien bzw. Fraktionen gibt
es gute und schlechte Kandidaten. Koch zum Beispiel wäre
in meinen Augen wiederum eine schlechte Alternative.

Was mich bei den Sondierungsgesprächen noch gewundert hat,
dass Schäuble im Gespräch für den Innenministerposten ist.
Da haben wir zwei super Kandidaten (Beckstein/Schilly) und
da wird Schäuble ausgegraben. Daraus werde ich nicht
schlau. Aber vielleicht kann mir das ja einer erklären.


Sodele, das habt ihr nun davon, dass ich nach meiner Meinung gefragt wurde ;-)

P.S. Niemand muss über Politik diskutieren, aber jeder kann :-)

Gruß aus dem schönen Düsseldorf
Peace :-)
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Lieber Bier im Bauch, als Wasser im Kopf

DrDeath
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« Antworten #19 am: 11.10.2005, 19:10:43 »

Hallo zusammen,

Peace´s Ausführungen kann ich mich weitestgehend anschließen. Für mich gibt es aber noch einen weiteren und sehr gravierenden Grund, warum ich mich für Frau Merkel freue. Merkel hat im Wahlkampf entgegen üblichem Politikerkalkül auf Ehrlichkeit gesetzt und den Wählern nichts vorgegaukelt. Kommende Belastungen hat sie in der gegebenen Notwendigkeit klar dargestellt (s. Mwst.). Dadurch hat sie zwar Wählerstimmen verloren, im Gesamtergebnis dann aber doch gesiegt.

Mehr denn je hat der vergangene Wahlkampf gezeigt, dass der immerwährende Ruf des Wählers nach ehrlichen Politikern oftmals auch nur Heuchelei darstellt. Klar gesagt: " Die meisten Wähler wollen belogen werden und verschenken ihre Stimme an medienwirksame Machthungrige. "

Ciao DrDeath
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Es kommt der Tag, da will die Säge sägen - und dann sägt sie !
karpatenschreck
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Als Kind bin ich barfuß mit ´nem Prügel in der Hand, durch die Wälder Karpatiens um Vampire zu jagen


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« Antworten #20 am: 11.10.2005, 19:12:21 »

Zitat
Nur bei bekannteren Nicks traut sich niemand, das ernsthaft zu posten ;-)

Stimmt Romario,
ein bekannter Nick darf alles schreiben. Als ich vor ein paar Monaten ähnliches schrieb, wurde ich von allen Seiten angefeindet. Nun ist das von Dir, als bekanntem Nick, bestätigt worden. Ich danke dir!
Wir Deutschen sind halt obrigkeitshörig. Das finde ich schade! :-(

Andererseit wird bei uns viel zu viel lamentiert und zerredet, schwarz gesehen oder gemalt und nieder gemacht.

Meine Meinung wollt ihr nicht wirklich wissen, und ich bin ja auch noch zu unbekannt um mich trauen zu dürfen diese zu sagen. Aber ich bin nicht obrigkeitshörig und habe mich schon immer getraut, also tu ich es auch hier und jetzt wieder.

Die Merkel ist, wie ich finde, die bessere Wahl. Sie ist zumindest nicht so mediengeil, wie unser Nochkanzler Schröder, daß sie dadurch vom Regieren abgelenkt werden könnte.

Die Roten haben Ihre Chance gehabt und versagt.

Bei den Schwarzen sind die personellen Alternativen schon besser, aber nicht jeder gute Ministerpräsident ist automatisch ein guter Baundeskanzler, und nicht jeder der im Land versagt hat muß ins Bundeskabinet einziehen - ich denke hier an Clement und Eichler. Nun sollen allerdings Gabriel und Steinbrück nachrücken. Da muß Merkel aufpassen, daß sie nicht noch mehr Nieten untergejubelt kriegt, sonst ist sie bald selber weg vom Fenster. :-(

Eine Jamaika-Konstellation hätte mir besser gefallen. Schade, daß manche nicht wollten, daß es ging. :-(

Ach ja, und als Mann und Wessi bin ich absolut dafür, daß endlich mal eine Frau aus dem Osten eine Chance kriegt. Sie hat Anpassungsfähigkeit bewiesen und ist intelligent und willensstark genug, um uns ein Stück voran zu bringen. Außerdem wird ihr Härte nachgesagt - und diese wird sie brauchen. Hoffentlich hat sie genug davon. In diesem Punkt ist sie Schröder auf jeden Fall überlegen.

Geben wir IHR die Chance, die WIR brauchen!

Das meint
der
karpatenschreck

PS: daß wir aber unseren Stoiber abgeben sollen finde ich nicht so toll. Man soll aber mit seinen Brüdern und Schwestern teilen, also teilen wir ihn mit euch - die ihr da im Norden, Westen und Osten wohnt.
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Schöne Grüße vom karpatenschreck
Minimizer
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"Das Leben baut Mauern aus Arroganz und Sarkasmus um die kleine Flamme des Idealismus in meinem Herzen, damit sie nicht vom Sturm der Realität ausgeblasen wird." Bitte Sicherheitsabstand halten, wenn ich genervt bin! *g*

315003216
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« Antworten #21 am: 11.10.2005, 20:57:52 »

Zitat

PS: daß wir aber unseren Stoiber abgeben sollen finde ich nicht so toll. Man soll aber mit seinen Brüdern und Schwestern teilen, also teilen wir ihn mit euch - die ihr da im Norden, Westen und Osten wohnt.


War das nun Ironie Huh
« Letzte Änderung: 11.10.2005, 20:58:47 von Minimizer » Gespeichert
koba
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Bessere Hälfte von Didka, mit der ich häufig unter derselben IP spiele. Wir rufen uns in der Regel v


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« Antworten #22 am: 11.10.2005, 21:20:53 »

Zur "No politics - just boardgames"-Diskussion sei noch gesagt, dass das in der BrettspielWelt noch nie Realität war. Das Startbild hat damals TheBoomer entworfen, wenn ich mich recht erinnere - und für mich ist es mehr als fraglich, ob die BSW-"Macher" sich diese Meinung dadurch, dass sie es als eines von mehreren "offiziellen" Startbildern ausgewählt haben, zu eigen gemacht haben. Die Vorstellung, Menschen könnten zusammenleben, ohne ihr Zusammenleben regulieren zu wollen, ist auch irgendwie utopisch. Das Metaspiel an sich ist schon "politisch", auch wenn es nur darum geht, virtuellen Reichtum mehr oder weniger gerecht zu verteilen oder das Wachstum virtueller Städte zu begrenzen.
Soll "No politics - just boardgames" also nur die "reale" Poltik von der Brettspielwelt fernhalten? Oder von der realen Politik nur die Themen, die in bestimmter Hinsicht brisant sind?
Ich glaube nicht, dass irgendjemand, der seinen Unmut über das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl hier im Forum kundgetan hätte, mit kritischen Kommentaren im Sinne von "Das ist Politik, das gehört hier nicht hin!" zu rechnen gehabt hätte, denn George W. Bush ist einfach als Buhmann und Lachnummer unter den Deutschen ungeheuer beliebt.
Vielleicht waren bei manchen vorherigen Bemühungen um Diskussionen über deutsche Politik die Zeitpunkte ungünstig gewählt (nach der Wahl kann man seine politischen Anschauungen ja leichter äußern als vorher, man beeinflusst niemanden in seiner Wahlentscheidung etc.), auch war in mindestens einem Posting eine Umfrage im Sinne von "Was wählt das gemeine Brettspielvolk denn so?" enthalten, was auch nicht ganz unproblematisch ist. Und vielleicht spielt es auch tatsächlich eine Rolle, wer eine solche Diskussion beginnt, auch wenn das manch einer ungerecht finden mag.

Was ich persönlich an DIESER Diskussion hier unerfreulich finde ist, dass sich einige in irgendwelchen Floskeln verlieren, die man so oder so ähnlich schon auf etlichen Wahlkampfveranstaltungen gehört hat. Seid ihr wirklich so unkritisch, dass ihr solche Äußerungen nicht hinterfragt, sondern Wort für Wort übernehmt?

Mit Floskeln meine ich z.B. das hier:

Zitat
Allerdings sehe ich die Verteilung der Ministerien als Kuhhandel


Kuhhandel war auch das Wort, das Westerwelle benutzt hat. Dass es ihm nicht gefällt, dass er bei den "Großen" jetzt nicht mitspielen darf, weil CDU und CSU im letzten Augenblick die Mehrheit für Schwarz/ Gelb verspielt haben, ist ja verständlich. Ich kann auch nachvollziehen, dass er deswegen versucht, an den Verhandlungen von Union und SPD kein gutes Haar zu lassen. Wie man allerdings diese Sicht der Dinge als Außenstehender übernehmen kann, erschließt sich mir nicht so ganz, denn das, was hier mit Begrifflichkeiten wie Kuhhandel verurteilt wird, kann man auch ganz nüchtern als Kompromiss betrachten. Wenn zwei (bzw. drei, ich möchte der CSU ihren Status als eigenständige politische Partei ja nicht absprechen *g*) Parteien eine Regierung zu bilden versuchen und als annähernd gleich starke Partner in die Verhandlungen gehen, ist es doch irgendwie nachvollziehbar, dass die Machtpositionen etwa gleichmäßig aufgeteilt werden. Erhält die eine Partei mit dem Amt des Bundeskanzlers das wichtigste politische Amt, so gebietet doch der gesunde Menschenverstand, dass man den angehenden Koalitionspartner mit den wichtigeren Ministerien für seinen "Verzicht" auf die Kanzlerschaft "entschädigt". Ich finde das sowas von einleuchtend, dass ich die Bezeichnung Kuhhandel völlig an den Haaren herbeigezogen finde. Es kann halt nur eine Partei den Kanzler stellen.

Zitat

Die Roten haben Ihre Chance gehabt und versagt.


Da fehlen mir irgendwie a) die Beispiele und b) die Einschränkungen, oder ist da jemand durch parteipolitische Neigungen in seiner Weltsicht so eingeschränkt, dass er Erfolge der rot-grünen Regierung gar nicht wahrzunehmen vermag?

Mir fallen da spontan einige ein, beispielsweise im bildungspolitischen Bereich, wo die rot-grüne Regierung sich erfolgreich dafür eingesetzt hat, dass mehr Studenten BAföG empfangen als zuvor. Das täuscht mich nicht darüber hinweg, dass sie vieles nicht erreicht haben, gerade, was die Senkung der Arbeitslosenzahlen betrifft, aber zu so vernichtender, globaler Kritik würde ich mich trotzdem nicht hinreißen lassen - das finde ich völlig indiskutabel und dumm.

MfG,
kobi

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Adomnan
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Ich wohne nicht direkt in ARMfeld sondern in der Traumstadt. Da ist die schönste Bibliothek der BSW


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« Antworten #23 am: 11.10.2005, 23:58:19 »

Tach zusammen,

der brettspielweltlischere Nach-Wahl-Stammtisch ist also eröffnet *fg. Wie schön - dann kann ich meinen Senf ja auch dazugeben ...

Nummer eins - "No politics, just boardgames"

Ich finde das eine sehr schöne Parole, an die man sich nach Möglichkeit auch halten sollte. Es wäre schade, wenn über mehr oder weniger (erfahrungsgemäß eher weniger, davon lebt ja das OT-Forum *fg) niveauvolle Diskussionen  in den Foren eine schlechte Stimmung gegenüber dem einen oder anderen User entstehen würde. Es gibt so viele Foren im Internet, in denen man sich über Politik unterhalten kann, wenn man möchte. Lassen wir sie hier doch besser im Normalfall raus. Auch finde ich, dass politische Statements mit ECHTEM Namen von echten Menschen gemacht werden sollten. Politik gehört in die Öffentlichkeit - und wer etwas dazu zu sagen hat, sollte sich nicht hinter einem Nickname verbergen.

Aber da wir schon einmal dabei sind:


Nummer zwei -  Angie als nicht-mediengeile sachliche Kanzlerin

Sorry, aber da kann ich nur lachen. Wer sich ihren amerikanisierten Wahlkampf mal angeschaut hat und ihre Missachtung von Urheberrechten, damit sie einen schönen Auftrittssong behält, wird wohl kaum ernsthaft sagen, dass sie weniger mediengeil ist als Schröder. Da wird wohl ihre Fähigkeit mit ihrer Einstellung verwechselt. Der FC St. Pauli ist ja auch nicht aus lauter Bescheidenheit nie deutscher Fußballmeister geworden ...

Nummer drei - Rot/grün hat versagt als sie es zeigen konnten...

Naja, wie mans nimmt. Rot/grün hat eine miserable Lage übernommen (übrigens von schwarz/gelb) und wurde nicht erst in der zweiten Periode ständig blockiert. Man mag das legitim nennen - warum sollten CDU-Regierungen in den Ländern auch rot/grüne-Politik unterstützen - aber es war jedenfalls keine wirkliche rot/grüne Politik mehr möglich. Also ist auch das Versagen sehr relativ zu bewerten. Rot/grün hat viele Reformen versucht zu denen schwarz/gelb vorher keine Kraft mehr hatte. Nicht alles war richtig, vieles wurde handwerklich etwas ungeschickt gemacht (mal lieb formuliert...), aber es bewegte sich wenigstens mal wieder was in "diesem unserem Lande". Dass alles noch schlimmer rüberkam als es war, lag auch daran, dass man aufgrund der Gesetze in Deutschland einen weitgehend von der CDU eingesetzten Beamtenapparat hatte und dazu eine Presse, die in ihrer großen Mehrheit doch klar rechts steht und sich bemühte, aus jeder Mücke eine Elefantenherde zu machen. Zeitweise hatte ich den Eindruck, als ob die Springers sich als legitime Nachfolger der Hugenberg-Presse etablieren wollten.

An den Problemen dieses Landes versagt haben letztlich alle - aber ich denke mal, dass die beiden Großen (oder zweieinhalb Großen, wie man will *gg) sich jetzt wenigstens nicht mehr aus Taktik blockieren können und endlich die Haupthindernisse für vernünftige Politik beseitigt werden. Und das sind die grauenhafte Finanzlage (übrigens nicht nur im Bund - Länder und Kommunen sind nicht besser gestellt, da haben definitiv ALLE versagt bisher), die alles erstickt, und die viel zu oft überschneidenden Kompetenzen von Bund und Ländern, die zu Blockademöglichkeiten führen, die so nie gedacht waren.

Auf dass, wer immer in vier Jahren gewählt wird, dieser wenigstens eine eigene Linie verfolgen kann, ohne ständig den politischen Gegner als Blockierer vor sich zu haben. DANN erst kann man nämlich sehen, ob jemand mit seinen Rezepten versagt.

Nummer vier - Ministerien als Kuhandel
Stümmt, auf die Idee kann man bei einer Kanzlerin Angie leicht kommen *fg. Aber ernsthaft: In jeder Koalition überall auf der Welt ist die Postenverteilung immer eine Art Kuhhandel. Und ist es keine Koalition, "kuhhandelt" die Partei intern mit ihren Flügeln. Wo ist das Problem, dass verschiedene Gruppen auch beteiligt werden wollen? Und wenn zwei fast gleichgroß sind, warum sollten sie im entscheidenden Gremium nicht mit gleicher Zahl vertreten sein? Oder möchte jemand aus Gerechtigkeitsgründen 69 Minister, damit die CDU/CSU ein Pöstlein mehr bekommt? Wär übrigens auch ein "Kuhhandel", aber der wäre wenigstens mit 6nimmt vergleichbar...


Und was wird jetzt aus diesem unserem Lande? Keine Ahnung, aber dass eine Kanzlerin eine andere Politik macht als ein Kanzler, nur weil sie ne Frau ist, wage ich arg zu bezweifeln. Ich hoffe mal auf ein paar Strukturmaßnahmen, die Deutschland wieder reformfähig machen (siehe oben), und darauf, dass notwendige Reformen mit mehr sozialem Augenmaß gemacht werden, als man von einer CDU/FDP-Regierung hätte erwarten dürfen. Große Wunder erwarte ich keine...

Prost

Adomnan,
der sich offen dazu bekennt, dass er a) seit über 20 Jahren in der SPD ist, b) Schröder trotzdem nicht mag  und c) als SPD-Linker davon ausgeht, dass viel tiefgreifendere, aber vor allem ANDERE Reformen nötig sind, um Deutschland und diese Welt lebenswerter zu machen, als Konservative und Wirtschaftsliberale glauben..


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Never argue with a fool. People might not know the difference.
Pucky
(Ω28.2.09 22:34)

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Er hatte jedermann absolut nichts zu sagen, und das sagte er laut und deutlich.


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« Antworten #24 am: 12.10.2005, 01:10:44 »

huhu Ado
nur zwei kleine  Aspekte,
Die Oposition ist sicher nicht der Erfinder der Blockade, guck ein paar Jährchen zurück und du wirst sehen, dass die letzen 4 Jahre entschieden mehr verabschiedet, beschlossen und auf den Weg gebracht werden konnte, als in den letzen Jahren der alten Regierung, in denen so gut wie nichts mehr ging durch eine effektive Blockade der damaligen Opposition... nur so am Rande

Hugenberg -Springer
ok Beides nicht meins, aber mir wäre nicht bewusst, dass die Parteivorsitzende der CDU  einen Medienkonzern leitet und die Konservativen von radikalen Rechten überholt wurden, zumindest sind mir niergends grössere braune Flecken in diversen Sitzverteilungsgrafiken begegnet (toitoitoi).
Abgesehen davon hätte diese Presse auch nicht die eigenen Ideen ähnlich zerrissen wie die anderen *gg*.
-evtl. hab ichs auch falsch verstanden, aber wer wäre dann im Vergleich der heutige Hugenberg *grübel*
Evtl. sieht das von einem Sitzplatz links von mir anders aus, aber von  hier  vermisse ich  die Homologie, oder  auch nur die  Analogie, die den Vergleich sinnig erscheinen liesse.
Ich weis die Weimarer Republik als Experimentierlabor für deutsche Demokratie hält für fast alle Vergleiche irgendwas bereit, aber eben doch nicht für alles.
Grin
Gruss
Pucky
der erstens froh ist, dass Herr Schröder mit seinem Auftreten nicht mehr da ist, was aber nicht heisst, dass ich nu glücklich bin,... aber so ist es halt, wenn man nur die Auswahl zwischen "Mensch Ärger dich nicht" und "Mau Mau" hat obwohl man doch viel lieber nen Vinci spielen würde (um nicht  die Pest und Cholera anzuführen ;-)  )
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DIE TÜR war DER WEG! Gut. Großbuchstaben waren immer die beste Art, mit Dingen fertig zu werden, auf die man keine gute Antwort wußte. (der elektrische Mönch/D.Adams)
karpatenschreck
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« Antworten #25 am: 12.10.2005, 01:24:24 »

Zitat
War das nun Ironie Huh

Nein, Minimizer, das war nicht ironisch gemeint, denn ich bin von Stoibers Qualitäten überzeugt und weiß, daß unser Land einen solchen Mann braucht. Sicherlich hätten wir ihn auch hier in BY noch nötig, aber hier gibt es noch andere fähige Politiker, wir können also einen davon abgeben.
Zitat
... oder ist da jemand durch parteipolitische Neigungen in seiner Weltsicht so eingeschränkt, dass er Erfolge der rot-grünen Regierung gar nicht wahrzunehmen vermag?

Nein Koba, parteipolitisch bin ich nicht eingeschränkt. Wollte nur nicht zu weit ausholen, kann aber Beispiele für Fehlschläge nennen:
- Reduzierung der Arbeitslosenzahlen
- Staatsverschuldung
- EU-Stabilitätspakt
- "Riesterrente"
- Hartz IV
es gibt noch mehr davon, leider. :-(

Es gibt auch Erfolge, das ist klar. Die LKW-Maut würde ich dazu zählen, wobei Stolpe - gehört in die Reihe der Versager - sich und unser Land damit ziemlich lächerlich gemacht hat. Der Schritt war aber überfällig. Sollte jetzt eine PKW-Maut kommen, dann sehe ich das gelassen, in den meisten Nachbarländern muß ich auch zahlen wenn ich die dortigen Autobahnen benutzen will.

Ich bin übrigens nicht in der CSU und auch nicht in der CDU, das sei nur am Rande gesagt und kann daher mit gutem Gewissen meinen politischen Standpunkt jederzeit revidieren. Ich klammere mich nicht aus Tradition oder falsch verstandener Treue an eine Partei und kann es mir leisten, die Partei zu wählen die mir zu dem jeweiligen Zeitpunkt das beste Programm bietet.

Ansonsten gebe ich Adomnan recht, es soll hier keiner beschädigt werden. Für politische Diskussionen gibt es Foren genug,
das denkt auch
der
karpatenschreck.
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Schöne Grüße vom karpatenschreck
Taubenus
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Keine Angst, der ist ganz harmlos. Der will nur spielen ...


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« Antworten #26 am: 12.10.2005, 02:08:46 »

"Wer keine Steine in der Tasche hat, ist der Loser - und geht jämmerlich baden."

Wenn man das in der Politik sagt, fallen sie alle über einen her und man wird bei der nächsten Wahl abgestraft.
Sagt man das in der BSW, heißt es: "Ja, ist schon klar, Pedro - eben wie im richtigen Leben."

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« Antworten #27 am: 12.10.2005, 03:02:51 »

Zitat
ein bekannter Nick darf alles schreiben. Als ich vor ein paar Monaten ähnliches schrieb, wurde ich von allen Seiten angefeindet. Nun ist das von Dir, als bekanntem Nick, bestätigt worden. Ich danke dir!
Wir Deutschen sind halt obrigkeitshörig. Das finde ich schade! :-(


Bei manchen ist das auch berechtigt :-)  (Nicht persönlich nehmen, kann mich an "damals" nur noch schwach erinnern ;-))

Hab übrigens nichts gegen den Thread, wer mit Politik nix am Hut hat, soll ihn halt einfach nicht lesen (hm, was mach ich eigentlich hier  *fg*)

Worauf ich sehr gespannt bin, ist, wie Merkel sich im Kreis der "Großen", Putin und Bush schlägt. Ein Treffen solcher Art kann ich mir ja weiterhin überhaupt nicht vorstellen. Aber wer Nichts erwartet, kann nur positiv überrascht werden :-)
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Sveni
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jo

487482344
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« Antworten #28 am: 12.10.2005, 16:04:35 »

moin,
ich möchte auf die Vorredner garnicht eingehen. Ihr habt hoffentlich alle eure eigene Meinung und die könnt ihr auch gern behalten. Wink

Wirklich erschreckend ist für mich wie ein gesichtloses Etwas mit neoliberalen Parolen im Zeitalter der globalen Verknüpfungen 10% der Wahlstimmen bekommen kann. Freiheitsrechte zu haben und sie durchsetzen zu können, sind immer zwei Seiten einer Medaille. Mir fehlt dort einfach jegliches Verständnis.
Es ist doch im Grunde vollkommen egal wer oder wie oder was Kanzler wird. Im einer großen Koalition mit nahezu gleichgroßen Partnern wird die Richtlinienkompetenz im Koalitionsvertrag dermaßen eingeschränkt sein, dass für eigene politische Konzepte kein Raum bleibt. Man kann ja sogar den Stil des Herrn Schröder mögen, für eine große Koalition ist er nicht geeignet. Die wirkliche Opposition wird es in den eigenen Reihen geben. Schröder hat die SPD-Linke nicht hinter sich und neigt eher zum Machtwort, als zu Verhandlungen. Wie Kohls Mädchen es aber geschafft hat sich gegen die Schäubles, Kochs und Rüttgers innerhalb der CDU zu beweisen, ist in einer großen Koalition schon brauchbarer. Als problematisch sehe ich hier die in der öffentlich nicht vorhandene Opposition. Ein Westerwelle kann keifen was er will, die Grünen müssen sich neu aufstellen und den Linken will man nicht zuhören. Die innerparteiliche Opposition wird bis auf ein paar Quertreiber ruhig gestellt und die Bürger bekommen von vielen Sachen einfach nichts mit. Das ist wohl auch das was viele wollen "just Boardgames"; wäre der Slogan nicht gefallen müsste es wohl "just Klingeltöne" heissen!
Noch ein paar Worte zur alten Regierung. Es wurde Reformen auf den Weg bebracht die von allen Seiten heftigst kritisiert wurden. Arbeitgeberverbände wie Gewerkschaften, die Opposition wie die eigene Partei haben sich auf verschiedenstens Feldern beschwert. Nur im Grundsatz, dass diese Reformen wichtig, nötig und überfällig sind war man sich einig. In meinen Augen sind Reformen nur dann gut, wenn sich alle drüber beschweren! Ein Umstand den ich von der neuen Regierung auch erwarte. Wenn es nicht schmerzt haben sie versagt.
Wenn dann alles völlig daneben läuft, feixe ich mir einen und sage: "Selbst schuld, ich habe die nicht gewählt!" Grin

Ich freue mich auf 2 Jahre satirische Hochkultur. Cheesy

Gruß Sveni.
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Dunkelzahn
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« Antworten #29 am: 12.10.2005, 23:43:14 »

Die hat doch in der momentanen Situation, dh. wenn die große Koalition zustande kommt, eh nicht die Macht, die normal ein Kanzler hat.
Da sind sich die meisten Experten einig, dass sie eher sowas wie den Moderator spielt.

Dunkelzahn sagt GROSSE Koalition -- verzweifelt?
Grin

Und wehe, ihr schupft mir die Merkel!  Embarrassed Grin
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"Und eins sollten wir nicht vergessen. Das dürfen wir nie vergessen, Dude: Der Besitz von wilden Tieren, amphibischen Nagetieren... die Haltung als Haustiere... ist in dieser Stadt... total illegal!"
- Walter Sobchak
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