Moinsen,
hier mal wieder ein Wochenbericht, nachdem ich letzte Woche keine Lust hatte. Biwak war angesagt.
Also beginne ich erst am Dienstag, der Montag war uninteressant.
Dienstag Morgen, 0500 aufstehen, 0600 Waffenempfang, 0700 ab ins Gelände. Zelte(naja, Stoffdinger mit Stange passt besser) aufbauen, Stellungen graben, Feuerloch(in Fachkreisen Grubenfeuer genannt) buddeln, Wege zu den Stellungen entknacken.
Irgendwie war der Dienstag ziemlich öde, nur 4 Schuss mit meiner Betsy abgefeuert...
Interessanter wurds dann ab Mitternacht, endlich Dienstschluss, 00:00 Uhr, Dienstantritt: 00:00:01 Uhr, erstmal ab in die Falle, bisserl schlafen. 0130 werde ich geweckt, Wache im Alarmposten schieben. Ich hätte selber vorgehen sollen, mein Kamerad hat falsch geführt. 0200 endlich liegen wir im Alarmposten. Gerolstein 7 Grad, Regen, die Frisur hält. 0300 Ablösung im Alarmposten, zurück zum Platz der Gruppe, Feuerwache schieben, endlich wieder rauchen. 0400 Ablösung Feuerwache, *gähn Zeit fürs Bett, öhm die Isomatte(der Boden ist weicher), schade aber auch, entfällt wegen ist nicht. 0500 aufstehen... wie aufstehen? ich hab noch gar nicht geschlafen... (abgesehen von der Stunde im Alarmposten *gg) Mittwoch vormittag: Hab ich vergessen, irgendwie ABC Alarm, Sturm Abwehr schießen oder so *g Ab Mittag, wieder Wache im Alarmposten. 1300 lieg ich wieder drinnen, Gerolstein 12 Grad, Regen, das Haar sitzt. Doch was ist das? Hmmm, mein Leutnant mit umgedrehter Feldbluse... erster Feindkontakt. Schicke Melder zum Platz der Gruppe los. Nehme den Leutnant ins Visier, noch habe ich keine Schusserlaubnis, muss ja auf den Rest der Gruppe warten. Mein Leutnant starrt mich an, selber Schuld, will mit seiner niedlichen MP auf mich schießen... Ätsch, entfällt wegen is nich, Feuerstoß in seine Richtung, ich war schneller, er zieht den Kopf ein und frisst Dreck *g doch wo bleibt der Rest meiner Gruppe, mittlerweile stehe ich alleine 4 Feinden gegenüber. Aber wofür hat man 120 Schuss fürs MG? Kontrollierte Feuerstöße, ich pumpe Blei in die Heide, der Feind kann nur liegen bleiben und den Schwanz einziehen. Endlich bezieht der Rest der Gruppe seine Stellungen, gemeinsam schlagen wir den Feind vernichtend.
Mittwoch Nachmittag, Lehre Lichtatarnung oder so *gähn jetzt mal ein kühles Bier *seufz
Danach, leben im Felde, bedeutet nichts anderes als, 2 Kameraden immer im Alarmposten, 2 Feuer und Funkwache, der Rest wartet darauf rumballern zu dürfen. 2100, wieder gehts für mich in den Alarmposten, Gerolstein 10 Grad, strömender Regen, gut das meine Frisur pflegeleicht ist. 2200 Ablösung und beginn Feuerwache. 2300 Zeit fürs Bett, auf Befehl, man, so klar das wir direkt wieder geweckt werden wegen Alarm, die Ausbilder meinen auch wir sind dämlich. 2315 ich steh immer noch am Feuer, Zeit lassen ist alles *g 2320 ALARM, alle Mann in die Stellungen "Auf ihr Höllenhunde, wollt ihr denn ewig leben?" Alle man klar zum Gefecht. Feuer frei, der Feind ist unsterblich und lässt sich nicht zurücktreiben, wir liegen unter Mörserbeschuss und eine Stellung fällt, ausweichen (Rückzug gibbet nicht), Munitionsausgleich, von 90 Schuss, hab ich nur noch 5, ich lasse mir ein volles Magazin reichen. Von der 2ten Gruppe bekommen wir Sperrfeuer und laufen wieder in unsere Stellung, ka wie lange das Gefecht gedauert hat, aber irgendwann waren wir wieder am Platz der Gruppe, ich muss gestehen, so bei Nacht, auch wenn man weiß das dies alle nur Übungsmun, Übungsgranaten etc sind, mein Adrenalinspiegel ist ganz schön in die Höhe geschossen. Männer war das Geil? Ja, das war Geil!
Mittlerweile ist es Donnerstag, nochmal kurz schlafen legen, bevors wieder los geht. 0300 ab in den Alarmposten, weiter schnarchen, 0400 Feuerwache 0500 Feuerwache beendet und aufstehen... so langsam merk ich mein Alter, aber was tut man nicht alles fürs Vaterland.
0700 Munitionsbestand auffüllen, jeder erhält weitere 90 Schuss, warten auf den Feind. ALARM, ab in die Stellungen, der Feind konzentriert sich auf die Linke Flanke unseres Zuges, wir haben nichts zu tun. Doch was kommt da, man sind die schnell und tief geduckt... scheiße, zwei Wildschweine preschen im vollem Tempo auf unsere Stellungen zu... und schießen einen knappen Meter an der Stellung von 2 Kamerade vorbei.
Endlich taucht auch der richtige Feind auf, innerhalb von 10 Minuten geht mein Munitionsvorrat zur Neige, Munausgleich mit meinem Kamerade, der Feind rückt massiv vor, ausweichen unter MG Deckungsfeuer. Wieder aufmunitionieren am Platz der Gruppe und unter Deckungsfeuer zurück in die Stellungen. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit und dem Einsatz von Mörsern und Handgranaten(ernsthaft, die knallen auch ziemlich laut *g) gelingt es dem Feind nicht uns zu überennen und reibt sich an unseren Stellungen auf.
Donnerstag Mittag, zugraben der Stellungen, Zeltabbau, Munhülsen einsammeln(krass wieviel schuss in eine Stellung passen *gg) etc und Rückmarsch in die Kaserne.
3 Tage Biwak und es war doch zu kurz, das war ein Riesenspass. 240 Schuss für meine Betsie(G36) 120 Schuss fürs MG abgefeuert. Meinen Leutnant umgemäht... Supergeil.
Und wenn mir nochmal jemand erzählt wie hart so ein Biwak sein soll... geh Heulen, du Memme
lg
Oberhöllenhund Schmiedi