Insbesondere ist nicht jedes Gesetz zeitgemäß, wie wir weiter oben festgestellt haben. Je mehr solcher Fälle aufkommen, desto mehr wird man sich an den Gerichten Gedanken dazu machen, dass Dinge, wie "wenn ich in gutem Glauben in die Einmündung einfahre, diese wieder verlassen zu haben bevor der Querverkehr grün bekommt, handele ich nicht ordnungswidrig" einfach nicht sein dürfen. In
wessen gutem Glauben? Im Glauben vieler Autofahrer ist auch, dass sie allein auf der Straße seien und alles nach ihrem guten Glauben entscheiden dürfen!

Der letzte Satz ist leider sehr wahr, aber das betrifft in Deutschland nicht nur das Autofahren.
ABER: Bist du noch nie an der Ampel einer großen Kreuzung (um die gehts ja vornehmlich) als z.B. 5. losgefahren, die auf der anderen Seite zunächst auch, aber plötzlich stauts da, drei vor dir haben noch Platz, aber dich erwischts. Das ist nicht immer vorhersehbar. Du kannst natürlich warten, bis die vier vor dir die andere Seite erreicht haben, bevor du die Ampel verlässt - dann nimm aber besser Ohrenschützer wegen des Hupkonzerts

Soll heißen, es muss durchaus eine Regelung geben, die nicht absolut jedes Einfahren in den Kreuzungsbereich ahndet, wenn nicht ganz sicher ist, dass die andere Seite auch genug Platz macht. Das würde ich sinnvollerweise unter "im guten Glauben" verstehen....
Andererseits ist das nicht zügig aufschliessen bzw. losfahren an Ampeln auch eine Unsitte, die in D viel auffälliger ist, als in anderen Ländern. Hier fährt gerne jeder so nach seinem eigenen Gemütlichkeitsfaktor, mancher auch in der Hoffnung, wenn er lang genug auf die Ampel zuschleicht, wirds grün und er kann durchstarten (als wenns dafür Bonuspunkte gäbe). Oft vermutet man sehr hohes Verkehrsaufkommen, aber wenns dann Grün ist, sinds nur ein paar Wenige gewesen *gg* (das macht auch Staus).
Was mich aber immer wieder heftig nervt, ist falsche "Weitsicht". Beispiel: Lange Allee, ca. 1 km, zweispurig Einbahn, 10 Querstraßen links und rechts. Eines Tages kleine Baustelle in der rechten Spur, zwischen der 8. und 9. Querstraße, vielleicht 20 m lang. Am ersten Tag stauts ein bischen, weil der Reißverschluß bekannterweisen nie lange klappt. Am zweiten Tag wissen alle Bescheid und ordnen sich "vorausschauend" in der linken Spur ein. Und zwar schon vor ersten Querstraße, die gähnend leere rechte Spur wird nur noch von einzelnen benutzt, die irgendwann rechts abbiegen wollen.
Ergebnis: die Baustelle hätte auch gerne 800 m lang sein können, das wäre fast kein Unterschied. Bei so ner riesigen Baustelle ist ja klar, dass es Rückstau in die Autobahnabfahrt oder gar AB geben muss.
(Und dann verhalte dich mal vernünftig, also nonkonformistisch, und fahre die rechte Spur bis kurz vors Hindernis und hoffe auf den vielbesungenen Reißverschluß, weil du denkst, wenn die Hälfte der links stehenden das auch machen würden, könnte man vielleicht sogar den Rückstau verhindern. Wenn du Pech hast, hat dich einer erkannt und du darfst dich beim Brötchenholen im vollen Laden als unsozialer Egoist verteidigen.)
Ich will den "Siebten Sinn" wiederhaben - da wurden solche Themen aufgegriffen.
LG Turi