Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Übersicht Hilfe Suche Einloggen Registrieren

+  BrettspielWelt
|-+  Community
| |-+  Allgemeiner Chat (Moderatoren: campino, Peace)
| | |-+  PROST
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: PROST  (Gelesen 674 mal)
FTA
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 9387


Es lebe die Zensur. Willkommen in der Steinzeit.


Profil anzeigen WWW
« am: 31.12.2006, 14:08:07 »

Das hier, das ist der Herr Müller.

Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im
Süden.
Der Herr Müller ist ein Unternehmer und
das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher
alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt ward. Der Herr Müller stellt
nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Na ja, eigentlich
stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und
sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen
könnt. Die
Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr
Bohlen dafür Werbung gemacht hat.

Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt
mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist
ganz im Osten.
Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu
viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber
der
Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz arm
sind
und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken
mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie
genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post
gebracht
und abgeschickt. Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und
die
Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen
Euro geschickt. 70  Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also
ganz
viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt.

Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte
hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn
es gibt
ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte. Na ja, eigentlich hat er das
schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen
Union haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis.
Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. Ist ja nicht ihr Geld, sondern
eures.
Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist ziemlich
weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon
seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er
jetzt
die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik
in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175
Menschen
haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon
gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als
er
abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen. Wenn ihr jetzt die 70
Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen,
dann
wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden
vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat. Da lacht er,
der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er
ganz
traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass
es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller. Sicher kennt
ihr
die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die
schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit
einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen,
nicht
mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann
und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber
dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das
wissen wir alle.

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr
Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muss ich euch
sagen, dass man so etwas einfach nicht tut. Wenn ihr aber das nächste Mal im
Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im
Regal
stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut,
sind
meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt,
für den der Begriff *soziale Verantwortung* noch eine Bedeutung hat.

Ach übrigens, da fällt mir ja ein, der Herr Müller will auch Erbschaftsteuer
sparen und hat daher beschlossen, seinen Wohnsitz nach Österreich zu
verlegen.

Wenn Ihr der gleichen Meinung seid, schickt diese Mail doch ein wenig durch
die Republik, damit alle Leute sehen, wo ihr mühsam erarbeiteten
Steuergroschen bleiben. Und eines sollte uns einigen: Nichts mehr von
Müller-Milch auf
den Tisch!
_______________________________________________________________


Gespeichert

                                                                                                                           
yzemaze
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5896


Schnellspieler, fies, frech, infam...

136825382 yzemaze
Profil anzeigen WWW
« Antworten #1 am: 31.12.2006, 14:45:53 »

da war doch was...
Gespeichert



knowledge  is just opinion that you trust enough to act upon - Orson Scott Card
Kartoffel
BSW-Admin
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2853


Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.


Profil anzeigen
« Antworten #2 am: 01.01.2007, 12:50:22 »

@yze: Wer liest schon Heaven&Hell-Forum?  Tongue

Danke für das posting. Solche Dinge kann man gar nicht weit genug verbreiten, finde ich.
Gespeichert

funnyy
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1392


Sticheln lernen kannst du hier /channel Sticheln-LM-funnyy.


Profil anzeigen
« Antworten #3 am: 01.01.2007, 13:43:49 »

Schmeckt auch nicht unbedingt soooo lecker. Also ich hab in der Arbeit gesagt der billige Michreis schmeckt bei weitem besser, was müssen sie den Müller nehmen *ihgitt* Also von daher kommt mir eh kein Müller auf den Tisch *))

funnyy

PS: Es fällt auch gar nicht mehr auf wenn deutsche Fimen bei uns expandieren, kommen immer mehr. Hilfee wir werden deutsch *lach*

Gespeichert
Kartoffel
BSW-Admin
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2853


Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.


Profil anzeigen
« Antworten #4 am: 03.01.2007, 15:09:35 »

Hier ist auch ein schöner Fernsehbericht dazu.
Gespeichert

Maverick
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 932


Kuckuckskauz aus NoH | Nicht oft da, aber das schon lange. ;-)


Profil anzeigen WWW
« Antworten #5 am: 08.01.2007, 16:22:57 »

Guggi,

ja zum Heulen ist das.
Wär nur schön, wenn Müller das in der Umsätzen spüren würde.
Aber das ist ja nur die eine Seite....


Grüßchen
Maverick Cool
Gespeichert

Wer etwas wichtiges vorhat,
sollte keine langen Reden halten,
 sondern nach ein paar Worten zur Sache kommen.
 Sagoyewatha, Red Jacket (Seneca)
Polli
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 706



Profil anzeigen
« Antworten #6 am: 10.01.2007, 16:05:34 »

Man könnte die Geschichte von dem Herr Müller auch anders erzählen. Z.B. so:

Das hier ist Herr Müller.
Herr Müller ist Unternehmer. Er hat eine Milchfabrik. Diese ist schon sehr alt und deswegen nicht mehr so modern. Verdient hat Herr Müller an der Fabrik schon lange nix mehr. Da Herr Müller nun mal Unternehmer ist wollte er was unternehmen.

Eine neue, moderne Fabrik muß her. Da wo die alte Fabrik stand ging das aber nicht. Wenn er eh umziehen muß überlegte sich Herr Müller ins Ausland zu gehen. Denn dort ist es viel günstiger zu produzieren.
Nun wurde der Staat hellhörig. Soviele Arbeitsplätze sollten verschwinden? Das ging nun gar nicht.
Also unterbreitete das Land Sachsen dem Unternehmer Müller ein Angebot: Er sollte seine neue Fabrik doch in Sachsen bauen.
Da es aber nur wenige Kilometer weiter viel günstiger für Herrn Müller wäre mußten sie einen Anreiz schaffen: 70 Mio €.
Dies überzeugte Herr Müller. Er baute die Fabrik und schuf 158 Arbeitsplätze. Warum das nicht gleich in Niedersachsen machbar war? Gute Frage! Stellt sie mal den Politikern.

So wurden nun also 158 Arbeitsplätze gesichert. An einem anderen Ort, aber noch in Deutschland.
Und da die neue Fabrik modern ist verdient Herr Müller damit wieder Geld. Und er zahlt dafür Steuern. Und die 158 Angestellte müßen ja auch alle Steuern zahlen. Sowie Sozialabgaben. Der Staat bzw. die Sozialkassen profitieren also von der neuen Fabrik. Ganz zu schweigen von den 158 Angestellten, die sonst keinen Job hätten.

Jeder Mensch muß mal sterben. Auch Herr Müller irgendwann. Und da er seinen Erben das hinterlasen will, was er in seinem Leben aufgebaut hat, versucht er die Erbschaftssteuer zu umgehen. Nebenbei: nicht er spart sie, sondern die Erben ;-)
Denn alles was Herr Müller sich erarbeitet hat wurde schon versteuert. Teilweise mehrfach. Warum also nochmal versteuern wenn er stirbt?
Und da bei einem gut gehenden Unternehmen die Erbschaftsteuern seeeeehr hoch sein können passiert es manchmal, das gutgehende Firmen wegen dieser Steuer schließen müßen. Klinkt komisch, ist aber so. Auch mehrfach schon vorgekommen.
Um dies zu verhindern zog also unser Herr Müller in ein schönes Nachbarland, wo es diese komische Steuer nicht gibt.

Ende

Welche der Geschichten wahr ist? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.


In diesem Sinne
Polli
Gespeichert
Sir_Alex
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 2170


Ein Junger Sir... Nach Art des Hauses. :-)


Profil anzeigen
« Antworten #7 am: 11.01.2007, 00:27:50 »

Daumen hoch Polli.  gelesen

edit:
"Solche Dinge kann man gar nicht weit genug verbreiten, finde ich."
Gespeichert

Plueschi...
Ronin
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 2684


Wiki Fan und Aphoristiker


Profil anzeigen WWW
« Antworten #8 am: 11.01.2007, 09:00:24 »

Aber bei Pollis Ausführungen fehlt das bei der Schliessung des alten Werkes, bei dem 175 Arbeitsplätze wegfallen ergo 17 AP weniger für 70 Mio macht ca. 4 Mio pro weggefallenem AP. Superleistung der Politiker.

Obwohl, die wollte er ja sowieso schliessen Roll Eyes

Und bei den der Höhe der Lohnkosten für neue Mitarbeiter zu Langlährigen brauchen wir garnicht weiter nachzudenken.

Ronin Cool
Gespeichert

[img width= height=]http://www.ehq.de/picture_library/sig.gif[/img]
sandokan
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1404


Schlaf ist ein armseliger Ersatz für Kaffee.


Profil anzeigen
« Antworten #9 am: 11.01.2007, 12:32:39 »

Also Müller direkt den Vorwurf zu machen find ich ein wenig zu einfach. Die Subventionen sind der eigentlich Irrsinn meiner Meinung nach, Müller zeigte im Endeffekt nur wie irrsinnig sie sind.

Möglichkeiten:
a) Alles bleibt beim alten
b) 70 Mio € für den Neubau, billigere Arbeitskräfte da sie nicht so lang beschäftigt sind.

Welcher Unternehmer würde anders entscheiden?

Was man auch wiederum allen Deutschen vorwerfen kann ist, dass ein Produkt wie zB Milch aus dem Osten in den Westen gebracht wird.

Bei uns im Norden kannste teilweise Milch von Weihenstephan kaufen, evtl. in Bayern irgendwo Nordmilch. Bei einem so austauschbaren Produkt wie Milch ist es der grösste Schwachsinn. Einfach nur was da an Frachtkosten usw. zukommt, von der Umweltverschmutzung durch den Transport ganz zu schweigen.

Darum wird sich für mich/uns nichts ändern. Früher kam kein Müller auf den Tisch und heute auch nicht. Butter/Milch/Joghurt kommt bei mir weiterhin von Nordmilch.
Gespeichert
Polli
Zaubermeister
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 706



Profil anzeigen
« Antworten #10 am: 11.01.2007, 13:34:05 »

@Ronin
Das ist halt die Frage (bzw. Sichtweise) um die es geht: Hat er 70. Mio bekommen für den Abbau von 17 Arbeitsplätzen oder für den Erhalt von 158 Arbeitsplätzen? Genau weiß es wahrscheinlich niemand ausser Herrn Müller.


Nebenbei: Jeden Kumpel im Steinkohlebergwerken subvenioniert der Staat seit den 60er Jahren mit bis zu 60 000 € pro Jahr. Und das seit über 40 Jahren....Dagegen sind die bei Müller "erhaltenen" Arbeitsplätze ein richtiges Schnäppchen ;-)

Polli,
der generell gegen Subventionen (auch bei Müller) ist.
Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
« vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.15 | SMF © 2006-2009, Simple Machines
SMFAds for Free Forums
Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS