Notre Dame kommt morgen neu in die BSW!
Hoffentlich wird es dann auch bald in CAMELOT spielbar sein!
Notre Dame - Macht und Machenschaften im Schatten der Kathedrale Paris im ausgehenden 14.Jahrhundert. Im Schatten der berühmten Kathedrale Notre Dame wetteifern zwei bis fünf einflussreiche Bürger um Ansehen und Wohlstand. Dazu spielen sie Konkurrenten ungeliebte Karten zu, bestechen frommes Kirchenpersonal ebenso wie Stadtwache oder Bürgermeister. Doch bei all ihren Machenschaften müssen die Spieler stets die Rattenplage im Auge behalten. Denn wer vor lauter Gier die Gesundheit seines Viertels zu sehr vernachlässigt, verliert möglicherweise sein gesamtes Hab und Gut...
Autor: Stefan Feld
Illustration: Harald Lieske
2 - 5 Spieler ab 10 Jahren
Dauer: ca. 75 Minuten
Anspruch: 4 von 10
Inhalt: 8 Spielplanteile, 60 Spielkarten, 5 Kutschen, 5 Spielfiguren, 25 Münzen, 1 Glöckner, 70 Einflusssteine, 80 Prestigepunkte-Plättchen, 5 Rattensteine, 1 vierfarbige Spielregel (10 Seiten)

Alea hat wieder zugeschlagen. Nach der Präsentation des Prototypen auf den internationalen Spieletagen in Essen 2006 wird Notre Dame nun endlich auch in der BSW spielbar sein.
Hat sich das Warten gelohnt? Wenn es um erfahrene Spieler geht,
die dieses Spiel bereits kennen, dann gibt es nur eine kurze Antwort: Ja!
Hier ein Spielbericht, der kurz nach der Spielemesse entstand:Alea vergibt für Notre Dame einen Schwierigekeitsgrad 4 von 10. Damit sollte man denken, daß es zu den einfacheren Spielen zählt. Aber weit gefehlt. Das einzig einfache sind die Regeln - und das vermutet man beim ersten Lesen gar nicht. Da gibt es 9 verschiedenen Aktionskarten noch einmal 15 verschiedene Personenkarten. Wer soll sich das alles merken? Wir haben es dann so gespielt, daß alle Aktionskarten erklärt wurden und die Personenkarten jeweils dann, wenn sie ins Spiel kamen. Hat sich wirklich bewährt. Relativ schnell konnte die Anleitung in der Box verschwinden, da auch die kleinen Unterstützungsbilder auf den Karten eine gute Hilfe darstellten.
So konnten wir nach rd. 15 Minuten gemeinsames Regellesen loslegen und spielten von Anfang flüssig, aber nicht fehlerfrei.
Das Spiel wirkt durchdacht, die Mechanismen greifen ineinander und irgendwie kämpft man bei Geld oder Einflußsteinen immer mit dem Mangel. Zusätzlich nervt einen diese häßliche von Ratten verursachte Seuche, die einem immer einen Einflußstein aus einem Gebiet und zwei Prestigepunkte kostet. Kein Wunder bei den Temperaturen im sommerlichen Paris. Ist man einmal an seinem Seuchenlimit von 9″, kommt man da nicht wirklich wieder runter und kämpft ab dann jede Runde gegen die kleinen Nager.
Zum Spielablauf Kurz gesagt versucht man bei Notre Dame mithilfe von Aktionskarten eigene Einflußsteine in seinem von den anderen Spielfeldern abgegrenzten Spielfeld so sinnvoll zu platzieren, daß man über neue Einflußsteine und Geld so flexibel bleibt, daß man die Prestigepunkteausbeutung optimieren kann. Gespielt wird 3 x 3 Runden mit jeweils 5 Phasen:
Phase 1: Personenkarten auslegen
Phase 2: Aktionskarten auswählen
Phase 3: Aktionskarte ausspielen
Phase 4: Personen bestechen
Phase 5: Seuchenwert ermitteln
Zu Beginn dachten wir, daß das Ziehen der Aktionskarten ein sehr großer Glücksfaktor sein wird. Doch weit gefehlt. Man zieht drei seiner neun Aktionskarten. Schiebt zwei ausgewählte davon an den linken Nachbarn und erhält im Gegenzug zwei vom rechten Nachbarn und schiebt von den zwei neu erhaltenen Karten wieder eine an den linken Nachbarn - und erhält dafür wieder eine vom rechten Nachbar. Am Ende sind also 3 + 2 + 1 = 6 Karten aus 9 möglichen durch die eigene Hand gewandert. Davon können einige doppelt sein, aber so what - wir hatten nie das Gefühl nichts machen zu können. Schwieriger war es da schon immer genügend Einflußsteine und Geld zu haben. Eigentlich hatte jeder von uns mindestens eine Runde, in der wir keine Einflußsteine legen konnten. Glücklicherweise darf man ja dann einen bereits auf einem der Felder oder Notre Dame befindlichen Stein umsetzen. Und jeder wurde auch mal von der Seuche heimgesucht.
Insgesamt erlaubt Notre Dame eine Vielzahl von Taktiken, so daß eigentlich jede Partie das Potential hat, anders zu verlaufen. Ob man mit einer einseitigen Taktik (z.B. nur auf Kutsche spielen,
) erfolgreich sein kann möchte ich mal stark bezweifeln. Sollte ich mich da irren, bitte ich um entsprechendes Feedback. Vielmehr muß man auf mehrere Pferde setzen und sich in den ersten Runden eine vernünftige Basis aufbauen (ähnlich wie bei Säulen der Erde, Caylus, Sankt Petersburg,
).
Uns hat Notre Dame sehr viel Spaß gemacht und obwohl ich verloren habe (ja ich weiß: wie immer) würde ich es jederzeit wieder gerne spielen. Das Feedback zu dem Spiel war einstimmig, was bei uns nicht oft der Fall ist. Trotz geringer Interaktion zwischen den Spielern fühlt man sich nicht als Alleinoptimierer. Das Kartenschieben und Kutsche bewegen können irgendwie davon ablenken.
Notre Dame sollte man unbedingt mal anspielen - auch als Wenigspieler. Es schlägt mit seinen einfachen Regeln und doch großen Freiheitsgraden in der Taktikwahl einen schönen Bogen vom Wenigspieler zum Vielspieler. Das Thema ist auch gut gewählt und spricht denke ich die breite Masse an. Die Grafik des Spiels ist schön, aber nicht spektakulär. Sie erfüllt aber ihren Zweck und die seltsam geformten Spielplanteile sind auch mal eine nette Idee - ermöglichen sie doch den variablen Spielaufbau bei unterschiedlicher Spieleranzahl.
Dir könnte das Spiel gefallen, wenn Du
- anspruchsvolle Spiele mit einfachen Regeln magst
- gemischte Spielergruppen begeistern möchtest
- gerne verschiedene Taktiken ausprobierst
Bewertung Spielregel 9/10
Spielmaterial 8/10
Interaktion 6/10
Einfluß 8/10
Spielreiz 8/10

Anleitung für das Original Brettspiel:
http://home.arcor.de/truk2keras9/NotreDame.pdf

Spielanleitung für die Brettspielwelt:
http://www.brettspielwelt.de/Hilfe/Anleitungen/NotreDame/