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| | | |-+  Neue Spiele in der BSW - Teil 5: "Imperial"
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Autor Thema: Neue Spiele in der BSW - Teil 5: "Imperial"  (Gelesen 138 mal)
Andy2k5
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Wer spielt, kann verlieren... - Aber wer nicht spielt, hat schon vorher verloren!


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« am: 08.07.2007, 16:08:55 »

Imperial kommt heute neu in die BSW!
Hoffentlich wird es dann auch bald in CAMELOT spielbar sein!




Imperial: Zwei Millionen auf Italien.
Europa im Zeitalter des Imperialismus!
 
 
Internationale Investoren versuchen, in Europa den größten Einfluss zu erwerben. Mit ihren Krediten kontrollieren sie die Politik der sechs europäischen Großmächte in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die Großmächte errichten Fabriken, bauen Flotten und stellen Armeen auf. Sie expandieren, führen Kriege und nehmen Steuern ein, um ihren Investoren Zinsen zu zahlen.

Jeder Spieler repräsentiert einen internationalen Investor und kontrolliert zu Beginn mindestens eine Großmacht. Durch neue Kredite kann die Kontrolle über Staaten wechseln. Dabei ändert sich auch die Anzahl der Großmächte, die ein Investor kontrolliert. Dieser Wechsel im europäischen Kräftegleichgewicht führt ständig zu neuen Spielsituationen, strategischen Allianzen und Konflikten.



Imperial ist ein abwechslungsreiches Strategiespiel ohne Würfel- oder Kartenglück, wie schon das Vorgänger-Spiel von Mac Gerdts "Antike", von dem auch das Rondell mit den Aktionsmöglichkeiten übernommen worden ist (keine Angst, sonst ist das Spiel anders). Das Spiel ist wieder reichhaltig ausgestattet und es liegt wie bei Antike ein Almanach über die sechs Großmächte bei.
 
Autor:  Mac Gerdts
Brettspiel für:  2 - 6 Spieler 
Alter ab 12 Jahren 
Spieldauer: ca. 120 - 180 min. 
 


Der Autor über sein Spiel Imperial

Mac, mit Imperial hat der Verlag ein Schwesterspiel von deinem Spiel Antike angekündigt. Wie sehr ist es Schwester?
"Imperial ist wie Antike ein Strategiespiel mit historischer Thematik. Zur Steuerung der Spielzüge wird ebenfalls ein Aktions-Rondell verwendet, und auch Würfel- oder Kartenglück gibt es bei Imperial nicht. Ansonsten überwiegen jedoch die Unterschiede, denn bei Imperial spielen die Spieler für mehrere, sich manchmal abwechselnde Großmächte. Es gibt auch keine perfekte Information, da die Spieler ihr Kapital geheim halten dürfen. Das kann bei der Endabrechnung durchaus zu Überraschungen führen."

Um was genau geht es bei Imperial?
"Imperial spielt in Europa vor dem ersten Weltkrieg. Die Spieler schlüpfen in die Rolle internationaler Investoren. Sie geben den sechs Großmächten Kredite, um dort Einfluss zu erwerben. Wer einem Staat am meisten Kredit gegeben hat, bestimmt jeweils dessen Politik. Die Großmächte können expandieren und gegeneinander Kriege führen. Nur die Schweiz darf nicht angegriffen werden, weil sie Sitz der Bank ist. Für den Sieg kommt es darauf an, sein Kapital erfolgreich zu vermehren und den mächtigsten europäischen Staaten Kredite zu gewähren. Natürlich wissen die Investoren zu Spielbeginn noch nicht, welche Großmächte schließlich am mächtigsten sein werden."

Welcher Mechanismus liegt dem Spiel zu Grunde? Was ist für dich der ganz besondere Clou?
"Bei vielen anderen Spielen führen die Spieler reihum jeweils einen Spielzug aus. Imperial ist da anders, denn hier ziehen die sechs Großmächte reihum, und wer mehrere Großmächte führt, darf also in einer Runde auch mehrfach ziehen. Egal wie viele Spieler bei Imperial teilnehmen, es sind immer alle sechs Großmächte im Spiel. Jede Großmacht wird zwar von dem Investor geführt, der jeweils die höchste Kreditsumme gegeben hat, aber auch die Investoren, die weniger Kredit gegeben haben, haben dadurch ein Interesse am Florieren dieses Staates. Alle Fabriken, Armeen und Flotten auf dem Spielplan gehören den sechs Großmächten, die für ihre Einnahmen und Ausgaben auch eigene Staatskassen besitzen. Alles Spielmaterial eines Staates auf dem Spielbrett ist sozusagen Gemeinschaftseigentum der Spieler, die jeweils in diesem Staat investiert haben. Wer zum Spielende Europas mächtigste Großmacht führt, hat damit noch nicht unbedingt das Spiel gewonnen!"

Wird es eine ähnliche Spieltiefe wie Antike haben?
"Obwohl die Spielregeln ähnlich kurz wie bei Antike sind, halte ich Imperial für etwas anspruchsvoller, denn Machtverschiebungen finden auf zwei Ebenen statt: Einerseits ändern sich die Machtpositionen der rivalisierenden Staaten in Europa, andererseits aber auch die Machtpositionen der rivalisierenden Investoren innerhalb eines bestimmten Staates. Alle Spieler, die bei einer Großmacht investiert haben, sind von der Machtposition dieser Großmacht unmittelbar betroffen. Neue Kredite führen immer wieder zu neuen Spielsituationen und haben Einfluss auf Allianzen und Konflikte zwischen den Großmächten. Eine gewisse Spieltiefe ist also garantiert!"

Auf was sollten Spieler in ihrer ersten Partie besonders achten? Was sollten sie unbedingt vermeiden?
"Für Anfänger ist es vielleicht ungewohnt, zwischen ihren eigenen Interessen als Investor und den Interessen der von ihnen kontrollierten Großmächte zu unterscheiden. Wer zum Beispiel Frankreich kontrolliert und dessen europäische Machtposition verbessert, sollte wissen, dass er damit auch allen anderen Spielern nützt, die ebenfalls in Frankreich investiert haben. Anfängern würde ich raten, sich zu Beginn nicht zu sehr mit einer Großmacht zu identifizieren und beim Investieren flexibel zu bleiben. Der Verlust einer Regierung ist kein Drama, sondern gehört zum normalen Spielablauf dazu."

Wie kam es zur erneuten Zusammenarbeit mit Eggertspiele?
"Peter Eggert, Peter Dörsam und ich sind ein eingespieltes Team. Wir wohnen alle drei im Süden Hamburgs, teilen die gleiche Spielbegeisterung, und haben bei der Veröffentlichung von Antike gemeinsam viel Spaß gehabt. Warum hätten wir es bei Imperial anders machen sollen?"


Anleitung für das Original Brettspiel:
http://www.eggertspiele.de/down/imperial/imperial_regel_d.pdf


Spielanleitung für die Brettspielwelt:
http://www.brettspielwelt.de/Hilfe/Anleitungen/Imperial/

« Letzte Änderung: 09.07.2007, 07:25:53 von Andy2k5 » Gespeichert

Andy2k5
Kanzler
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Wer spielt, kann verlieren... - Aber wer nicht spielt, hat schon vorher verloren!


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« Antworten #1 am: 08.07.2007, 16:16:40 »



Spielebericht zum Brettspiel:

Laut Mac Gerdts, Autor von "Imperial", entstand das Strategiespiel schon in den achtziger Jahren. Es hat also eine lange Geschichte hinter sich, in deren Verlauf das Spiel immer wieder modifiziert wurde - am stärksten für diese endgültige professionelle Publikation. Das merkt man in zweierlei Hinsicht:
Auf der einen Seite ist der Spielmechanismus trotz seiner Komplexität wirklich sehr gut durchdacht. Andererseits zeigen sich bei der professionellen Spielgestaltung (die ja keine 20 Jahre alt ist) kleine Mängel: Die Regionen auf dem Spielfeld sind zum Beispiel, wenn es hoch hergeht, eigentlich etwas zu eng für die Spielsteine. Im Regelheft fallen zudem einige wenige Beispiele zu Einzelregeln durch unnötig komplizierte Erklärungen auf.

Ansonsten erfreut "Imperial" aber durch seine hochwertige, gut gestaltete, durchdachte Ausstattung das Auge. Das gefaltete Spielbrett bietet zum Beispiel auf der einen Seite die deutsche auf der anderen die englische Version der Europakarte. Die übersichtliche Vierfarbspielanleitung liegt zudem in je einem Exemplar auf Englisch und Deutsch vor und wird für beide Versionen sogar noch durch ein weiteres Heft mit Hintergrundinformationen für Interessierte zu den sechs europäischen Großmächten ergänzt. Damit schafft man Spielstimmung. Karten sind auf robuster Pappe, das Geld aus kartoniertem Papier und alle Spielsteine sind aus Holz.

Den Spielmechanismus in allen Feinheiten zu beschreiben würde wegen der Komplexität zu weit führen. Um ein richtig guter Spieler zu werden, braucht man sowieso mehrere Runden als Übung. Jede Runde dauert übrigens zwei bis drei Stunden. Erst danach ist man taktisch so versiert, dass man alle Spieloptionen ausschöpfen kann. Die Alterseignungsangabe erscheint mir da mit "ca. 12 Jahren" doch etwas sehr optimistisch.

Worum geht es inhaltlich? Im Europa zur Zeit des Imperialismus versuchen internationale Investoren (die Spieler), den größten Einfluss zu erlangen. Mit ihren Krediten kontrollieren sie die Politik (Fabrik-, Werftenbau, Flottenbau, Militätaushebung, Krieg, ...) der sechs Großmächte Österreich-Ungarn, Italien, Frankreich, Großbritannien, Russland und Deutsches Reich, die ihnen für die Kredite Zinsen zahlen müssen. Zu Beginn kontrolliert jeder Spieler mindestens (das hängt von der Gesamtzahl der Mitspieler ab) eine Großmacht. Im Verlauf des Spiels können aber Machtverhältnisse schnell kippen. Neue Spielsituationen ergeben sich, beispielsweise durch Bündnisse oder Konflikte.
Das Spielziel ist die Ausdehnung der ökonomischen (Fabriken) und militärischen Macht (mit Steuerchips markierte See- und Landregionen). Dafür gibt es Machtpunkte, von denen man 25 für einen Sieg braucht.

Gut gefallen hat mir die Tatsache, dass Glück eine untergeordnete Rolle spielt - etwa wie bei Schach. Außerdem kann auch ein vermeintlich abgeschlagener Spieler schnell aufholen und vielleicht seine Konkurrenten noch überrunden. Die Dynamik des Spiel lässt das allemal zu.

Fazit:
"Imperial" überzeugt durch seinen ausgereiften Spielmechanismus, hohen Wiederspielwert durch zahlreiche taktische Varianten und bietet dazu noch einen historisch-realistischen Hintergrund. Für Freunde des Taktikspiels ist "Imperial" ein guter Griff. Der vermeintlich hohe Preis ist außerdem bei der sehr hochwertigen Ausstattung mehr als angemessen.
Gespeichert

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