Rezension Quadropolis

In Quadropolis von Asmodee bauen vier Baumeister auf ihren eigenen Plänen ihre persönliche Traumstadt. Das quietschbunte, futuristische Design lässt leicht den Eindruck aufkommen, dass es sich hier um ein Kinder- oder Spaßspiel handelt – aber weit gefehlt. Quadropolis ist ein knallhartes Strategiespiel, in dem man ohne konkreten Plan gegen pfiffige Gegner kaum eine Chance haben wird. Damit der Einstieg nicht zu schwierig wird, gibt es allerdings eine reduzierte Anfängervariante, von der man sich aus zur „Profiregel“ hochspielen kann.

Die Zugmechanik ist eigentlich ganz einfach: man wählt einen der offenausliegenden Architekten. Diese verfügen über eine Zahl zwischen 1-5. Je nach gewählter Zahl darf man von einem offenen Plan an Gebäudeplättchen entweder in der Spalte oder Zeile mit der entsprechenden Nummer das dort liegende Plättchen an sich nehmen.

Jede der im Spiel vorhandenen Plättchenarten hat allerdings eigene Wertungsarten, Bauarten und Funktionen. Meist wird der Spieler also ein ganz bestimmtes Plättchen haben wollen. Der Clou an der Sache ist, dass die zuvor verwendete Architektenzahl auch beeinflusst, wohin man das Plättchen legen darf, sodass eventuell das richtige Plättchen ausliegen könnte, man es aber nicht sinnvoll anlegen kann. Hier ist also Improvisation gefragt.

Nach einer festgelegten Anzahl Runden endet das Spiel und die Wertung beginnt. Jetzt müssen Gebäude mit Arbeitern und Energie versorgt werden – allerdings darf man von diesen auch nicht zu viel haben, sonst gibt es Punktabzüge. Pluspunkte bekommt man hingegen durch die Kombination der vielfältigen Punkteplättchen.

Interessant ist auch, dass manche Plättchen gestapelt werden können. Man hat also die Wahl zwischen dem Bau von Türmen oder sich auf dem Spielplan breit zu machen. Natürlich wird es häufig auf eine Mischung darauf hinauslaufen.

Da das Spiel sehr mathematisch entworfen ist, ergibt sich daraus naturgemäß auch einen optimalen Aufbau der eigenen Stadt – quasi eine optimale Lösung. Dies wäre eine eklatante Schwäche, wenn man diese Lösung zuverlässig reproduzieren könnte. Das ist zum Glück nicht der Fall. Schließlich konkurrieren die Spieler um die gleichen Plättchen und sind den gleichen Timing-Zwängen unterworfen. Es gewinnt der, der innerhalb seines Planes am besten improvisieren kann. Denn ohne Improvisation scheitert selbst der beste Plan mit Pauken und Trompeten.

Doch trotz aller Farbvielfalt und der hohen Interaktion sollten potenzielle Spieler sich bewusst sein, dass Quadropolis recht abstrakt ist und für Spaßspieler auch anstrengend sein kann.  Wer hingegen knallhart planen und anschließend seine Pläne immer wieder an die Gegebenheiten anpassen will, der wird mit Quadropolis sicherlich Spaß haben.

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