{"id":3033,"date":"2011-05-10T19:54:01","date_gmt":"2011-05-10T19:54:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/?p=3033"},"modified":"2014-12-10T16:24:30","modified_gmt":"2014-12-10T16:24:30","slug":"rezension-firenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/rezension-firenze\/","title":{"rendered":"Rezension Firenze"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Firenze-Verpackung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3035\" style=\"border: 0pt none; margin: 2px 10px;\" src=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Firenze-Verpackung.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"271\" \/><\/a><strong>Seit 1984 wird j\u00e4hrlich die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel ausgetragen. In der Brettspielwelt kann man sich zwar leider nur noch \u00fcber die Second Chance qualifizieren, aber trotzdem sind viele Mannschaften und Spieler aus der Brettspielwelt im Finale in Herne vertreten. Auch wenn derzeit keines der vier Finalspiele in der BSW spielbar ist, versuchen wir die vier Spiele im Rahmen des Brettspielwelt-Magazins rechtzeitig vor dem Finale vorzustellen. Wie schon in den letzten Jahren wurden gezielt neue Spiele ausgesucht, so dass man im Finale nicht auf Gegner sto\u00dfen kann, die dieses Spiel schon seit zehn Jahren aus dem FF beherrschen.<\/strong><\/p>\n<p>Den Test-Marathon beginnen wir mit Firenze aus dem Hause Pegasus.<\/p>\n<p>In Firenze (dem italienischen Namen von Florenz) ringen die 2-4 Spieler im Mittelalter um Prestige(punkte) und Sieg. Mittel zum Zweck sind zu bauende T\u00fcrme unterschiedlicher Farbe. Zum Gl\u00fcck ist hier aber nicht automatisch immer der L\u00e4ngste (bzw. H\u00f6chste) der Beste sondern mehrere Wege f\u00fchren nach Florenz. Doch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p>Die zu bauenden T\u00fcrme bestehen aus 3-8 Holzteilen. Von diesen gibt es zwar sechs verschiedene Farben aber (vermutlich) aus \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden darf man pro Turm immer nur Steine einer Farbe verwenden. Je h\u00f6her ein Turm gelingt, desto mehr Punkte erh\u00e4lt man f\u00fcr diesen. Zus\u00e4tzlich sind die Farben auch unterschiedlich gewichtet. Von Lila gibt es nur 8 Steine und von Wei\u00df hingegen 25. Konsequenterweise erh\u00e4lt man f\u00fcr hohe lila T\u00fcrme mehr Prestigepunkte als f\u00fcr andersfarbige T\u00fcrme. Der aktive Spieler beginnt seine Runde immer mit der Auswahl einer Karte aus der Auslage. Zur Auswahl stehen sechs Karten, deren Bandbreite zwischen starken Vorteilen und argen Nachteilen reicht. Zus\u00e4tzlich liegen auf jeder Karte vier der schon genannten Turmsteine. Diese erh\u00e4lt man, sobald man sich eine Karte aussucht. Die Sache hat allerdings einen Haken: Nur die linke Karte darf man umsonst nehmen. F\u00fcr jede andere Karte muss man Steine aus seinem eigenen Vorrat bezahlen. Hierzu legt man auf jede Karte, die sich links von der gew\u00e4hlten Karte befindet, jeweils einen Stein. Im Klartext hei\u00dft das, dass man zum Beispiel f\u00fcr die Karte ganz rechts satte 5 Steine bezahlt und somit nat\u00fcrlich die anderen Karten f\u00fcr die Mitspieler aufwertet. Im Normalfall sollte man jetzt mehr Steine als vorher haben und allersp\u00e4testens jetzt sollte man lesen, was auf der gew\u00e4hlten Karte steht. Schlie\u00dflich m\u00fcssen Ereigniskarten sofort ausgef\u00fchrt werden. Die Bandbreite der Karten ist erfrischend hoch. Neben Nachteilen oder Vorteilen f\u00fcr den aktiven Spieler gibt es auch Nachteile f\u00fcr alle Spieler, was einiges an b\u00f6sartiger Interaktion zur Folge hat. Au\u00dferdem gibt es verschiedene Karten, die Punkteboni versprechen, positive Einmaleffekte bringen oder gar dauerhafte Vorteile bringen (Geb\u00e4ude).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Firenze-Aufbau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3039 alignright\" style=\"margin: 2px 10px;\" src=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Firenze-Aufbau.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"221\" \/><\/a>Anschlie\u00dfend kann man noch einmalig 3 Steine in 1 Stein einer anderen Farbe tauschen (allerdings nur mit dem Inhalt einer Karte in der Auslage). Dann geht es an den Turmbau. Man kann beliebig viele einfarbige T\u00fcrme im Bau haben. Allerdings gibt es da ein Problem. Kann man einen vorhandenen Turm in der aktuellen Runde nicht mindestens um einen Stein erweitern, wird dieser Turm abgerissen und ich bekomme maximal die H\u00e4lfte der Steine wieder in meinen Vorrat zur\u00fcck. Es d\u00fcrfte klar sein, dass man dieses Fiasko tunlichst vermeiden sollte. Als weitere Einschr\u00e4nkung gilt, dass nur der Bau von zwei Steinen pro Runde umsonst ist (egal ob auf einen Turm konzentriert oder auf mehrere verteilt). Baut man mehr Steine, muss man eine wachsende Anzahl Steine zus\u00e4tzlich in den allgemeinen Vorrat (einen wei\u00dfer Leinensack) zur\u00fccklegen. Bei der maximalen Baumenge von 6 Steinen sind dies Kosten von zehn zus\u00e4tzlichen Steinen.<\/p>\n<p>Nach dem Bauen darf man T\u00fcrme werten. Hierzu betrachtet man die auf dem Spielplan abgebildeten T\u00fcrme der entsprechenden Farbe. Am Wichtigsten ist, ob die entsprechende Etage dieser Farbe \u00fcberhaupt frei ist. Einige Felder wurden zuf\u00e4llig schon zu Beginn des Spiels gesperrt, andere wurden vielleicht schon von anderen Spielern mit Beschlag belegt. Diese Etagen sind f\u00fcr das gesamte Spiel nicht mehr zug\u00e4nglich. Als besonderen Bonus gibt es auch vier Balkone, die auf die T\u00fcrme verteilt sind. Von diesen kann man aktuell immer nur den Turm mit der niedrigsten r\u00f6mischen Ziffer erledigen (anfangs also die I). Sobald diese geschafft wurde, kann sich die Meute dann auf die II st\u00fcrzen. Diese versprechen satte Bonuspunkte und sind entsprechend hei\u00df umk\u00e4mpft. Falls man sich entscheidet, einen Turm zu werten, werden die Steine in den Vorrat zur\u00fcckgelegt, man enth\u00e4lt Prestigepunkte und legt eines seiner Siegelpl\u00e4ttchen auf diese Etage des Turms auf dem Spielplan. Diese ist nun gesperrt. F\u00fcr den jeweils ersten Turm der H\u00f6hen zwischen 5 bis 8 gibt es einmalig zwischen 1 bis 4 Sonderpunkte.<\/p>\n<p>Sobald ein Spieler all seine Siegel verbraucht hat, ist das Ende des Spiels eingel\u00e4utet. Dieser Spieler erh\u00e4lt f\u00fcnf Bonuspunkte, alle anderen Spieler sind nun noch einmal an der Reihe und versuchen, ihre Turm- und Steinvorr\u00e4te in Prestigepunkte umzuwandeln.<\/p>\n<p>Am Ende eines jeden Zuges muss der aktive Spieler allerdings noch zwei Limits beachten. Die Anzahl der Steine in seinem Lager darf maximal 10 betragen (dem Horten von Baumaterial ist so also eine enge Grenze gesetzt) und die Anzahl der Karten darf 5 nicht \u00fcbersteigen. Hier werden auch ausliegende Geb\u00e4udekarten und sogar auf der Hand befindliche Minuspunktkarten mitgez\u00e4hlt. Wem diese Limits zu l\u00e4stig sind, kann sie sich mit Hilfe eines Lagers vom Hals schaffen.<\/p>\n<p>Hat der letzte Spieler seinen Zug beendet, geht es an die Endwertung. Hier werden alle gehorteten Plus- und Minuspunktkarten abgerechnet und es gibt noch eine kurze Mehrheitenwertung f\u00fcr die T\u00fcrme auf dem Spielplan. Wer in einer Farbe die meisten Siegel hat, erh\u00e4lt die entsprechenden Punkte (zwischen zwei Punkten f\u00fcr Wei\u00df und Gelb und 5 Punkten f\u00fcr Lila). Gibt es hier einen Gleichstand profitiert der Spieler, dessen Siegel die h\u00f6chste Position innehat.<\/p>\n<p>Der Autor Andreas Steding und die Redaktion von Pegasus haben ihre Hausaufgaben gemacht und die \u00fcblichen Fallstricke vermeiden k\u00f6nnen. So gibt es Mechanismen, die den Startspielervorteil zu Beginn ausgleichen (in Form von zus\u00e4tzlichen Steinen f\u00fcr die nachfolgenden Spieler), Mechanismen die das Spiel f\u00fcr unterschiedliche Spielerzahlen anpassen und der Startaufbau ist jedes Spiel anders, so dass man seine Strategie immer wieder neu anpassen muss.<br \/>\nPositiv f\u00e4llt auf, dass es mehrere Wege gibt, Punkte zu verdienen. Neben den Punkten f\u00fcr jeden gebauten Turm gibt es die Karten mit Plus- oder Minuspunkten, die f\u00fcnf Punkte f\u00fcr den Spieler, der seine Siegel zuerst verbraucht hat, die Boni f\u00fcr die zuerst gebauten hohen T\u00fcrme und die Mehrheiten in der Schlusswertung. Dies bietet ausreichend Spielraum f\u00fcr unterschiedliche Strategien.<\/p>\n<p>Auch der Mechanismus \u00fcber den sich die Spieler die Karten &#8222;erkaufen&#8220;, bietet gleicherma\u00dfen viel Gl\u00fcckseinfluss wie Raum f\u00fcr strategisches Kalk\u00fcl (wenn man denn fl\u00fcssig genug ist). Irgendwann liegen auf der unbeliebten Minuspunktkarte am Reihenbeginn eben dann doch so viele Steine, dass irgendein Spieler in den sauren Apfel bei\u00dft und sich die Karte samt Steinen einverleibt. Bitter ist es, wenn man sich zuvor blankgespielt hat und eine solche Karte nehmen muss, obwohl sie noch nicht entsprechend vers\u00fc\u00dft wurde.<\/p>\n<p>Die Interaktivit\u00e4t zwischen den Spielern ist erfrischend hoch. Alle buhlen um die gleichen T\u00fcrme, Mehrheiten, Karten, Steine und Balkone. Bis auf die Handkarten ist alles offen, so dass hier auch eine gewissen Planungssicherheit besteht. So kann man die Gegner genau im Auge behalten. Besonders knifflig wird es, wenn punktetr\u00e4chtige Bonuskarten ausliegen oder einige der wenigen drastischen Negativkarten entweder gew\u00e4hlt wurden oder schon ausgel\u00f6st wurden. Hier k\u00f6nnen unerfahrene Spieler leicht unter die R\u00e4der kommen, wenn sie nicht entsprechend vorgesorgt haben. Gerade durch die zuletzt genannten Karten (im Speziellen die Campanile) kann es zu Partien kommen, in denen einem Spieler sp\u00fcrbarer Schaden zugef\u00fcgt wird. Doch alles in allem ist dies eher selten der Fall &#8211; insbesondere dann, wenn die Spieler sich nicht blank spielen.<\/p>\n<p>Ein Manko ist die Un\u00fcbersichtlichkeit infolge der ausliegenden Karten. Die Spieler, die den Spielplan auf dem Kopf sehen, haben es nicht leicht den Inhalt der ausliegenden Karten zu lesen (insbesondere dann, wenn die Steine achtlos darauf geworfen wurden. Hier hilft zwar die Lekt\u00fcre der separaten \u00dcbersicht \u00fcber die Aktionskarten, aber trotzdem ist es in den ersten Partien nicht ganz einfach, hier den \u00dcberblick zu behalten. Alles in allem ist der Einstieg in das Spiel aber recht einfach und die Anleitung \u00fcbersichtlich gehalten, so dass sich dieses Spiel auch Gelegenheitsspielern erschlie\u00dft und Spa\u00df macht.<\/p>\n<p>Firenze pr\u00e4sentiert sich mit ansprechender Grafik in der typisch soliden Kombination aus Pappe (Spielplan und \u00e4hnliches), Karten und Holz (f\u00fcr vielbewegte Marker und Bausteine). Die bisherigen Partien waren spannend und haben den Spielern eine Menge Spa\u00df bereitet.<\/p>\n<p>Spielerzahl: 2-4<br \/>\nSpieldauer: 45-90 Minuten<br \/>\nAlter: ab 12 Jahren<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel rezensieren wir die vier Spiele. Wir beginnen mit Firenze von Pegasus.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-3033","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spielbesprechung"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3033"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5537,"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3033\/revisions\/5537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}