{"id":5415,"date":"2014-05-20T07:55:11","date_gmt":"2014-05-20T07:55:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/?p=5415"},"modified":"2014-05-20T16:19:48","modified_gmt":"2014-05-20T16:19:48","slug":"rezension-istanbul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/rezension-istanbul\/","title":{"rendered":"Rezension: Istanbul"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_5435\" aria-describedby=\"caption-attachment-5435\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-Packshot.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5435\" src=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-Packshot.jpg\" alt=\"Istanbul-Packshot\" width=\"209\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-Packshot.jpg 343w, https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-Packshot-300x419.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5435\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pegasus Spiele<\/figcaption><\/figure>\n<p>Spiele nach St\u00e4dten zu benennen, scheint irgendwie in zu sein. Dieses Mal hat es die Metropole am Bosporus erwischt: Istanbul.<\/p>\n<p>Heute steht Istanbul f\u00fcr die Vereinigung von alter Kultur (sowohl christlicher als auch muslimischer) und moderner Welt mit gl\u00e4sernen B\u00fcrot\u00fcrmen. Doch R\u00fcdiger Dorn entf\u00fchrt uns &#8211; wenig \u00fcberraschend &#8211; in die Vergangenheit und folglich m\u00fcssen wir ohne Hochh\u00e4user und andere moderne Errungenschaften auskommen. Stattdessen sind wir orientalische H\u00e4ndler, die mit ihren Handkarren durch das orientalische Basarviertel laufen und lukrativen Gesch\u00e4ften auf der Spur sind.<\/p>\n<p>Die bis zu f\u00fcnf Spieler k\u00f6nnen vier verschiedene Waren abholen, diese andernorts verkaufen oder direkt beim Sultanspalast abliefern und die vielen anderen Ortspl\u00e4ttchen nutzen. Ziel ist das Erlangen von f\u00fcnf Rubinen, die (zumindest bei mindestens drei Spielern) den Sieg bringen.<\/p>\n<p>Allerdings liegt die T\u00fccke im Detail bzw. eigentlich in zwei Details: Zum einen ist der Handkarren anfangs recht klein und fasst somit nur wenige Waren. Dieser kann aber im Laufe des Spiels im Tausch gegen bare M\u00fcnze mehrfach vergr\u00f6\u00dfert werden. Zum anderen ist der H\u00e4ndler lauffaul und ohne Gehilfen (oder sollte man sagen Geh-Hilfen?) kann man zwar von einem Ort zum anderen gelangen, darf aber dann die Aktion am Zielort nicht ausf\u00fchren.<br \/>\nWie l\u00e4uft denn nun der Hase bzw. H\u00e4ndler?<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5436\" aria-describedby=\"caption-attachment-5436\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5436 size-large\" src=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-aufgebaut-940x674.jpg\" alt=\"Istanbul aufgebaut\" width=\"474\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-aufgebaut-940x674.jpg 940w, https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-aufgebaut-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-aufgebaut-620x444.jpg 620w, https:\/\/www.brettspielwelt.de\/Magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Istanbul-aufgebaut.jpg 1043w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5436\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pegasus Spiele<\/figcaption><\/figure><br \/>\nZu Beginn starten alle Spieler mit ihrem H\u00e4ndler und vier Gehilfen am Brunnen. Von dort d\u00fcrfen sie mitsamt aller eigenen Gehilfen bis zu zwei Felder weit laufen. Am Zielort trennt sich die Spreu vom Weizen bzw. der H\u00e4ndler von einem der Gehilfen. Sobald dies erfolgt ist, kann er aktiv werden und den Ort nutzen. Zum Gl\u00fcck kann man seine Gehilfen aber auch wieder einsammeln. Betritt der Spieler ein Feld, auf dem bereits ein eigener Gehilfe herumlungert, wird kein weiterer abgeworfen (wie die Untertassensektion der Enterprise) sondern stattdessen wieder in den Stapel der Gehilfen eingebunden. Sollte das Einsammeln partout mal nicht klappen, kann man auch wieder zum Brunnen zur\u00fcckkehren und beliebig viele Gehilfen vom Spielplan einsammeln. Aber mal ehrlich: das riecht doch gewaltig nach &#8222;setze eine Runde aus&#8220;. Folglich versucht man dies zu vermeiden und macht es H\u00e4nsel und Gretel gleich und folgt der eigenen Brotkrumen\/Gehilfenspur.<\/p>\n<p>Um an die ben\u00f6tigten f\u00fcnf Rubine zu gelangen, gibt es gleich eine ganze Reihe Wege. Die zwei prominentesten Wege sind der <strong>Edelsteinh\u00e4ndler <\/strong>und der <strong>Sultanspalast<\/strong>. Beim ersteren gibt man 12 Lira ab und erh\u00e4lt einen Rubin. Dummerweise steigt der Preis jedes Mal um 1 Lira. Beim <strong>Sultanspalast <\/strong>hingegen gibt man f\u00fcr den ersehnten Rubin eine bestimmte Kombination von vier Waren ab. Auch hier steigt der Preis von Mal zu Mal. Allerdings ist die zus\u00e4tzliche Ware deutlich mehr als 1 Lira wert, sodass hier die Preissteigerung deutlich h\u00f6her ist.<\/p>\n<p>Bis zu drei der begehrten Rubine kann man sich allerdings auch andernorts besorgen. In den zwei <strong>Moscheen <\/strong>erh\u00e4lt man gegen Abgabe eines bestimmten Rohstoffs jeweils eines von zwei Moschee-Pl\u00e4ttchen. Allerdings muss man nicht nur diesen einen Rohstoff haben sondern gleich zwei davon besitzen (und wer sp\u00e4ter kommt sogar noch mehr). Daf\u00fcr geben diese vier Moschee-Pl\u00e4ttchen allerdings spannende Permanentboni, die einem das Leben im Basar deutlich vereinfachen. Hat man in einer Moschee beide Arten von Pl\u00e4ttchen abgeholt, wird dies mit einem Edelstein vers\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Die letzte Chance auf einen Edelstein bietet die <strong>Wagnerei<\/strong>. Hier kann man f\u00fcr sieben Geld seine Handkarrenkapazit\u00e4t vergr\u00f6\u00dfern. Macht man dies dreimal hat man nicht nur Platz f\u00fcr richtig viele Waren sondern gleich auch den n\u00e4chsten Edelstein im Sack bzw. Karren. Da man allerdings nie mehr als eine Handkarrenerweiterung auf einmal erstehen kann und auch nicht ohne weiteres im n\u00e4chsten Zug einfach auf dem Feld stehen bleiben darf, ist der Weg zum vollausgebauten Handkarren nicht nur steinig sondern auch zeitaufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das n\u00f6tige Kleingeld f\u00fcr die Handkarrenerweiterung und den Edelsteinh\u00e4ndler erlangt man am leichtesten auf den zwei <strong>M\u00e4rkten<\/strong>. Hier gibt man bis zu f\u00fcnf (bestimmte und wechselnde) Waren ab und erh\u00e4lt im Gegenzug bis zu 25 Lira. Damit l\u00e4sst sich schon etwas anfangen. Zuvor muss man aber nat\u00fcrlich erst einmal Waren einsammeln. F\u00fcr drei der vier Waren gibt es Felder, an denen man einfach die entsprechende Ware auf den Maximalwert stellt (anfangs zwei Waren pro Art). Dies ist nat\u00fcrlich mit ausgebautem Handkarren deutlich attraktiver als mit dem anf\u00e4nglichen Trabbi-Modell.<\/p>\n<p>Das Problemkind ist die blaue Ware (Schmuck). F\u00fcr die gibt es n\u00e4mlich kein &#8222;stell-mich-auf-Max&#8220;-Feld. Stattdessen gibt es den <strong>Schwarzmarkt<\/strong>, bei dem man auf sein W\u00fcrfelgl\u00fcck angewiesen ist. Bei zwei W\u00fcrfeln erh\u00e4lt man ab einer 7 zumindest eine blaue Ware, ab einer 9 dann zwei und ab einer 11 gar drei blaue Waren &#8211; wenn man denn genug Platz hat. Zus\u00e4tzlich erh\u00e4lt man noch eine beliebige andere Ware. Das Feld macht allerdings deutlich mehr Spa\u00df, wenn die W\u00fcrfel gute Laune haben.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es in der <strong>Teestube<\/strong> aus. Hier sagt man eine Zahl zwischen 3-12 an und wenn sie Summe der beiden W\u00fcrfel die Ansage erreicht oder \u00fcbersteigt, erh\u00e4lt man Lira in H\u00f6he der angesagten Zahl. Hier l\u00e4sst sich das W\u00fcrfelgl\u00fcck zumindest durch Tiefstapelei begrenzen (allerdings nat\u00fcrlich auch der Gewinn). Scheitert man, erh\u00e4lt man zumindest ein kleines Trostpflaster von zwei Lira.<\/p>\n<p>Im <strong>Postamt <\/strong>erh\u00e4lt man v\u00f6llig ohne Gl\u00fcckseinfluss eine geringe Menge Geld (zwischen 2 bis 4) und stets zwei unterschiedliche Waren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gibt es noch die <strong>Polizeiwache<\/strong>. Hier sitzt von jedem Spieler ein Familienmitglied ein. &#8222;Befreit&#8220; man es durch einen Besuch dieses Ortes, kann man dieses Familienmitglied an einen beliebigen Ort schicken, um die dortige Aktion auszuf\u00fchren. Hierbei kann man die \u00fcbliche Reichweite von maximal zwei Feldern getrost ignorieren. Allerdings verbleibt das kriminelle Familienmitglied dort, bis ein anderer Spieler diesen Ort aufsucht und es gegen eine Belohnung (drei Lira oder eine Bonuskarte) verpfeift und so in den Knast zur\u00fcckschickt. Erst dann ist das Familienmitglied wieder einsatzbereit. Eine Bonuskarte erlaubt sogar das verpfeifen des eigenen Familienmitglieds &#8230; aber das w\u00fcrden wir doch nicht tun, oder?<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nIstanbul ist ein stimmungsvolles <strong>Routenplanerspiel<\/strong>. Wer die perfekte Route findet und ihr konsequent folgt, hat gute Siegchancen. Gerade beim zuf\u00e4lligen Auslegen der Orte l\u00e4uft jede Partie anders und es ist f\u00fcr Abwechslung gesorgt. Es gibt aber noch weitere Spielelemente, die daf\u00fcr sorgen, dass entweder Pl\u00e4ne nicht aufgehen oder freiwillig davon abgewichen wird. So muss man zum Beispiel fremden Kaufleuten bei Betreten eines Feldes 2 Lira zahlen. Oder trifft man auf die Figuren Gouverneur oder Schmuggler erh\u00e4lt man eine Belohnung. Diese Elemente f\u00fchren auch zu ausreichend Interaktion mit den Mitspielern. Auch die einmalig verwendbaren Bonuskarten f\u00fchren zu \u00dcberraschungen und Variationen.<\/p>\n<p>Istanbul ist kurzweilig und kommt in vielen Runden gut an. F\u00fcr meinen Geschmack sind die zwei W\u00fcrfelaktionen (Teestube und Schwarzmarkt) etwas unpassend f\u00fcr das ansonsten eher strategische Spiel. Allerdings kann man dem W\u00fcrfelgl\u00fcck mit Hilfe eines der vier Moschee-Pl\u00e4ttchen etwas auf die Spr\u00fcnge helfen. Vorbildlich sind die \u00dcbersichtskarten, die jeder Spieler erh\u00e4lt, und die keine Fragen offen lassen. Auch die Grafik wei\u00df zu gefallen.<br \/>\nIstanbul ist \u00fcbrigens eines der drei Spiele auf der <strong>Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2014<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spiele nach St\u00e4dten zu benennen, scheint irgendwie in zu sein. Dieses Mal hat es die Metropole am Bosporus erwischt: Istanbul.<br \/>\nHeute steht Istanbul f\u00fcr die Vereinigung von alter Kultur (sowohl christlicher als auch muslimischer) und moderner Welt mit gl\u00e4sernen B\u00fcrot\u00fcrmen. 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