Rezension: Unterwassergehirnakrobatik mit Otys

Zur Einstimmung auf die Spiel 2018 in Essen möchte ich euch hier, mein persönliches Highlight der letzten Messe präsentieren. Otys hatte es mir direkt angetan und hat auch seitdem etliche Male den Weg auf den Spieltisch gefunden.

Otys spielt in einer größtenteils von Wasser bedeckten Erde und folglich findet das Spielgeschehen unter der Wasseroberfläche statt. Es gilt, mit Hilfe von verschiedenen Tauchern, Rohstoffe im Wasser zu bergen und mit diesen Aufträge zu erfüllen. Das Spiel endet sobald ein Spieler auf diese Weise 18 Siegpunkte ergattert hat.

Das klingt alles erst einmal ziemlich simpel. Aber schnell merkt man, dass Otys es in sich hat. Eine ganze Reihe verschiedener Aspekte wollen beachtet werden, damit aus einem Zug ein guter Zug wird und nur eine Reihe guter Züge lässt einen das Wettrennen zur 18-Punkte-Schranke gewinnen. Züge verschwenden oder zumindest ineffizient zu nutzen ist folglich nicht angesagt.

Jeder Spieler hat eine eigene Kolonie in Form eines Tableaus und darin türmen sich acht verschiedene Taucher. Die unteren fünf Taucher befinden sich in eine der fünf Ebenen (in denen sie aktiv werden können), die oberen drei Taucher sind quasi in der Warteschleife. Das zentrale Wort im obigen Satz ist „Ebene“. Denn ein Großteil der Komplexität hat mit den verschiedenen Ebenen zu tun.

Das Spielertableau

Einfach ausgedrückt lässt sich sagen, dass der Spieler pro Zug im Normalfall nur in einer Ebene aktiv sein kann. Damit der Spieler in einer Ebene aktiv werden kann, muss er für diese Ebene entweder noch das Aktivierungsplättchen in dieser Ebene besitzen oder ein Joker-Aktivierungsplättchen verwenden (mit X darauf). Anschließend kann er in der entsprechenden Ebene Die Funktion des Sponsorenplättchens nutzen und seinen Taucher in der gleichen Ebene arbeiten lassen. Zu guter Letzt kann er in der gleichen Ebene auch noch einen Siegpunktauftrag erfüllen. Nach getaner Arbeit taucht der aktive Taucher auf und alle darüber platzierten Taucher rücken eine Position nach unten.

Das „Problem“ ist, dass sich selten alle Lieblingselemente in der gleichen Ebene befinden. Und so beginnt der lustige Reigen des Improvisierens. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob man sich in Otys treiben lassen müsse. Doch weit gefehlt! Es gibt eine Menge Stellrädchen, an denen sich schrauben lässt:

  • Dein Taucher soll nicht auftauchen, sondern an Ort und Stelle bleiben? Gib einfach eine Energie ab.
  • Du hast kein Aktivierungsplättchen der entsprechenden Ebene mehr? Nutze den Joker.
  • Du willst eine Ebene aktivieren aber dein Wunschtaucher befindet sich nicht in der richtigen Ebene? Gib Energie ab, um diesen zu bewegen.
  • Die Reihenfolge der Sponsorenplättchen gefällt dir nicht? Bei Nutzung eines Jokers rotieren diese um eine Position.

Zentrale Elemente sind die Beeinflussung der eigenen Taucherreihenfolge und die Manipulation der Sponsorenplättchenreihenfolge. Erstere betrifft nur einen selbst, letztere hingegen teilt man mit den Mitspielern, sodass jegliche Manipulation auch für alle anderen Spieler gilt. Das kann schonmal zu Gefühlsausbrüchen bei den Spielern führen, wenn ein genial ausgeklügelter Plan baden geht.

Der gemeinsame Spielplan

Die Spieler können aber auch investieren, um ihre Kolonie bzw. Taucher zu optimieren.

  • Taucher können verbessert werden und so bei Aktivierung funktionsreicher sein.
  • Das Einsetzen von Energie zur Positionsveränderung der Taucher kann effizienter gemacht werden.
  • Man kann seine bisher verwendeten Aktivierungsplättchen früher zurückerhalten, sodass man sich auf eine geringere Anzahl Ebenen konzentrieren kann.

Es gibt also viel zu Planen und eine Menge Werkzeuge zu optimieren oder anderen in die Suppe zu spucken. Damit Otys auch nach vielen Partien nicht langweilig wird, verfügen die Sponsorenplättchen über zwei unterschiedliche Seiten, die je nach Erfahrungsstand oder Wunsch nach Abwechslung frei gewählt werden können.

Die Auftragskarten

Aber auch zwei Schattenseiten, dieses ansonsten tollen Spiels, will ich euch nicht verheimlichen. Zum einen neigen die aus zwei Ebenen zusammengeklebten Spielertableaus zum Verbiegen und zum anderen sind einige der verwendeten Symbole nicht perfekt gewählt und erfordern etwas Eingewöhnung. Wer sich aber die Zeit nimmt, zwei oder drei Partien zu spielen, wird mit viel Spielspaß belohnt.

Otys kann man mit zwei bis vier Spielern spielen und dauert mit etwas Erfahrung ca. eine Stunde.

Spielend für Toleranz

Die BrettspielWelt entstand auf privater Basis. Alexander Zbiek
suchte 1998 nach einer Möglichkeit, wie er mit seinen inzwischen
in halb Deutschland verteilten Freunden weiterhin «Die Siedler
von Catan» spielen kann. Er programmierte eine entsprechende
Seite. Doch als er eines Abends auf seine Homepage
kam, hatten wildfremde Leute das Angebot entdeckt – und waren
friedlich am Spielen. Und was tat der Hausherr in dieser
Situation? Warf er sie hinaus? Baute er einen Zaun um sein
Revier? Nein. Er freute sich über die fremden Besucher und suchte
nach technischen Möglichkeiten, dass mehrere Spiele parallel
möglich sind.

Seither ist die BrettspielWelt immer mehr gewachsen. Nach den
Deutschen entdeckten die Schweizer und Österreicher die Seite.
Plötzlich kamen auch fremdsprachige Spieler dazu – Holländer,
Franzosen, Engländer. Die Seite wurde immer wieder angepasst,
Teile davon übersetzt. Die Welle schwappte über nach Amerika,
irgendwann entdeckte man die BrettspielWelt auch in Asien und
auf der übrigen Welt. Und so konnte es passieren, dass (wahre
Geschichte) an einem Abend ein Schweizer, ein Schwede, ein Ami
und ein Australier zusammen ein Meuterer zockten – allen
sprachlichen und kulturellen Unterschieden zum Trotz.

Heute ist die BrettspielWelt ein Ort, der Menschen aus aller Welt
vereint, deren gemeinsames Hobby das Spielen von Brett- und
Kartenspielen ist. Es ist eine lebendige Gemeinschaft, in der man
neue Leute kennenlernen und neue Freundschaften schließen
kann. Die Gemeinschaft hat einen hohen Stellenwert, die
BrettspielWelt will möglichst viele erreichen und möglichst
wenige ausgrenzen. Hier darf man spielen, schwatzen und Spaß
haben. Trotz steigender Mitgliederzahlen bemüht sich die
BrettspielWelt, ihren familiären Charakter beizubehalten und
pflegt diesen auch durch regelmäßige Treffen. Treffen, die allen
offenstehen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrem
Geschlecht oder ihrer Kultur. Jeder Spieler ist aufgefordert, durch Freundlichkeit, Fairness und Rücksicht seinen Teil beizutragen,
um diesen Charakter zu erhalten.

Beleidigungen und rücksichtsloses Verhalten entsprechen nicht dem
Sinn einer Gemeinschaft, wie sie die BrettspielWelt sein will.
Natürlich: Nicht alle User leben dieser Philosophie der Gründer
nach. Eine Welt wie diese lockt eben alle Arten von Menschen an.
Es gab und gibt auch hier Momente, in denen die Toleranz mit
Füssen getreten wurde, in denen Spieler aus bestimmten
Nationen pauschal verurteilt, einzelne Spieler gemobbt oder
provoziert wurden, oder in denen beleidigende oder rassistische
Äußerungen gemacht wurden. Aber: Die Macher und die
Gemeinschaft haben darauf stets reagiert und solche Strömungen
schnellstmöglich unterbunden. Sie haben im Kleinen vorgemacht,
was im Grossen leider zu wenig passiert – Nein zu sagen gegen
Angriffe auf andere Menschen. Die BrettspielWelt will kein
Paradies sein, aber ein Ort, an dem Respekt, Toleranz, Anstand
und Fairness gelebt werden. An dem niemand wegen seiner
Herkunft oder seiner Kultur diskriminiert wird. Und dass dies
weit mehr als nur Schlagworte sind, zeigt sich auch in den
Nutzungsbedingungen, in denen all diese Punkte explizit
aufgeführt sind. Auf anderen Webseiten geht es unter diesem
Punkt primär um den Umgang mit Daten und die Finanzierung.
Hier ist von Respekt die Rede und vom Verbot von rassistischen,
pornographischen, menschenverachtenden, beleidigenden und
gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträgen.

In diesem Sinne schließt sich die BrettspielWelt der Initiative
«Spielend für Toleranz» an. Die BrettspielWelt begreift sich
explizit als Gemeinschaft, und als Gemeinschaft sind wir
füreinander da und unterstützen einander. Spieler sollten wissen,
dass sie andere Menschen brauchen, um ihr Hobby auszuüben.
Für sie sollten Begriffe wie Fairness, Toleranz und ein friedliches
Miteinander keine Fremdwörter sein. Wer will schon mit
jemandem am Tisch sitzen, der bescheißt, die anderen anpöbelt
und das Brett vom Tisch fegt, wenn er verliert? Die Macher der
BrettspielWelt und ein überwältigend großer Anteil der
Mitglieder leben diese Philosophie Tag für Tag vor.  Das ist lobenswert, reicht aber leider nicht aus. Es ist aber wichtig, diese
Werte auch im Alltag zu bewahren und vorzuleben. In der eigenen
Familie, im Quartier, im Verein, im Dorf am Arbeitsplatz oder in
der Stadt. Es ist wichtig, nicht einfach wegzuschauen, sondern zu
handeln. Stopp zu sagen. Und damit ein Gegengewicht zu setzen
gegen die derzeitigen gefährlichen Tendenzen in vielen Ländern
dieser Erde. Spieler sind grundsätzlich kommunikative Menschen.
Schweigen ist darum keine Lösung. Wir sind vielleicht nur wenige.
Aber aus Wenigen können Viele werden.

Ganz Schön Clever – Unser neustes Spiel

Ich freu mich Euch heute ein neues Spiel in der BrettspieWelt vorzustellen!

Ab Mittwoch den 28.03.2018 könnt ihr das taktische Würfelspiel „Ganz Schön Clever“ von Schmidt Spiele bei uns spielen.

Ganz schön clever wollen hier die Würfel gewählt werden. Denn geschickt eingesetzt können diese zu trickreichen Kettenzügen führen. Der gewählte Würfel wird dann im farblich passenden Bereich eingetragen und sorgt dann für entsprechende Siegpunkte. Doch ist es auch nicht unwichtig, was ungenützt liegen bleibt. Denn jeder Würfel, der eine kleinere Augenzahl aufweist als der gewählte, muss den Mitspielern auf dem Silbertablett serviert werden …

Bei diesem schönen Würfelspiel sind alle Spieler in „NOCH MAL!“-Manier immer am Spielgeschehen beteiligt. Da muss keiner lange warten!

Ich hoffe Ihr werdet eine Menge Spaß damit haben und nach den 300 Punkten jagen. Solange ihr noch warten müsst könnt ihr euch hier schonmal die Regeln des wunderbaren Spiels durchlesen:

https://www.schmidtspiele.de/de/produkte/spiele/details/product/ganz-schoen-clever-49340.html

Und wie sagt man so schön?
Ein Spiel sagt mehr als tausend Worte!

Probiert es aus und lernt es schonmal in der Singleuser Variante kennen.

Bremer Spieletage am 3. und 4. März

Die Bremer VHS lädt dieses Jahr zum elften Mal zum Spielen ein. Alte wie brandneue Spiele warten in etlichen Räumen auf Spieler und Spielerinnen. Im letzten Jahr fanden über 3500 Spieler den Weg nach Bremen. Erneut warten neun Turniere auf Teilnehmer und häufig ist eine Voranmeldung sinnvoll, da der Andrang recht groß ist. Folgende Turnier werden stattfinden:

  • Siedler von Catan
  • Carcassonne
  • Heckmeck am Bratwurmeck
  • Dominion
  • 7 Wonders
  • Qwixx
  • Munckin
  • Cacao
  • Qango

Ein Highlight ist sicherlich auch der Spieleflohmarkt, in dem man Platz im Spieleregal schaffen oder Lücken (wieder) schließen kann.

Die Eintrittspreise sind human und familienfreundlich. Die Veranstaltung findet in der Faulenstraße 69 in Bremen statt. Die Pforten sind an folgenden Tage geöffnet:

Samstag 3. März 10 bis 19 Uhr

Sonntag 4. März 10 bis 18 Uhr

Viel Spaß und man sieht sich.

 

Neuerungen zur Spieleverwaltung

Ab morgen (30.01.) werden einige Neuerungen, die Spieleverwaltung betreffend hoffentlich erfolgreich an den Start gehen.

Es geht für Euch in erster Linie um das Starten und Zusammenfinden zu einem Spiel. Wir haben die bisher bekannte „Host“-Funktion durch eine automatische „Host“-Funktion ersetzt. Hiermit ist nun der erste „joiner“ der Host des Spiels, ohne extra die Option wählen zu müssen. Diese Person hat die Möglichkeit, Spieler vom Tisch zu entfernen. Diese können danach nicht mehr beitreten. Allerdings können ab jetzt alle Mitspieler die Einstellungen/Optionen ändern.

Sehr wichtig ist auch die Neuerung zu erwähnen, dass der Spielstart erst erfolgt, wenn jeder Mitspieler das Spiel mit „Start“ gestartet hat. Diese Zustimmung zum Spielstart wird bei evtl. Änderungen an den Einstellungen/Optionen oder bei neu beigetretenen Mitspielern zurückgesetzt. Im SpielTool erscheinen alle Spieler, die dem Spielstart bereits zugestimmt haben in türkiser Farbe.

Sehr interessant ist das „Auto-rejoin“, bei dem ein Spieler automatisch seinen Platz wieder einnimmt, wenn er/sie den Raum wieder betritt.

Ausserdem ändert sich das „Raumverhalten“ in der Art, dass nun ein Raum (z.B. C1-12) nicht mehr nur einen Spieltisch beherbergen kann sondern, dass weitere Spieltische in diesem Raum eröffnet werden können (C1-12.1 / C1-12.2 / …), und somit ist ein Raum nie „voll“.

Neu ist damit dann auch das „TableTool“, das die Tische in dem jeweiligen Raum in dem man sich befindet anzeigt, ebenso wie alle Spiele zu denen man „beigetreten“ ist. Da das „TableTool“ jedem Spieler alle eigenen aktiven Spiele anzeigt, und das „Autojoinen“ einen reibungslosen Wechsel von einem Spieltisch zu einem anderen ermöglicht, kann man nun theoretisch mehrere Spiele parallel spielen.
Durch diese Neuerungen ist es nun auch deutlich einfacher, zwischen der mobilen BSW (m.BSW) und dem Client beliebig zu wechseln und seine jeweils aktiven Spiele unabhängig vom genutzten Gerät fortzusetzen.

Die verschiedenen Neuerungen sollen zu einer besseren Synchronität zwischen der altbekannten Client-Version und der neuen mobilen Version der BSW führen.
So kann man eine weitere Funktion (/table USERNAME) dazu nutzen, Spieler persönlich an einen Spieltisch einzuladen, unabhängig davon in welcher der beiden Umgebungen sie sich aufhalten.

Wir hoffen ihr habt eine Menge Spaß damit und lebt Euch schnell darin ein.

Neue App – AXIO octa

Da ist es mal wieder soweit, nach unserer App Freitag haben wir nun unsere neue AXIO App in den PlayStore und iTunes Store veröffentlicht.

Bei dieser App Version handelt es sich um die noch unveröffentlichte AXIO-octa Variante. Das heisst aus dem gewohnten Sechseck wird ein Achteck und bietet so neue Möglichkeiten und Taktiken.

Man kann gegen Computergegner in sieben verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen. Von leicht bis professionell gibt es so hoffentlich für jeden die passende Herausforderung.

Außerdem bietet die App einen Online-Multiplayermodus um gemeinsam mit Freunden und anderen begeisterten Spielern das Spiel spielen zu können.
Im Solospiel kann man dann ncht nur Erfahrung sammeln, sondern sich auch über die globale Highscoreliste mit der Community messen.

Aber egal, ob man es so oder so spielt, wird man dabei mit den unterschiedlichsten Achievements für seine Erfolge ausgezeichnet.

Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.brettspielwelt.axio
iTunes App Store: https://itunes.apple.com/us/app/axio-octa/id1279956194?l=de&ls=1&mt=8
Amazon Appstore: https://www.amazon.com/gp/mas/dl/android?p=de.brettspielwelt.axio

Ich hoffe Ihr habt viel Spass mit der App und freu mich über Feedback

alex

 

Rezension: Rajas of the Ganges

Wir hatten auf der Spiel in Essen die Gelegenheit, uns das Worker-Placement-Spiel Rajas of the Ganges anzuschauen und das Spiel hat uns so gut gefallen, dass wir seitdem einige genauere Blicke darauf werfen konnten. Hier unsere Eindrücke:

Der bunte Spielplan mit dem Ganges samt Schiffen

Rajas of the Ganges entführt uns in das alte Indien, wo wir als Rajas bzw. Ranis – altindische Fürsten bzw. Fürstinnen – um Ruhm und Reichtum wetteifern. Entsprechend bunt kommen Spielplan und Material daher, ein zweiseitiger reichbebilderter Spielplan sowie 48 Würfel in vier leuchtenden Farben, Spielfiguren und Schiffchen aus Holz sowie last but not least der Startspieler-Pappelefant bieten einen Hauch von Bollywood. Da möchte man sofort losspielen.

Wenn wir den Spielplan aufklappen, entdecken wir zunächst etwas sehr Vertrautes: Die Siegpunktleiste (Kramerleiste), die außen um den Spielplan verläuft … aber halt! Da ist ja noch eine Leiste! Hier liegt das Besondere an Rajas of Ganges: Es gibt noch eine zweite Kramerleiste die der Siegpunktleiste entgegenläuft, also gegen den Uhrzeigersinn. Hier wird der Geldmarker vorangesetzt. Und hieraus ergibt sich auch die besondere Siegbedingung des Spieles: Wenn beide Marker aufeinandertreffen endet das Spiel. Die Runde wird noch zu Ende gespielt und der Spieler, dem die größte Überschneidung beider Leisten geglückt ist, gewinnt das Spiel. Dieser Mechanismus fühlt sich neu und innovativ an.

Gespielt wird in drei Bereichen:

  • In der Mitte des Spielplans verläuft der Ganges, an dessen einem Ende unsere Holzboote bei Spielbeginn auf ihren Einsatz warten. Nach jeder Bootsbewegung erhält man die Belohnung des erreichten Feldes.
  • Auf den persönlichen Tableaus können Spieler Gebäude bzw. Märkte bauen und durch geschickt geplante Wegenetze weitere Belohnungen einsacken. Mit den Märkten kann man gut Geld verdienen, die Gebäude bringen schlicht zwei bis vier Siegpunkte. Damit diese sich aber lohnen, muss man andernorts erst für die entsprechende Gebäudeart den Punktewert desselben hochschrauben.
  • Und schließlich gibt es eine ganze Reihe weiterer Einsetzfelder auf dem Spielplan, die verschiedenste andere Möglichkeiten bieten. Trotz also immer weiter steigender Arbeiterzahl, wird es nie eng.
Die Stapel mit den kaufbaren Plättchen

Zudem erhält jeder Spieler eine Kali-Statue, die in ihren zehn (bzw. acht in der Variante) Händen Platz für unsere Würfel bietet

Drei von insgesamt sechs Holzmännchen warten als unsere Arbeiter auf ihren Einsatz. Im Laufe des Spieles kann man – je nach gewählter Variante – zwei oder drei der zusätzlichen Arbeiter ins Spiel bringen und so die Anzahl der eigenen Aktionen pro Runde erhöhen. Für sie gibt es auf dem Spielplan eine Fülle von Einsatzmöglichkeiten, die in der ersten Partie noch erschlagend wirken mag. Dazu kommt, dass der Arbeiter auf fast allen Feldern zusätzlich zum auszuspielenden Arbeiter auch noch einen Würfel abgeben muss – beim Bauen sogar oft mehrere. Die aufgedruckte Symbolik ist hier aber sehr eindeutig und hilfreich. Im Laufe des Spieles ergeben sich rasch Strategien und Notwendigkeiten, die die Entscheidung erleichtern. Letztlich kommt es darauf an, seine Arbeiter und Würfel effizient einzusetzen und sowohl auf der Geld- als auch Siegpunkteleiste voranzukommen. Damit der Spieler keine der beiden siegbringenden Leisten vernachlässigt, gibt es in gewissen Abständen auf beiden Leisten Belohnungen für das erstmalige Erreichen dieser Stellen (zum Beispiel die zusätzlichen Arbeiter). Diese Belohnungen enden aber dort, wo sich beide Leisten mittig treffen. Wer also zu sehr auf eine Monokultur setzt (egal ob Geld oder Siegpunkte), wird Potenzial verschenken.

Ist man erst einmal im Fluss, spielt sich Rajas zügig. Die wichtigste Entscheidung ist immer wieder: Generiere ich lieber Geld oder Siegpunkte? Letztlich braucht man durch die gegenläufigen Leisten von beidem am besten so viel wie möglich!

Die Autoren, Inka und Markus Brand, haben in der Anleitung und beim Spielmaterial aber noch einige zusätzliche Schmankerl auf Lager. Neben einer optionalen Regel, die erfahrene Spieler gegenüber Neulingen ganz leicht schlechter stellen soll, gibt es aber auch noch einige echte Varianten, bei der man zwar nur 8 anstatt der sonst üblichen 10 Würfel lagern kann, aber im Gegenzug auch den sechsten Arbeiter erspielen darf.  Noch wichtiger an dieser Variante ist allerdings, dass Spieler mit weniger Arbeitern regelmäßig Entschädigungen erhalten. So sinkt die Gefahr, dass das Spiel auf ein reines Steigern der Arbeiterzahl reduziert wird. Hierzu kommen zusätzliche Belohnungsplättchen ins Spiel, mit denen man die Belohnungen für das Wegenetz überbauen bzw. verbessern kann.

Wem das immer noch nicht reicht, der findet als weiteres Spielmaterial Plättchen, die man zufällig über die bestehenden Flussbelohnungen legen kann und sorgt so für mehr Abwechslung im Spiel.

Fazit

Rajas of the Ganges kann trotz beachtlicher Spieltiefe zügig gespielt werden. Die auf der Schachtel angegebene Mindestspieldauer von 45 Minuten ist realistisch und die maximalen 75 Minuten sind eher mit Neulingen nötig. Die unterschiedlichen Mechanismen erlauben verschiedenste Strategien, die man aber aufgrund der Konkurrenz oder der Würfel öfters anpassen muss. Die Würfel sind zwar stets präsent, aber nie allzu dominant. Alle Würfelzahlen ungefähr gleichwertig und im Notfall kann man Würfel auch auf die gegenüberliegende Seite „flippen“ oder gegen zwei neuzuwerfende Würfel anderer Farbe eintauschen. Zwar neigt mancher dazu, stets über die Würfel zu schimpfen, aber letztlich sind sie hier eher wegweisend denn sieg- oder niederlagenbringend.

Durch die zusätzlichen Spielmaterialien und Varianten wird Rajas of the Ganges richtig rund und macht auch nach etlichen Partien noch Spaß.

Qualifikation zur Brettspiel-DM 2018 am 26.11.2017 („Online – RegVor“)

Hallo zusammen,

wie jedes Jahr gibt es die Möglichkeit, sich vor der regionalen Vorausscheidung (RegVor) online in der BrettspielWelt für das Finale, dass in Herne zum Herner Spielewahnsinn ausgetragen wird, zu qualifizieren.

Die Anzahl der vergebenen Startplätze hängt von der Anzahl der teilnehmenden Teams ab.

 

Das Turnier bietet eine zusätzliche Chance zur Qualifikation und ist unabhängig von der RegVor. Man darf also auch im Fall der Nichtqualifikation an der RegVor 2018 teilnehmen.

Es wird nach altbekanntem Modus gespielt (4 Runden an 4er Tischen / Punkte: 5-3-2-1).

Folgende Spiele werden gespielt:

1. Runde: Puerto Rico (Alea)
2. Runde: Nochmal! (Schmidt Spiele)
3. Runde: StoneAge (Hans im Glück)
4. Runde: Ohne Furcht und Adel (Hans im Glück)

Turnierbeginn: Sonntag, 26. November 2017 15:00 Uhr

Anwesenheit: spätestens 14:45 Uhr im /channel DM-Quali

Die Anmeldung erfolgt über die Homepage zur internationalen Meisterschaft: > HIER <

Du bist noch auf der Suche nach einem Team (oder Teammitglied)? Kein Problem!
Schau doch mal hier vorbei: Wer sucht noch ein Team zur DM-Quali?

Ich wünsche allen teilnehmenden Teams viel Spaß und viel Erfolg!

Ganz viel Erfolg und bis dahin
Dein BSW-Team

Wichtige Hinweise:
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten muss jeder Spieler jedes der 4 Spiele mindestens zweimal in der BrettspielWelt gespielt haben.
Es wird ausschließlich im Client gespielt. Die mobile BSW ist für Turnierzwecke noch weiter in Bearbeitung. Dennoch hab ich dort eine Gruppe zum gemeinsamen Austausch von Informationen und zum Plaudern angelegt. (einfach dort „Mitmachen“)

Weitere Information:

Im Fall der Qualifikation müssen mindestens 2 der 4 Teammitglieder am Finale der der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft teilnehmen, andernfalls verfällt der Startplatz.

Spieletester und Messe Spiel’17

Hallo zusammen,

heute hätte ich mal zwei Anliegen, und dabei die Hoffnung viel Unterstützung von Euch zu bekommen. Wenn Du Dich jetzt fragst wie Du helfen könntest, dann würde ich Dich festhalten und sagen: „Spielerisch!“

Ich bräuchte dringend Spieletester für das neue Spiel: Rhodes

Und zum anderen würde ich mich auch über Helfer auf der Messe unglaublich freuen.

Aber vielleicht eins nach dem anderen:

Rhodes, das Spiel von „The Game Master“ ist auf dem Testserver zum testen freigegeben, und soweit hoffentlich nahezu „Bugfrei“. Es würde mich auch riesig freuen wenn ihr den Feedback, Bugreports und auch den Lob zu dem Spiel in der Gruppe: Rhodes mit mir und den anderen Testern teilen würdet.

Die Messe in Essen steht an, und da suchen wir händeringend begeisterte und engagierte Helfer, die uns vielleicht die eine oder andere Stunde am Stand unterstützen könnten, oder freundlich mit den haufenweise vorbeischlendernden Spielern quatschen, und ihnen einen Flyer vertrauensvoll in die Hand drücken. Meldet Euch doch bitte zahlreich hier in der Spiel’17 Gruppe  oder auch gerne bei mir per eMail. (alex@brettspielwelt.de)

Also ich würde mich sehr über rege Rückmeldung in jeder Art freuen.

So long und bis baaaald

alex

Spielerezension: Mit Frogriders Solitair spielen

Die knallbunte Froschparade

Frogriders stammt aus dem Hause Eggert-Spiele und ist mit knallbunter Grafik, niedlichem Thema und nur geringer Komplexität ganz offensichtlich als Familienspiel positioniert. Ebenso offensichtlich ist die Abstammung vom klassischen Solitair-Spiel, bei dem man alleine ein kreuzförmiges Brett möglichst weit leert, indem man mit einem Stein einen Nachbarstein überspringt und den übersprungenen Stein entfernt.

Aber bis auf die Hüpfmechanik ist vom Klassiker nicht viel übrig geblieben. Die wichtigste Ergänzung ist natürlich die Mehrspielertauglichkeit. So können nun zwischen 2-4 Spieler die Frösche hüpfen lassen. Zudem versucht man nun nicht mehr das Spielfeld zu leeren sondern jeder Spieler hüpft nur deshalb, um die eigene Punktzahl zu maximieren und schließlich mit der höchsten Punktzahl zu gewinnen.

Auf dem Spielfeld tummeln sich Frösche in vier verschiedenen Farben: Blau, rot, gelb und braun. Jeder vom Spieler überhüpfte – und damit eingesammelte – Frosch verspricht dem Spieler einen anderen Vorteil. Drei der Farben gewähren diesen Vorteil erst, wenn man nach seiner Hüpfaktion einen seiner Frösche abgibt.

  • Brauner Frosch: Dieser verbleibt im Besitz des Spielers und bringt am Spielende einfach einen Siegpunkt.
  • Roter Frosch: Gibt man diesen ab, darf man erneut mit einem beliebigen Frosch hüpfen und einen anderen Frosch ergattern.
  • Blauer Frosch: Durch Abgabe eines blauen Froschs kann man sich eine der ausliegenden Prestigekarten sichern. Diese gewähren Vorteile in Form von Siegpunkten oder Spezialfähigkeiten.
  • Gelber Frosch: Schickt man einen gelben Frosch in die Wüste, darf man einen anderen zuvor von einem Spieler entsorgten Frosch in seinen Vorrat nehmen.

    Frösche und was sie so tun können

Um die bisher eher taktischen Elemente um ein strategisches Element zu erweitern, wurden zusätzlich noch Auftragskarten hinzugefügt. Zwei zufällige Auftragskarten liegen offen aus und können von jedem Spieler erfüllt werden. Zwei weiter Auftragskarten erhält jeder Spieler verdeckt auf die Hand und sucht sich eine davon aus. Die andere wirft er ab.

Aus der Kombination der zwei offenen und der eigenen Auftragskarte ergibt sich womöglich eine Marschrichtung (oder eher Hüpfrichtung) in Form einer Strategie. Die meisten Auftragskarten belohnen das Sammeln bestimmter Froschfarben. So muss der Spieler bei jedem Zug überlegen, ob er einen Frosch behält, um ihn für eine Auftragskarte zu verwenden oder den Frosch ausgibt, um dessen Vorteil zu erhalten.

Insbesondere bei blauen Fröschen fällt diese Entscheidung besonders schwer, weil etliche der Prestigekarten immense Vorteile bringen. Es gibt gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Prestigekarten. Einige bringen recht viele Punkte, andere erlauben flexibleres Hüpfen bzw. Einsammeln der Frösche und noch andere geben einem virtuelle Zusatzfrösche, die in der Wertung von Vorteil sind.

Die überproportional hohe Stärke der Prestigekarten führt häufig dazu, dass sich die Spieler zu Beginn auf die Prestigekarten stürzen und die anderen Froscharten erst einmal vernachlässigt werden. Das ist aber kein ehernes Gesetz, weil die Konstellation der Auftragskarten gelegentlich dann eben doch eine andere Route vorgibt.

Das lustige Fröschesammeln endet, sobald ein Spieler an der Reihe ist und keinen Zug mehr machen kann. Dies führt dazu, dass es von Vorteil ist, Startspieler zu sein, weil man häufig einen Zug mehr machen kann, als zum Beispiel der letzte Spieler.

Eine weitere Unausgewogenheit ergibt sich aus der teils sehr stark abweichenden Qualität der persönlichen Auftragskarten. Erhält man selbst zwei schwache Karten, ist man entweder den offenen Auftragskarten oder den Prestigekarten verpflichtet und verliert an Flexibilität.

Bei einem Familienspiel sind solche Unausgewogenheiten zu verschmerzen, schließlich sollen ja auch die jüngeren Sprösslinge eine Siegchance haben. Im Turnier hingegen ist dies eher problematisch.

Nichtsdestotrotz verspricht Frogriders kurzweiligen Spaß ohne lange Wartezeiten. Der Einstieg fällt leicht und trotzdem lässt sich taktisch und strategisch einiges machen.