Die Welle reiten! Kooperativ oder doch egoistisch?
Surfosaurus MAX vom Autor Ikhwan Kwon mit individueller Illustration von Matthias Mödl ist nicht nur ein Hinkucker sondern auch mehr als nur ein Kartenspiel mit surfenden T-Rexen; es ist wenn man es mit einem Augenzwinkern betrachtet ein kleines soziales Experiment, das oft als semi-kooperatives oder „Miteinander-Gegeneinander-Spiel“ beschrieben wird. Die große spielerische Herausforderung liegt genau in dieser Spannung: Man muss aktiv mit den Mitspielern zusammenarbeiten, um überhaupt ein gewinnendes Kartenblatt zu erstellen, aber man profitiert am Ende nur von den Karten, die man selbst beigesteuert hat.
Das Ziel ist es nicht, die stärkste Karte zu spielen, sondern diejenige Karte, die die stärkste Kombo des Tisches sicherstellt oder optimiert, sodass man selbst daran beteiligt ist.
Loosey Goosey Games und die BrettspielWelt bieten Dir jetzt ab Freitag, den 28.11.2025 die Möglichkeit dieses Spiel auf Herz und Nieren zu genießen. Spielt es online lernt es kennen und habt eine Menge Spaß damit.
Die Dynamik des „Kooperativen Pokers“
Das Spielprinzip ist leicht zu verstehen, bietet aber viel taktische Tiefe. Die Spieler arbeiten in jeder Runde gemeinsam daran, die beste Poker-Kombination aus allen ausgespielten Karten zu bilden (entweder ein 4-Karten-Blatt oder ein 5-Karten-Blatt, je nach Spielerzahl). Da jeder Spieler nur zwei oder drei Karten pro Runde ausspielt, ist man vollständig davon abhängig, was die anderen Spieler auf den Tisch legen, um eine gewinnende Kombo zu ermöglichen.
Diese gegenseitige Abhängigkeit führt zu einer hohen Interaktion und zu einem ständigen Knistern am Tisch. Es entstehen spontane Allianzen, da die Spieler versuchen, eine bestimmte Kombo zu erzwingen, indem sie Karten in einer bestimmten Farbe oder Sequenz spielen. Man hört dann am Tisch Rufe wie „Orange! Orange!“, wenn die ersten Spieler versuchen, eine bestimmte Farbe zur gewinnenden „Gleiche Farbe“ zu machen.
Punkte maximieren und andere ausschließen
Der wahre strategische Kern von Surfosaurus MAX liegt in der umgekehrten Punkteskala der Karten und den Möglichkeiten der Verdrängung:
- Der Wert der niedrigen Karten: Die niedrigen Kartenwerte (01 und 02) bringen mit bis zu 12 Punkten die meisten Siegpunkte. Die hohen Kartenwerte (11 und 12) sind hingegen nur 2 Punkte wert.
- Das Risiko der Verdrängung: Gerade weil kleine Karten so wertvoll sind, sind sie inhärent schwerer in eine gewinnende Kombo zu integrieren. Wenn eine Kombo nur eine bestimmte Anzahl von Karten benötigt, werden die Karten mit den niedrigsten Werten aus der Kombo herausgeschnitten, um das bestmögliche Blatt zu erzielen.
- Spielerische Konsequenz: Wer eine extrem punktereiche 1 oder 2 spielt, muss darauf hoffen, dass die Mitspieler die Kombo so weiterbauen, dass diese niedrige Karte am Ende nicht herausfällt. Man spielt gezielt, um die niedrigen Karten der Gegner aus der Wertung zu nehmen.
- Halbieren des Punktwerts: Eine weitere taktische Möglichkeit besteht darin, Gleichstände zu erzeugen. Wenn eine Karte in der gewinnenden Kombo einen unauflösbaren Gleichstand verursacht (z. B. indem dieselbe Zahl mehrmals vorkommt, obwohl sie für die Kombo nicht nötig wäre), dann zählen alle gleichwertigen Karten nur halbe Punkte. Ein Spieler kann also bewusst eine Karte spielen, um eine an sich starke Kombo der Gegner zu schwächen und den Punktevorteil zu halbieren.
- Die Solo-Sensation: Der ultimative „Tötungszug“ ist erreicht, wenn ein einzelner Spieler es schafft, zwei oder mehr Karten zur finalen, punktebringenden Kombo beizusteuern.
Der Spielspaß in unterschiedlichen Konstellationen
Die Spieldauer ist kurz (etwa 15 bis 20 Minuten), was Surfosaurus MAX zu einem sehr guten Füllerspiel macht, aber der Wiederspielreiz ist hoch genug auch 10 Partien in folge zu spielen.
- Zwei Spieler: Die Zweispieler-Variante erfordert ein deutlich strategischeres Vorgehen. Hier werden zusätzliche, zufällige Karten vom Nachziehstapel aufgedeckt, die den „dritten Spieler“ simulieren. Dies erfordert, die Wahrscheinlichkeiten im Auge zu behalten und die Karten des Gegners gezielt auszuschließen.
- Vielspieler-Runden (4-6 Spieler): Das Spiel ist mit größeren Gruppen am unterhaltsamsten. Die Interaktion, das „Mitfiebern“ und die spontanen Absprachen führen hier zu einer energiegeladenen und lustigen Dynamik. Allerdings kann hier auch die „Pechsträhne“ auftreten, bei der ein Spieler durch das Pech der gezogenen Handkarten kaum etwas zur Kombo beitragen und somit keine Punkte sammeln kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Surfosaurus MAX die Spieler dazu zwingt, die Gemeinschaftswelle zu bilden, während jeder insgeheim darauf hofft, derjenige zu sein, der die besten Stücke (die hoch dotierten kleinen Karten) davon abschöpft, oft auf Kosten der anderen. Es ist ein leicht zugängliches Spiel, dessen wahre Freude aus der Taktik und der hohen, direkten Interaktion am Spieltisch entsteht.
Das Spielgefühl von Surfosaurus MAX ist wie eine gemeinsame Schatzsuche: Alle müssen zusammenarbeiten, um den Schatz (die Kombo) auf der Karte zu finden, aber sobald er ausgegraben ist, streiten alle darum, wer die wertvollsten Goldmünzen (die kleinen Zahlen mit den vielen Punkten) in seine eigene Tasche stecken darf.
















