BrettspielWelt mobile, oder was ist „m.brettspielwelt.de“ ?

Wo finde ich diese „BrettspielWelt mobile“?

Unter der URL

https://m.brettspielwelt.de/

kannst Du schon jetzt, in eine ganz neue BrettspielWelt eintauchen. Anders als gewohnt tauchst Du hiermit in die Welt zu jederzeit und überall ein. Die BrettspielWelt wird sich so zu einer parallelen Welt der Spiele und Mitspieler für Dich entwickeln können.

Wie funktioniert das?

Egal auf welchen Gerät oder mit welchem Browser kannst Du Dich in die BrettspielWelt einloggen, um Deine Chats mit Deinen Freunden zu lesen, um Mitspieler für Deine Spiele zu suchen und natürlich auch Spielinteressierte zu finden.

Der Grundansatz der Spielvermittlung

Der Grundgedanke beim vermitteln eines Spiels, ist das absenden von Spielwünschen. Darauf basierend werden Spielrunden zusammen geführt. Wenn Du ein MarcoPolo oder ein Imhotep spielen magst, klickst Du einfach auf den zugehörigen „SPIELEN“ Knopf und Dein Wunsch wird gespeichert. Die Idee ist es das Du beliebig viele Spielwünsche haben kannst und wenn einer davon erfüllt werden kann, wird Dir das Mitgeteilt, oder Du kannst es jederzeit unter „AKTIVE SPIELE“ einsehen.

Der Grundansatz des Chats

Der Chat basiert auf dem Grundkonzept eines Messengers wie z.B. WhatsApp,Hangouts oder Telegram und ermöglicht ein unterbrechungsfreies Chatten, auch wenn der Chatpartner gerade nicht online sein sollte. Zu jedem Spiel wird ein eigener Gruppenchat für die Mitspieler angelegt indem man beim Spielen schön plaudern kann.

Der Grundansatz der Spiele

Du hast nun die möglichkeit mehrere Spiele gleichzeitig zu halten, und ebenso kann ein Spiel über einen längeren Zeitraum, offline gespielt werden. Generell wollen wir das Live-Spielen kombiniert mit geselligen Chatten fördern. Erst durch die möglichkeit Spiele jederzeit und überall spielen zu können sind nun auch lästige Wiedereinstiegsprobleme durch Verbindungsabbrüche kein Problem mehr.

Der Wechsel

Da die Nutzung von Java im Browser sich nach über 15 Jahren als bald unmöglich und wenn dann nur sehr schwerfällig herrausgestellt hat, muss über eine Neuausrichtung der Technik nachgedacht werden. Ausserdem hat das Auftauchen neuer Geräteklassen einen Wandel in der „Computer“-Nutzung ausgelöst, den wir gerne Nachkommen wollen.

Das Technische

Hinter https://m.brettspielwelt.de/ verbirgt sich eine sogenannte „Mobile Web Anwendung“. Diese verhält sich im Idealfall genau so wie eine native App, wird also vom Nutzer nicht wie eine Webseite wahrgenommen, sondern bietet stattdessen eine Benutzeroberfläche, die sich in das mobile Endgerät optisch sowie von der Bedienung einbindet. (Siehe hierzu auch das „Kapitel 0“ bei den Videos unter http://intro.brettspielwelt.de/) Sie st auf dem Computer ebenso zu Nutzen wie auf dem Handy, mit einer fließenden Übergangsmöglichkeit von einem Gerät zu einem anderen.

Neugierig?

Beste Vorraussetzung zur Nutzung auf einem klassischen Computer ist der Chrome Browser, ein moderner Internet Explorer (Edge), Safari oder auch Firefox (wobei dieser noch Darstellungsfehler aufweist)

Die beste mobile Erfahrung machst Du mit einem Android-Tablet [ab Version 4.0] (ich liebe mein „Huawei M2″, dass genau das BrettspielWelt-Format besitzt 🙂 ) oder mit einem nicht all zu kleinen, modernen Android Handy. Unter iOS läuft die BrettspielWelt mit Safari ebenso wie mit dem Chrome Browser (den ich empfehlen würde) auf einem iPad oder iPhone. (wobei 4.3“ vom Bild schon sehr sehr klein sind und man auf grössere Geräte ausweichen sollte, wenn man mehr will als nur etwas Chatten)

Ansonsten gilt: Ausprobieren, ausprobieren und ausprobieren. Die BrettspielWelt läuft auch auf einem WindowsPhone und natürlich hervorragend mit ChromeBooks und auf anderen Geräten die wir leider nicht alle testen können. (Hat jemand eine Kaffemaschine mit WebBrowser? 😀 )

Hast Du einen Browser/Gerät ausgewählt, lohnt sich eine Recherche nach der möglichkeit die „WebSeite“ zu einer App zu machen. Meist geht das nachdem Aufruf von https://m.brettspielwelt.de/ in dem Menü des Browsers oben rechts (für iOS ist es, die action bar von unten reinzuwischen), und nennt sich meist („Zum Desktop hinzu…“, „Add to Homescreen…“, „Zum Home Bildschirm…“, „Zu Start hinzufügen…“) Damit kann man die Seite zu einer Anwendung machen, und wie man es von anderen Anwendungen gewohnt ist, diese per „click/touch“ starten. Ihr solltet dafür irgendwo ein blaues mini BrettspielWelt-Logo als Anwendung entdecken können.

Ankündigung: Imhotep kommt in die Brettspielwelt

Übermorgen erscheint mit Imhotep von Kosmos das nächste Spiele-Highlight in der Brettspielwelt. Was euch erwartet, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Imhotep am Tisch
So sieht Imhotep am Tisch aus

Imhotep entführt uns ins alte Ägypten und bis zu vier Spieler bauen Gebilde, die irgendwann in der Zukunft einmal antik sein sollen. Auch in der Brettspielwelt können findige Bauherren bald Gebäude für die Ewigkeit bauen.

Hierzu müssen Steine aus dem Steinbruch beschafft werden, einer dieser eigenen Steine auf eines von vier Schiffen geladen werden oder eines der Schiffe zu einem von fünf Orten geschickt werden.

Auf den Schiffen sind zwischen 1 bis 4 Plätze für die markanten Steinwürfel frei. Am Zielort lösen die Steine dann Aktionen aus. Hier ist allerdings häufig die Reihenfolge der Steine an Bord relevant. Denn stets wird der vorderste Stein zuerst ins Ziel gebracht. Wer jetzt allerdings denkt, dass vorne immer am Besten ist, der irrt.

Die fünf Orte

Auf dem Markt erhält man für seinen Stein eine Karte. Diese bringen auf unterschiedliche Weise Vorteile bzw. Punkte und schwanken deutlich in der Qualität.

Im Tempel wird aus den dort vorhandenen Steinen Schicht für Schicht eine Tempelmauer gebaut. Die jeweils oben liegenden fünf Steine bringen dem jeweiligen Besitzer am Ende der sechs Runden Vorteile bzw. Punkte.

Im Grabmal werden zeilenweise 3er-Reihen aus Steinen gebildet. Am Spielende erhält man Punkte abhängig von den Flächengrößen eigener Steine.

Die Pyramide wird schichtweise gebaut und jeder Stein bringt entsprechend seiner Position 1 bis 4 Punkte.

Im Obelisk bildet jeder Spieler aus seinen Steinen einen Turm/Obelisken. Der Spieler mit dem höchsten Turm erhält die meisten Punkte und jeder darauffolgende Spieler etwas weniger.

Aus diesen unterschiedlichen Mechanismen ergibt sich ein Gerangel um gute Plätze auf den Booten in der Hoffnung, dass diese einem gute Positionen auf den Bauplätzen bescheren.

Interaktion – Mit oder Gegeneinander?

Allerdings gibt es da ein kleines Problem in Form der Mitspieler. Schließlich will jeder seine eigenen Steine zu den Optimalpositionen bringen. Dies geschieht entweder, indem ein Konkurrent sein Lieblingsschiff an den beliebtesten Ort schippern lässt oder gar ein ihm nicht genehmes Schiff zu einem Ort fahren lässt, dessen Sex-Appeal gerade nicht ganz so hell strahlt.

Im Extremfall kann man sogar ein Schiff ohne eigenen Stein auf die Reise schicken. Hierfür opfert man zwar seine komplette Aktion, aber wenn der Schaden nur allzu groß ist, kann die Schadenfreude ein großer Motivator sein.

In jeder einzelnen Aktion muss sich ein Spieler also fragen, ob er konstruktiv einen eigenen Stein auf ein Boot bringen will, ein (zum Teil) selbst besetztes Boot konstruktiv an den Ort seiner Träume schicken will oder ob er destruktiv die Pläne der Mitspieler stören möchte, indem er ein fremdes Boot auf die Reise bringt.

Durch die fünf verschiedenen Orte und zusätzlich sogar noch fünf Alternativpläne jeweils auf den Rückseiten der Orte entstehen so vielfältige Situationen, die wohl durchdacht sein wollen.

Sehr viel Interaktion

Manchmal ist die hohe Interaktion aber ebenso Fluch wie Segen. Was auf der einen Seite zu abwechslungsreichem Spaß führt und keine Monotonie aufkommen lässt, führt auf der anderer Seite zu manchmal nur geringer Steuerbarkeit des Spiels. Insbesondere bei destruktiver Spielweise der Mitspieler halten Pläne häufig kaum bis zur nächsten eigenen Aktion durch. Hier ist also eine Einschätzung der Mitspieler enorm wichtig.

So sieht es in der BSW aus
So sieht es in der BSW aus

Fazit

Imhotep macht viel Spaß und ist kurzweilig. Wer Abneigung gegen destruktive Züge hat, sollte das Spiel meiden oder die Mitspieler mit Bedacht wählen. Imhotep wurde zum Spiel des Jahres nominiert und ist  würdiger Kandidat diesen prestigeträchtigen Preis.

Rezension: Auf den Spuren von Marco Polo

Hans im Glück begibt sich auf die Spuren von Marco Polo. Verantwortlich zeichnet sich ein Autoren-Duo, das schon mit Tzolk’in einen Hit gelandet hat. Auch wenn dieses Mal keine großen Zahnräder im Spiel sind, hat das Spiel doch viele gut verzahnte Mechanismen.

Im Mittelpunkt steht, wie könnte es bei einem Spiel diesen Namens anders sein, das Reisen. Folglich nimmt eine Asienkarte einen Großteil des Spielplans ein. Darauf sind 15 Orte von Venedig bis Beijing eingezeichnet. Gewöhnlich beginnt man seine Reise in Venedig und kann von hier aus andere Orte aufsuchen.

Aktionen

Auf den Spuren von Marco Polo ist ein Worker Placement Spiel in Tradition von Burgen von Burgund. Denn auch hier hat man (in diesem Fall fünf) Würfel, die man als Arbeiter einsetzt. Hierfür würfeln alle Spieler am Anfang der jeweils fünf Runden. Vom Startspieler an, sucht man sich reihum immer eine Würfelposition als Hauptaktion aus und platziert doch die erforderliche Anzahl Würfel. Je nach Einsatzort können das zwischen ein bis drei Würfel sein. Gewöhnlich bestimmt die Augenzahl des niedrigsten eingesetzten Würfels die Qualität der Aktion. So erhalt ich z.B. am Markt mit einem 4er-Würfel entweder 3 Pfeffer oder mit zwei Vieren drei Seide. Für 3 Gold bräuchte ich sogar schon drei Würfel mit mindestens jeweils Vieren darauf.

Eine Besonderheit bei Marco Polo ist, dass die schon belegten Einsatzfelder auch weiterhin nutzbar sind – wenn auch mit einigen Einschränkungen. Jeder weitere Einsatz von schon belegten Feldern kostet so viel Geld, wie der niedrigste, frisch platzierte Würfel. Legt also ein anderer Spieler eine 2 auf meine Pfeffer-Vier, müsste er zwei Geld bezahlen und erhielte dafür zwei Pfeffer. Da gibt es aber noch eine klitzekleine, weitere Einschränkung. Auf einem Einsatzfeld darf innerhalb einer Runde niemals die gleiche Spielerfarbe in unterschiedlichen Zügen doppelt platziert werden. War ich also zuvor schon im Pfeffer, darf ich nicht erneut einen Würfel meiner Farbe auf dieses Feld setzen. Warum formuliere ich das kompliziert? Weil die Spieler in der Lage sind, sich neutrale, schwarze Würfel zu kaufen und die sind von der Regel ausgenommen. Lege ich also auf die schon vorhandenen Pfefferwürfel eine schwarze 6, muss ich zwar 6 Geld bezahlen, erhalte aber stattliche vier Pfeffersäcke.

Zusatzaktionen

Wie erhalte ich diese schwarzen Würfel? Vor und nach meinem Zug kann ich beliebig viele Zusatzaktionen machen. Diese werden mit Kamelen gezahlt. So kann ich z.B. für ein Kamel einen Würfel neu würfeln, für zwei Kamele einen Würfel um eins erhöhen oder verringern oder für drei Kamele einen schwarzen Würfel erstehen. Allerdings ist immer nur der Kauf eines schwarzen Würfels pro Zug erlaubt, damit ein Spieler nicht gleich die ganze Auslage leer kauft. Die anderen Zusatzaktionen können hingegen beliebig oft vor und nach der Hauptaktion durchgeführt werden – vorausgesetzt man hat die nötigen Kamele. Ebenso kann ich auch schlicht einen oder mehrere Würfel abgeben und erhalt im Gegenzug drei Geld pro Würfel.

Zu guter Letzt kann man vor oder nach seiner Aktion noch beliebig viele Handelsaufträge erledigen.

Aufträge? Was für Aufträge?

Auch wenn das Reisen ein zentrales Element ist, war Marco Polos Familie doch eine Handelsfamilie und folglich kann man eine große Menge Siegpunkte durch das Erledigen von Handelsaufträgen erringen. Von diesen kann man stets maximal zwei Stück auf seinem Tableau lagern und gibt man die aufgedruckte Menge Waren oder Kamele ab, erhält man im Gegenzug zwischen 1 bis 9 Siegpunkte, andere Waren, Geld, einen neuen Handelsauftrag oder sogar die Möglichkeit zu Reisen. Die Spieler, die am Ende die meisten Handelsaufträge erfüllt haben, erhalten noch einen Bonus von sieben Punkten. Frische Aufträge erhält man, indem man einen einzelnen Würfel in die Position am unteren Spielplanrand setzt. Dort stehen sechs Aufträge zur Verfügung – wenigstens dem ersten Spieler, der dort einen Würfel einsetzt. Im Laufe einer Runde dünnt das Angebot dann deutlich aus.

Und was ist mit dem Reisen?

Um eine Reiseaktion zu machen, muss man zwei Würfel auf das Reisefeld setzen. Setzt man hier zum Beispiel zwei Dreien ein, darf man bis zu drei Stationen weit reisen.  Reisen kostet aber nicht nur zwei Würfel sondern ist auch ansonsten mit heftigen Kosten belastet. Die Reiseaktion kostet, abhängig von der Reisestrecke zwischen zwei und 18 Geld. Außerdem befinden sich auf etlichen Routen noch Zusatzkosten in Form von abzugebenden Kamelen oder Geldsummen. Passiere ich diese Stellen, darf ich auch alle daran liegenden Zusatzkosten berappen. Lange Reisen wird also leicht sehr teuer.

Und warum will ich reisen?

Reisen wird gleich mehrfach belohnt. Immer wenn man eine Stadt erreicht (also am Zielpunkt der Reise), setzt man dort ein Handelshaus. Hat man acht bzw. neun Handelshäuser gebaut, erhält man fünf bzw. 15 Siegpunkte. Die großen Städte verfügen jeweils über eine eigene Einsetzfunktion. Jeder Spieler mit einem Handelshaus vor Ort, kann diese Funktion mit einem Würfel nutzen. Teilweise sind diese Stadtfunktionen sehr stark. Allerdings darf hier pro Runde immer nur genau ein Würfel eingesetzt werden. Hier können keine Würfel von mehreren Spielern gestapelt werden. In Sumatra liegen sogar drei Karten aus, die alle verwendet werden können.

Die kleinen (blauen) Städte hingegen bringen den Besitzern der Handelshäuser Dauereinkommen an Punkten, Geld und/oder Kamelen. Dieses Dauereinkommen erhält man die restlichen Runden und sofort in der aktuellen Runde.

Erreicht ein Spieler Beijing erhält er am Ende Punkte abhängig davon, als wievielter er dort angekommen ist. Hier sind bis zu 10 Punkte zu erzielen.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler zwei Reisekarten. Auf diesen sind jeweils zwei Städte abgebildet. Erreicht man einige der darauf abgebildeten Städte, erhält man in der Endabrechnung erneut Punkte. Das können, bei schwierigen Routen, bis zu ca. 25 Punkte sein.

Es spricht also auf dem Papier erst einmal viel für das Reisen – im Gegenzug sind die Kosten allerdings auch immens. Allein schon, weil man für jede normale Reise zwei seiner fünf Würfel einsetzen muss.

Die Gunst des Khan und 5 Geld nehmen

Es gibt noch zwei weitere Würfelfelder, die gerne benutzt werden. In der Gunst des Khan gibt es genau vier Würfeleinsetzfelder, auf die Würfel in aufsteigender (oder zumindest gleich hoher) Größe eingesetzt werden müssen. Hier werden häufig die niedrigen Würfel eingesetzt, die andernorts nur geringe Einnahmen erzielen würden.

Und schließlich gibt es noch ein Feld, auf dem man fünf Geld für einen Würfel beliebiger Höhe erhält. Auch hier gilt die Regeln, wer als erster das Feld nutzt, darf umsonst rein, wer später reinsetzt, muss erst zahlen. Der erste erhält also die vollen fünf Geld – jeder andere Spieler wird dort vermutlich nur mit einer eins einsetzen, weil er dann ein Geld zahlt, fünf erhält und immerhin noch vier Geld Gewinn macht.

Wer bin ich?

Besondere Würze erhält das Spiel durch die Personenkarten, von denen jedem Spieler eine zugelost wird. Diese gibt ihm (ähnlich wie in der Tzolk’in-Erweiterung) besondere Fähigkeiten oder Eigenschaften, die die Spielweise teilweise deutlich verändern. Mal beginnt man seine Reise in Beijing, mal darf man umsonst auf andere Würfel setzen und ein anderes Mal muss man gar nicht würfeln sondern dreht die Würfel beim Einsetzen ganz nach Gutdünken. Die vorhandenen Personen sind alle historisch Persönlichkeiten der damaligen Ära und hatten auf die ein oder andere Weise mit den China-Reisen zu tun.

Fazit

Auf den Spuren von Marco Polo spielt sich jedes Mal anders. Teils liegt das an den Personenkarten, teils an der Konstellation der Einsetzfelder auf den großen Städten. Von diesen Karten gibt es deutlich mehr Karten als aufs Spielfeld passen. Und schließlich muss man auch sehen, wie man das Beste aus seinem Würfelglück oder -pech macht. Diese Variabilität macht das Spiel über viele Partien hinweg immer wieder interessant und anspruchsvoll.

In manchen Szenarien kann aber gerade die Unterschiedlichkeit der Personenkarten ein Manko darstellen. Nicht alle Personen sind stets gleich oder zumindest ähnlich stark. Gerade die Reisekarten leben von Städtekarten mit Geldeinkommen. Ohne dieses kann man schlicht von Anfang an Pech gehabt haben.

Etwas störend empfinde ich zudem die Vielfalt der Würfeleinsetzmechanismen. Anfänger verstehen häufig nicht den Unterschied zwischen der Zusatzaktion „3 Geld für einen Würfel“  und dem Einsetzfeld „5 Geld nehmen“. Problematisch ist auch der Unterschied zwischen den normalen „stapelbaren“ Einsetzfeldern, der Gunst des Khans und den Stadtkarten, auf denen insgesamt nur ein Würfel pro Runde liegen darf.

Ein häufig von Mitspielern geäußerter Kritikpunkt ist die schwere Unterscheidbarkeit der Mehrfachrohstoffe (3er) und der einzelnen Rohstoffe. Sie unterscheiden sich nur in der Größe und gerade die Kamele werden leicht verwechselt.

Das Spiel spielt sich in jeder Spielerzahl von zwei bis vier Spielern sehr gut. Und trotz aller Kritik möchte ich bekräftigen, dass Auf den Spuren von Marco Polo ein tolles Spiel ist und jede Menge Spaß bereitet.

Oster Rätsel

Da ist es wieder: Ostern, mit viel Farbe und viel Eiern und viel Hasen und eben allem was dazu gehört. Das wichtigste neben der Tatsache das die Fastenzeit rum ist, ist doch aber der Spass am Suchen.

Also hab ich ein kleines Osterrätsel für Euch zusammengestellt.
Wer mich am Ostermontag ( oder halt die Tage danach.. Wink ) als erster anrufen wird, und mir das Codewort sagen kann, wird von mir dann in persönlicher Absprache einen angemessenen Preis für seinen Spass bei der Suche bekommen.

Das mindeste was ich zu bieten hab ist aber:

dav

 

Und da der Preis es auf der Schachtel bereits angedeutet hat, geht es um Geschichtliches denn:

Alles hatte seinen Anfang
in einer kleinen Stadt,
in einer kleinen Hütte,
auf einem einfachen Tisch.

Starten wird das ganze am Ostermontag gegen Mittag, nachdem ihr hoffentlich schon alle Eier gefunden, gesammelt und leidenschaftlich verzehrt habt.

Ein kleiner Hinweis: Jeder von Euch hat das gleiche Rätsel. Also hütet Euer Geheimnis oder teilt es mit jedem. Das steht Euch frei!

Also bis Montag am Telefon, ich freu mich drauf.

alex

Bremen wird wieder zum Brettspiel-Mekka

Abremer spieletage logom 5. und 6. März werden wieder unzählige Brettspieler nach Bremen pilgern, um die 9. Bremer Spieletage zu zelebrieren. Dort erwarten euch viele Verlage mit ihren Neuheiten und Klassikern, etliche Turniere, ein Brettspielflohmarkt und natürlich viele begeisterte Mitspieler.

Folgende Turniere werden dieses Jahr stattfinden:

  • Siedler von Catan (Qualifikationsturnier)
  • Carcassonne (Qualifikationsturnier)
  • Heckimeck am Bratwurmeck (Qualifikationsturnier)
  • Dominion
  • 7 Wonders
  • Qwixx
  • Hans im Glück Competition (Stone Age, Ohne Furcht und Adel, Skyliners, Auf den Spuren von Marco Polo)
  • Munchkin
  • Cacao

Die Bremer Spieletage finden in der Bremer VHS in der Faulenstraße 69.

An beiden Tagen beginnt der Spaß umd 10 Uhr. Schluss ist um 19 bzw. 18 Uhr. Die Eintrittspreise sind wie gewohnt moderat und familienfreundlich.

Wir wünschen euch dort viel Spaß!

Gecko

gecko_500Wir haben es getan. Unsere erste App-Umsetzung ist was für die Kniffler unter Euch, und ich hoffe wir schenken Euch damit viele schöne, grüblerische Stunden im neuen Jahr.

Unser, von uns gewähltes Spiel, gibt es,wie könnte es auch anders sein, auch als „Brettspiel“ in real-life, es ist „Gecko“, ein Spiel aus der logicus-Reihe aus dem Hause Huch&Friends.

Hier ist eine schöne Videobeschreibung und Erklärung von den Jungs von Cliquenabend, schaut doch mal rein.

Vorstellung: Gecko (Huch & Friends) from Cliquenabend on Vimeo.

Worum geht es bei dem Spiel? Der Gecko hat sich verlaufen und sucht den sicheren Weg zurück in seine Höhle. Dabei kann er sich horizontal und vertikal vorwärts bewegen. Wie schnell sich der Gecko bewegt, ist abhängig von den Feldern, über die er zieht. Auf heißen Feldern krabbelt der Gecko schneller während die schattigen Felder ihn langsamer machen.

Wer zieht den Gecko geschickt über die Felder ohne weder übers Ziel hinaus zu schießen noch den armen Gecko vor lauter Kälte zum Stehenbleiben zu bringen?
Der knifflige Spielspaß hält mit insgesamt 60 Aufgaben viele Herausforderungen bereit.
Das Tutorial bietet mit 10 Level einen einfachen Einstieg. Zusätzlich gibt es Wegpunkte und Tipps, die weiterhelfen, wenn man vor lauter Steinen den Weg nicht sieht.

Alle Infos zur Gecko App findest Du unter: http://gecko.brettspielwelt.de . Es würde uns sehr freuen wenn Du  Dir die App einfach mal auf Dein Handy oder Dein Tablet installierst und ausprobieren würdest.

Ausprobieren und Spass mit dem Gecko haben kannst Du nämlich völlig kostenlos, die App kostet weder für Android noch für iOS auch nur einen Cent.

Mal was anderes – Mario Party 10

partyDa hab ich doch das Angebot bekommen, mir das neue Mario Party 10 für Wii U mal anzusehen, um hier  evtl. etwas darüber zu schreiben. Da ich ab und an ganz gerne ein Mario Kart 8 spiele, konnte ich natürlich nicht nein sagen. Zumal ich neben dem Spiel auch noch ein paar amiibos (Diese kleinen Plastikmännchen mit „eigenen“ Charakter) geschenkt bekam.

Deswegen hier mein Eindruck zu dem Spiel, der eher knapp ausfällt. Es gibt so viele Tests und Berichte zu dem Spiel im Netz, da verweise ich lieber darauf anstatt zum 784mal das selbe zu schreiben.

Mario Party 10 test beiGamepro

Ausführlicher Test auf GIGA

und noch ein Test aus der Netzwelt

Aber trotzdem kann ich es mit nicht nehmen lassen mein ganz persönliches Fazit dazu abzugeben:

rosaWollt ihr mit mehreren Freunden mal gemeinsam etwas leichtes an der Konsole zocken? Hier mit Mario Party 10 kann man sich auf einige lustige und vergnügliche Stunden vor dem Bildschirm freuen. Davon hatte ich bereits auch ein paar, und es werden sicher noch mehr dazu kommen. Alleine ist Mario Party in meinen Augen nicht die erste Wahl. Zu zweit: „Naja, da spiele ich doch dann auch lieber ein Brettspiel“. Natürlich kann man es spielen aber mit einem Haufen NPCs in einem Boot/Auto zu sitzen und durch die schön und liebevolle Landschaft zu Gondeln ist nicht so prickelnd. Mit mehr Spielern entfaltet sich der Reiz des Spiel dannrichtig, insbesondere der Bowser-Modus bringt Pepp in die Runde.

Mit dem Bowser-Mode können bis zu 5 Spieler gemeinsam spielen. (Was bei den aktuellen Brettspielen ja nicht unbedingt möglich ist und oft bei 4 Spielern endet). Hierbei wird dann auch der Vorteil des Wii U GamePads mit eingebauten Bildschirm genutzt, um neue spielerische Möglichkeiten zu eröffnen. Denn es spielt der „böse“ Bowserspieler als Gegner gegen die 4 Spieler und erhält auf seinem GamePad Informationen und Handlungsmöglichkeiten die den (Mit)Gegenspielern vorenthalten werden.

Wer ein Wii U-Spiel sucht, dass er mit 3-4 Freunden mal eben schnell spielen kann, ohne sich groß einarbeiten zu müssen, dem kann ich Mario Party nur ans Herz legen, da es genau hier seine Stärken hat und damit vom Spielcharakter schon fast eher einem Brettspiel ähnelt.

King of Tokio (Mario Land Edition)

MarioBowserDas klingt toll, nicht wahr? Die amiibos, von denen ich noch nichts erwähnt hatte, stellten sich als hervorragende Spielfiguren für „King oft Tokio“ heraus. Daraufhin haben mein Sohn und ich begonnen, spezielle Charaktere für dieses Spiel zu erschaffen, und euch zum Download und Ausdrucken anzubieten. Dann werdet ihr mit dem riesen Mario, oder Bowser gegeneinander antreten können und ganz Tokio unsicher machen. Wir werden versuchen hier jede Woche einen Charakter anzubieten mit einem vollständigen Satz von permanenten und temporären Evolutionen.

Also bis hoffentlich bald wieder hier, wenn es heißt: Mario Party in Tokio!

 

Rezension: Cacao mit Sahnehäubchen

Cacao-VerpackungAls besonderer Liebhaber des gleichnamigen Getränks reizte es mich  natürlich besonders, einen genaueren Blick auf Cacao von AbacusSpiele zu werfen. Cacao ist ein Familienspiel für 2-4 Personen. Als Legespiel erinnert es auf den ersten Blick an den Klassiker Carcassonne, aber das ändert sich trotz der quadratischen Plättchen und der identischen Pöppel doch sehr schnell.

Kernelement ist der Anbau von Kakaopflanzen und dennoch ist dieser nur Mittel zum Zweck. Denn zum Sieger wird der gekürt, der am Spielende das meiste Geld gesammelt hat. Da dieses nicht ausgegeben werden kann, entspricht es somit den klassischen Siegpunkten.

Allerdings ist der Kakao-Anbau nicht der einzige Weg, an die beliebte Währung zu gelangen. Gleich ein ganzes Wegenetz tut sich auf und Aufgabe des Spielers ist letztlich, die richtige Kombination zu finden, um die Mitspieler in die Schranken zu weisen.

Jeder Spieler besitzt einen verdeckten Stapel Arbeiterplättchen, von denen er stets drei zur Auswahl hat. Eines davon legt er an die bereits Cacao-Arbeiterplättchenausliegenden Urwaldplättchen an. Zu Beginn des Spiels liegen bereits zwei Urwaldplättchen aus. Entsteht durch ein neu gelegtes Arbeiterplättchen eine freie Stelle, an die zwei Arbeiterplättchen angrenzen, sucht der Spieler eines von zwei bereit liegenden Urwaldplättchen aus und füllt damit die Lücke. So wächst der Spielplan immer weiter.

Der Sinn der Arbeiterplättchen ist einfach. Auf jedem dieser Plättchen befinden sich vier Arbeiter in Spielerfarbe. Diese sind auf zwei bis vier der Seiten verteilt. Sobald Arbeiter erstmalig an einem Landschaftsplättchen anliegen, gehen sie einmalig an die Arbeit und verschaffen dem Spieler so Vorteile. Befinden sich an einer Seite mehrere Arbeiter, erhält der Spieler diesen Vorteil mehrfach.

Insgesamt gibt es 28 Urwaldplättchen in 6 Arten (zuzüglich einiger Abwandlungen). Nicht alle haben mit Kakao zu tun.

PlantagenCacao-Doppelplantage

Platziert ein Spieler Arbeiter an eine der Einzel- oder Doppelplantagen bringt jeder Arbeiter eine oder zwei Kakaobohnen. Aber Achtung, von diesen kann man nur maximal fünf lagern.

Cacao-3er-MarktMärkte

An Märkten aktive Arbeiter können vorhandene Kakaobohnen verkaufen. Allerdings gibt es nur einen Markt mit einem Verkaufspreis von 4, vier Märkte mit einem Verkaufspreis von 3 und zwei eher uninteressante 2er-Märkte.

GoldgrubeCacao-2er-Goldgrube

Hier geht man für sein Gold keinen Umweg über Kakaoplantagen und Märkte, sondern erhält umgehend 1 oder 2 Punkte pro Arbeiter.

Wasser

Jeder Spieler hat auf seinem Dorftableau Cacao-Wassereine Punkteskala von -10 bis +16. Zu Beginn startet jeder Spieler auf -10. Sobald ein Arbeiter an einem der drei Wasserplättchen werkelt, geht der Zähler um eine Station in Richtung der 16 Punkte vor. Insgesamt sind hierfür 8 Schritte erforderlich, wobei die ersten und letzten Schritte jeweils am lukrativsten sind.

TempelCacao-Tempel

Tempel sind die einzigen Plättchen ohne sofortigen Effekt. Erst am Spielende erhalten die Spieler für Arbeitermehrheiten an Tempeln 6 Punkte. Zweitplatzierte können noch 3 Punkte erlangen.

Sonnenkultstätte

Cacao endet, sobald alle Spieler alle Cacao-SonnenkultstätteArbeiterplättchen gespielt haben. Je nachdem wie die Spieler die Plättchen platzieren, können die Urwaldplättchen schon vorher ausgehen. In dem Fall können natürlich auch keine Urwaldplättchen mehr gelegt werden.

Legt ein Spieler im Laufe des Spiels Arbeiter an eine Sonnenkultstätte erhält er graue Sonnensteine. Von diesen kann er maximal drei Stück lagern.

Sobald die Urwaldplättchen aufgebraucht sind, kann man fortan die Sonnensteine abgeben, um ein eigenes Arbeiterplättchen einmalig durch ein anderes Arbeiterplättchen zu überbauen. In diesem Fall kann man die angrenzenden Urwaldfelder mit den frischen Arbeitern erneut nutzen. Sollte man die Sonnensteine partout nicht nutzen können oder wollen, sind sie jeweils noch einen Punkt wert.

Durch die Vielfalt der Plättchen und Punktequellen stellt sich mit jedem Zug erneut die Frage, welche Position gerade am attraktivsten ist und ob bzw. wie viele der Urwaldplättchen vom Vorrat ins Spiel genommen werden sollen.

Einige Plättchen sind sehr stark, wie z.B. der 4er-Markt oder die Wasserstellen, andere versucht man eher zu meiden. Immerhin ist man nicht gezwungen die Funktion eines schwachen 2erMarktes zu nutzen und so unergiebig seinen wertvollen Kakao zu verkaufen.

Bemerkenswert ist, dass die Funktionen der Arbeiter nicht nur beim Anlegen des Arbeiterplättchens ausgelöst werden sondern auch dann, wenn an ein schon ausliegendes Arbeiterplättchen ein frisches Urwaldplättchen angelegt wird. So kann es passieren, dass ein anderer Spieler an meine bisher freiliegenden Arbeiter entweder starke oder weniger starke Plättchen anlegt. Die Vorteile kommen mir auf jeden Fall zu Gute.

Dadurch dass jeder Spieler den gleichen Satz an Arbeiterplättchen hat, gibt es kein übermäßig großes Glückselement, wie es häufig ein Würfel oder ein gemeinsamer Kartenstapel darstellt.

Trotzdem sind Fortuna hier nicht völlig die Hände gebunden. Zum einen kommt einem die Reihenfolge der selbst gezogenen Arbeiterplättchen nicht immer gelegen und zum anderen führt die qualitativ recht unterschiedlich starke Urwaldplättchenauslage gelegentlich dazu, dass man sich gelegentlich wünscht, nicht gerade jetzt an der Reihenfolge zu sein.

Durch die vielfältigen Punktequellen und den maßvollen Glückseinfluss ist Cacao ein rundes und kurzweiliges Spiel. Die angegebene Spieldauer von bis zu 45 Minuten ist realistisch und fordert zum wiederholten Spielen auf. Die Regeln sind schnell erklärt und ebenso leicht verstanden, sodass Erwachsene wie Kinder ihren Spaß haben.

Einziger Wermutstropfen ist das Tiefziehteil, in dem alle Einzelteile auf den ersten Blick perfekt ihren Platz finden. Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass nachdem die Stanzbögen nicht mehr in der Packung sind, der neu erworbene Raum der Entropie Tür und Tor öffnet, sodass dann doch alles wieder durch die Gegend purzelt. Hier empfiehlt es sich, die Stanzbögen nicht dem Recycling zu überantworten sondern in der Verpackung zu lassen.

Mir gefällt Cacao, da hier jeder auf seine Kosten kommt und Glücks- und Strategieeinfluss sich die Waage halten. Es lässt sich gut in jeder Spielerzahl (von 2 bis 4 Spieler) spielen und hat mit maximal 45 Minuten eine angenehme Länge.

Bremer Spiele-Tage locken wieder nach Bremen

Wie im letzten Jahr locken auch diesen März die Bremer Spiele-Tage Spieler aus Bremen und Umgebung in die Faulenstraße. Nachdem die Veranstaltung im letzten Jahr erstmalig im Frühling stattfand, damit der Termin nicht zu nah an der Spiel in Essen lag, wird diese Tradition fortgesetzt.

Wer Lust hat, die Nürnberger Neuheiten zu spielen, an vielfältigen Turnieren teilzunehmen, neue Spiele auf dem Flohmarkt zu erstehen oder alte zu verkaufen, nette Mitspieler zu finden, Autoren aus der Region mit ihren Prototypen kennen zu lernen oder einfach dem lustigen Treiben zuzusehen, der wird im VHS-Gebäude auf 3 Etagen fündig. Mit über 1000 Spielen sollte für jeden Geschmack das richtige Spiel zu finden sein.

Neben einer ganzen Reihe Qualifikationsturnieren (z.B. Carcassonne, Siedler, Einfach Genial, Heckmeck) gibt es auch etliche Fun-Turniere von King of New York bis Munchkin.

Die Eintrittspreise sind human und familienfreundlich. Die Öffnungszeiten sind:

  • Sa, 7.3.15 von 10 Uhr bis 19 Uhr
  • So, 8.3.15 von 10 Uhr bis 18 Uhr

Die Adresse lautet: Faulenstraße 69, 28195 Bremen

Mehr Infos auf: www.bremerspieletage.de

Vielleicht sehen wir uns ja in Bremen. Etliche Brettspielweltler sind in Bremen Stammgast.

(V)erklärte Spiele auf der Spiel

Bestimmt waren viele unserer Leser auch auf Pilgerfahrt nach Essen und haben sich auf der Spiel ins Getümmel geworfen. Es gibt viele Gründe die mehr oder weniger lange Fahrt auf sich zu nehmen und die Summe all dieser Gründe treibt auch mich jedes Jahr in die Ruhrmetropole.

Neben dem Spaß am Spiel, der Neugier auf neue Spiele und den dort anzutreffenden Freunden und Bekannten gibt es aber noch einen anderen wichtigen Grund: ich bekomme die Neuheiten gerne sachkundig und gut erklärt. Der ein oder andere wird beim letzten Satz eventuell geschmunzelt haben. Denn gelegentlich sind die gestressten Spieleerklärer weder sachkundig noch gut.

Doch vorab erst einmal ein paar Gedanken zu den Erklärern aka Supportern aka Erklärbären. Auf der Spiel zu erklären ist ein harter Job. Man brüllt beinahe gegen ein übermächtiges Grundrauschen an, wurde zumeist ungenügend vorbereitet und muss sich eine Vielzahl Regeln einer beachtlichen Anzahl Spiele merken, die man zudem noch gar nicht spielen konnte oder durfte.

Dazu kommen Spieler, die spätestens ab dem zweiten Tag übernächtigt und unkonzentriert sind, währenddessen ihre Brotzeit zu sich nehmen, ihr persönliches Erklärtempo erwarten und entsprechend unsinnig mit übereilten Fragen kommende Erklärungen vorwegnehmen und so den Erklärer aus dem Konzept bringen (wenn er denn eines hatte). Häufig lässt ab dem ersten Nachmittag schon die Stimme nach und das mit den Pausenzeiten ist auch so eine Sache.

Alles in allem ist es also ein harter Job, um den ich mich nicht reißen würde – insbesondere weil viele Verlagsleiter dies eher als Hobby ansehen und ihre Erklärer mit Spielefreiexemplaren versehen anstatt mit barer Münze zu locken.

Trotz allem habe ich in all den Jahren fast ausschließlich freundliche und engagierte Erklärer gehabt und beides sind Eigenschaften, die man andernorts häufig vergebens sucht.

Uns ereilte diese Thematik direkt am ersten Tag beim ersten Spiel. Asmodee hatte sich geschäftstüchtig einen riesigen Stand direkt am Eingang gesichert und ein freier Tisch mit Lords of Xidit lockte uns herbei. Wir folgten dem Ruf und es stand auch scLords of Xidithon eine hilfreiche Lehrkraft am Tisch bereit, uns erklärend zur Seite zu stehen. Das Spiel ist weder ein sonderliches Schwer- noch Leichtgewicht und so fühlten wir uns nach annehmbarer Zeit fit genug, um in Xidit auf Monsterjagd zu gehen. Das Spiel lief auch die Hälfte der Zeit ganz gut, geriet dann aber spürbar ins Stocken. Wir spielten noch eine Weile weiter und stellten in der vorletzten Runde fest, dass wir Lords of Xidit totgespielt hatten. Kurzerhand riefen wir wieder nach unserem netten Erklärer. Dieser hielt kurz Rücksprache mit einem Kollegen und gestand dann , dass er leider ein zentrales Element falsch erklärt hatte. Wir brachen das Spiel schließlich ab und fragen uns immer noch, wie viel Spaß dieses Spiel gemacht hätte, wenn wir es richtig gespielt hätten.

Das Ärgerliche daran ist, dass wir „wertvolle Messezeit“ teilweise verschwendet haben und trotzdem nur ein ungenaues Bild des Spiel erhielten. Immerhin war ich guter Hoffnung, dass die nächste Erklärung dieses Erklärers ohne diesen Faux Pas stattfinden würde.

Am nächsten Tag folgten wir der Empfehlung der Fairplay-Liste und ergatterten uns erst einen Tisch bei Zoch und dann ein freies Exemplar von Beasty Bar. Das war gar nicht so einfach, weil Zoch offensichtlich vom Messeerfolg überrascht war und nicht bereit war, ein zusätzliches Kontingent an Spielen für die Tische zur Verfügung zu stellen.

Beasty BarBeasty Bar ist, verglichen mit Lords of Xidit, ein eher einfaches Spiel mit allerdings interessanten Spielmechaniken. Spieler legen reihum eine Tierkarte aus der Hand in eine Warteschlange. Jedes Tier verhält sich hier anders – mal drängelt es sich vor, mal frisst es andere usw. Ist die Warteschlange fünf Tiere lang, punkten die Besitzer der zwei vordersten Tiere und das hinterste landet in der Gosse. Das Regelgrundgerüst ist extrem schlank, allerdings müssen die neun Tierarten gut erklärt werden.

Es war jetzt immerhin schon der zweite Messetag und so waren wir optimistisch, die Regeln richtig erklärt zu bekommen und wurden bitter enttäuscht. Zuerst stellte sich heraus, dass der grundlegende Mechanismus schlicht falsch war. Laut des Erklärers kam nämlich nur ein Tier in die Bar. Im weiteren Verlauf mussten wir feststellen, dass auch mindestens drei Tiere falsch erklärt worden waren.

Wir hatten also quasi unsere persönliche Variante von Beasty Bar gewidmet bekommen, die wir dann selbst von Runde zu Runde weiter in Richtung der offiziellen Version abwandelten. Dem Spielspaß hat das keinen sonderlichen Abbruch getan, aber im Sinne des Autors und des Verlages ist dies sicher nicht. Entschuldigend sollten wir dem Erklärer zugutehalten, dass er innerhalb eines Tages 17 Spiele lernen musste.

MangroviaBesser erging es uns anschließend bei Mangrovia. Die junge Dame erklärte das Spiel fachkundig und ließ erst einmal keine Fragen offen (diese tauchen ja eh immer erst auf, sobald der Erklärer sich anderen Spielern gewidmet hat). Erst gegen Ende kamen wir etwas ins Straucheln und da weder ein freier Erklärer zu sehen war, noch eine Anleitung vorlag, entschied ich mich kurzerhand am Nachbartisch nach einer Anleitung zu fragen. Der Gefragte antwortete, dass dies sein persönliches Exemplar sei. Ich war verwundert und die skurrile Situation erklärte sich erst, nachdem ich ausgeführt hatte, dass ich nur kurz was nachlesen wollte und ich erfuhr, dass es just der Autor des Spiels war, der mir mit kaum noch vorhandener Stimme unsere Fragen beantwortete. So kam ans Tageslicht, dass es eine doch recht zentrale Regel gab, die unsere Erklärerin nicht kannte und uns zusätzlich ein Tie-Breaker unbekannt war.

Ersteres darf natürlich nicht passieren, zweiteres ist eher eine strategische Frage. Will man die Spieler schnell ins Spiel bugsieren, damit sie schnell Spielspaß haben oder riskiert man, mit dem Erläutern auch der letzten Kleinigkeit mehr für überforderte Verwirrung als für vollständiges Wissen zu sorgen?

Konsequent betrieb dies Hall Games bei der Erklärung von Aquasphere. Aufgrund der langen Spieldauer und des großen Andrangs bekamen die Spielrunden nur ein 90 minütiges Zeitfenster zugewiesen, in denen man bei normal-gemächlicher Spielweise neben der Erklärung nur einen Teil des Aquasphere PackshotSpieles absolvieren kann. Folglich wurden Teile der Wertung gar nicht erst erläutert. Dieser Mut zur Lücke schont die Nerven und fällt nicht sonderlich ins Gewicht, weil man eh nicht bis zur Schlusswertung gelangt. Angesichts der Komplexität scheint mir dies eine vertretbare Herangehensweise zu sein und da das Spiel ansonsten sehr gut erklärt war, hinterließ dies einen guten Eindruck – obwohl ich eigentlich ungerne Spiele abbreche.

Der krönende Abschluss war dann kurz vor Messeende The Hare and the Tortoise bei IELLO (Hase und Igel lässt grüßen). Die freundliche Französin erklärte uns dieses recht simple Spiel auf Hare and Tortoise packshotEnglisch. Besser gesagt in etwas, das nur gelegentlich wie Englisch klang. Da wir einiges auch nach mehrfachem Nachfragen nicht verstanden haben und sie recht flott das Weite suchte (sehr zu unserer Entspannung), spielten wir anhand der Spielübersicht – und leider auch falsch. Ob dies nun ihrem kreativen Englisch oder unserem Unverständnis geschuldet war, vermag ich nicht zu sagen.

Dies bringt mich dann aber auch zum letzten Aspekt. Wer hat dies noch nie erlebt? Geduldig erklärt man seinen Freunden ein Spiel, erläutert einen schwierigen (oder leicht zu vergessenen Punkt) extra mehrfach und doch ist es so sicher wie das Amen in der Kirche: sobald dieser uneingängige Aspekt im Spiel auftaucht, springt ein Mitspieler erzürnt auf und konstatiert: „Das hast du aber nicht erklärt!“. Auch gutes Zureden wird denjenigen nicht überzeugen können.

So ist nicht ausgeschlossen, dass man den Erklärern, die ja nur unser Bestes wollen, gelegentlich Unrecht tut.

Eine beliebte Lösung der genannten Probleme sind spezialisierte Erklärer. Bei Heidelberger gab es einen Erklärer, der nichts anderes als Panamax erklärte – wenn auch an zwei Tischen. Er hatte das Spiel offensichtlich vorher schon gespielt und kannte sich gut aus. Dank der großen Komplexität und mangels zweitem Erklärer wurde dies knifflig, als er in die wohlverdiente Pause ging.

Leider versuchen einige Verlage, ihren Erklärern alle Spiele innerhalb eines Tages oder gar Abends in den Kopf zu hämmern. Da dies gewöhnlich auch damit einhergeht, dass die Spiele nicht gespielt werden können, ist dies recht unbefriedigend. Auf diese Weise wurde 2010 Friedemann Frieses Wirtschaftsspiel Schwarzer Freitag richtiggehend „zerklärt“. An jeden Tisch wurde es anders erklärt aber irgendwie immer falsch. Das Ergebnis waren unzufriedene Spieler, deren Spiele endlos dauerten oder schlichtweg nicht rund liefen.

Deshalb hoffe ich auf ein Umdenken bei den betroffenen Verlagen und dass ihr auf entsprechenden Events geduldig mit den „Erklärbären“ seid und ihnen keine zusätzlichen Steine in den Weg legt.

Natürlich gab es auch durchweg positive Erlebnisse. Zum Beispiel Deus Packshotbekamen wir beim belgischen Verlag Pearl Games das Spiel Deus von einem Italiener in vorzüglichem Deutsch erklärt. Er ließ keine Fragen offen und nahm sich sehr viel Zeit mit uns. Davor kann ich nur den Hut ziehen.